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Christian Lorenz Müller
Brunnen
(Kleine Studie über Interferenz)

Daunig das Licht auf dem Wasser,
dann aufkommender Wind
und das erpelgrüne Glänzen
winziger Wellen, ein elastisches Schillern
bis hinüber ins Blaue,
und zwischen den Fontänen
spannen sich Schwimmhäute,
spannen sich Regenbögen.
Ein Rudern um das Rund
des Brunnens, und schneckengleich
verkriecht sich der Schatten unter den Schalen,
verkriecht sich in den bronzenen Schritt
der aufgestellten Figuren.

Watschelnd hingegen
bewegt es sich über das Pflaster,
quakiges Gelb schnäbelt
in den Ritzen zwischen den Steinen.
Vergessen der elegante Schwimmer,
der nach Münzen gründelte,
allein die aufgestörten Asseln und Käfer,
das Stanniolpapier eines Kaugummis
erinnern an das Sprinkeln und Schillern,
an die fedrige Festigkeit,
an das dicht gehakte Flirren,
an das Aufflattern
der großen Fontäne am Abend,
an das rasch Verfliegende
des Lichts.
Christian Lorenz Müller   2013    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
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