am besten ist Hoffmann, wenn er sich kurz hält und nicht versucht, in 80er jahre manier zu polemisieren (köpfen), sondern schlicht und präzise zu irritieren, etwa im gedicht lifting: „mutters leben/ war nicht aufregend/ und so liess sie sich/ die seele herausoperieren/ das gehirn liften/ die haut straffen/ und die kinder/ sahen etwas verwirrt aus/ in ihrer festkleidung.“ das merkwürdige liegt hier nicht im gehirnlifting, sondern im unaufgelösten der festkleidung. durch fehlende vorbereitung und ausbleibende wiederholung kann der leser den effekt erst geniessen. meistens jedoch will der autor sichergehen und haut uns paraphrasen eines knackigen anfangs seitenweise um die ohren, so dass letztendlich nicht mehr als sozialkitsch mit verspielter pointe dabei herumkommt. „so schwanger von bedeutung“, „hungrig/ über das absurde“ sich beugend. luft sprengen scheint mir ein guter titel fürs buch, denn die bombe zündet nicht oder krepiert, wo es ohnehin wenig stoff gibt, den man bearbeiten, energisch und wütend zerstören könnte. wo es im jungen verlag hingehen soll, ist klar und erstrebenswert. was Hoffmanns gedichte angeht, sei dem leser eher der vorgänger asphaltspalten empfohlen, den der autor 2004 in der lyrikedition 2000 veröffentlichte. hier sind die texte weniger zweifelhaft, im gegenteil. Hoffmann gelingt mit dem „gesang auf Allen Ginsberg“ und anderen langgedichten poetisches, das über den in social-beat die tage in der blauen stadt, eine wiederum in der edition kulturbremse erschienene und teils in asphaltspalten aufgenommene sammlung, sind clips, denen man zutraut, dass sie sich jugendliche auf gartenparties und bei einem bier nach dem schwimmengehn erzählen und wiedererzählen. die jungs ihren lovern oder ihren besten freundinnen vortragen. andere poeme wie „wir haben angst wir sind erregt“ entstammen einem ambiguosen lebensgefühl zwischen sexes und genders, sind jedenfalls aber lyrik zum leben, gedichte, die nicht für die schrankwand, sondern fürs miteinander, zum mitnehmen oder mitsummen gemacht sind. gerade wegen ihrer fragilität aber scheint es ratsam, sie nicht in zusammenhang mit Hoffmanns stimme wahrzunehmen. der autor verleiht seinen texten einen rauhen, poetry-slam belasteten ton. „ich habe einen echten/ menschen getroffen/ um den hals und in die arme/ gefallen ist er mir/ wie direkt vom himmel/ oder von den sternen.“ – „ich habe vielleicht neuland gesehen an diesem tag.“
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Crauss.
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