poetenladen    poet    verlag

●  Sächsische AutobiographieEine Serie von
Gerhard Zwerenz

●  Lyrik-KonferenzDieter M. Gräf und
Alessandro De Francesco

●  UmkreisungenJan Kuhlbrodt und
Jürgen Brôcan (Hg.)

●  Stelen – lyrische GedenksteineHerausgegeben
von Hans Thill

●  Americana – Lyrik aus den USAHrsg. von Annette Kühn
& Christian Lux

●  ZeitschriftenleseMichael Braun und Michael Buselmeier

●  SitemapÜberblick über
alle Seiten

●  Buchladenpoetenladen Bücher
Magazin poet ordern

●  ForumForum

●  poetenladen et ceteraBeitrag in der Presse (wechselnd)

 

Jan Kuhlbrodt

Deutscher Platz

Ich war überrascht, als ich ihn kürzlich hier traf;
weil das Beständige ihm ein Ärgernis ist,
hätte sich Anblick des Platzes für ihn über die Jahre
abnutzen müssen; die Flucht hinaus zum Völkerschlachtdenkmal,

Bedeutungsklotz, wie er es nannte, unnütz und hässlich,
zumal hier schon lang keine Messen
mehr stattfanden, mit ihrem Gefitze aus Sprachen und Dialekten,
jenes Gewirr also, das uns einmal die Welt ersetzt hatte.

Die Welt als Anklang, als verhallendes Echo. Wie wenn ein Stein
aus großer Höhe auf eine Flüssigkeit trifft, hineinplumpst.
Wir hatten am Brunnenrand gestanden und haben langsam und lange
  gezählt.
Die Erfahrung sagt, es sei Wasser, aber die Sehnsucht

ruft: Magma! Quecksilber, flüssiger Stein vom Saturn.

Aus:Stötzers Lied. Verlagshaus J. Frank 2013

Jan Kuhlbrodt       2013       Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht

 

 
Jan Kuhlbrodt
Prosa
Lyrik
Gespräch