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Lutz Seiler – im felderlatein
Gedichte | Suhrkamp Verlag 2010
Walter Fabian Schmid    27.12.2010
Lutz Seiler | im felderlatein  
Das Rauschen der Bäume, die Sprache

Alle Gedichte seit 1939 sind Gedichte von Nachgeborenen. Jedenfalls solange sich Dichter angesprochen fühlen von Brechts An die Nachgeborenen und der Frage: „Was sind das für Zeiten, wo/ Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist/ Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!“ Brecht trat damit eine reges Gespräch über Bäume los und seine Frage wurde im Schweige­diskurs über die Geschichts­verbrechen zu einem unum­gäng­lichen Diktum.

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Martín Kohan – Sittenlehre
Roman | Suhrkamp Verlag 2010
Dietmar Jacobsen    17.12.2010
Martín Kohan | Sittenlehre  
„ ... sehen, ohne hinzusehen“
Der Argentinier Martín Kohan analysiert in seinem Roman Sittenlehre die menschlichen Verstrickungen in einer Diktatur

María Teresa ist Aufseherin. Vor allem während der Pausen am Colegio Nacional in Buenos Aires hat die junge Frau ihres Amtes zu walten. Und sie ist voller Eifer bei der Sache. Antreten und ausrichten lassen. Die Frisuren kontrollieren. Auf die korrekte Kleidung achten – die Socken müssen nicht nur blau, sondern auch aus Nylon sein. Denn Disziplin und Ordnung sind die Grund­pfeiler einer Gesell­schaft, in der die Zöglinge einer Anstalt mit großer Vergangenheit in nicht allzu ferner Zukunft tragende Rollen übernehmen sollen.

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Leonhard Lorek – daneben liegen
Verbrecher Verlag 2009
Tom Pohlmann    04.12.2010
 Leonhard Lorek | daneben liegen  
Spätes Debüt, mit Papierflugzeug in der Tasche

In einem Prosa­gedicht von Leonhard Lorek, das, in der gedruckten Version, gleich von zwei weiteren Personen unterzeichnet wurde und noch heute wie eine Absichts­erklärung klingt, finde ich überraschenderweise eine Floskel wieder, die im Ostberlin der Achtziger (oder auch nur am Prenzlauer Berg) in der Luft gelegen haben muss und von Lorek und seinen Mit­streitern (zwei imaginären Prota­gonisten?) aufge­griffen wurde: den Begriff eines „kommissarischen Ich“.

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Christine Langer – Findelgesichter
Gedichte | Klöpfer und Meyer 2010
Peter Kapp    02.12.2010
Gedichte, die „spiegelnd bestehn“  
Zurück zur Natur, immer weiter

Es gibt wohl nur wenige Lyrikerinnen und Lyriker im deutschsprachigen Raum, die sich so intensiv und gekonnt wie Christine Langer der Naturlyrik verschrieben haben. Nachdem vor drei Jahren ihr Gedichtband »Lichtrisse« erschien, legt sie nun mit »Findelgesichter« nach.

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Neue argentinische Literatur – Ein Dossier mit fünf ausgewählten Beispielen
Verschiedene Bücher
Adrian Kasnitz    16.11.2010
Neue argentinische Literatur  
Neue argentinische Literatur
Carlos Busqued, Fabián Casas, Martín Kohan, Carlos María Domínguez, Samanta Schweblin

Aus Argentinien, dem diesjährigen Gastland der Frankfurter Buchmesse, kommen einige spannende Neuerscheinungen. Meist gibt die Messe für die Literatur des Schwerpunktlandes einen großen Schub, allerdings setzen sich nicht alle Autoren durch und nach wenigen Jahren, wenn nicht sogar Monaten, hat man den Eindruck, das ganze Bohei würde rasch verpuffen. Oder können Sie zwei Autoren aus Litauen oder Korea benennen, die in den Jahren 2002 und 2005 Gäste der Messe waren?

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Gerhard Falkner – Kanne Blumma
Gedichte | Ars Vivendi 2010
Walter Fabian Schmid    09.11.2010
Gerhard Falkner | Kanne Blumma  
Dei Gschmarre aaf a Budderbrood und de ganzä Wälld wiad sadd

Die Krise des Individuums ist der Grund für die Einflechtung des Dialekts in die Dichtung. Zumindest wenn es nach Adorno geht. Wie er in seiner Rede über Lyrik und Gesellschaft behauptet, verdankt die Lyrik dem Dialekt eine „kollektive Gewalt“, die zerronnene Subjekte wieder zusammen­fließen lässt. So züchtet sich auch der Peter-Huchel-Preis­träger von 2009 mit seinen Dialekt­gedichten eine Sprach­chimäre, die in einem Universal­gemisch ihres Landstrichs daherbabelt.

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Peter Handke – Ein Jahr aus der Nacht gesprochen
Jung und Jung 2010
Armin Steigenberger    04.11.2010
Peter Handke | Ein Jahr aus der Nacht gesprochen  
„Und daß ihr nicht wieder lümmelt im Gras ohne Hoffnung!“

Peter Handkes neues Buch liegt gut in der Hand: es sieht aus wie ein Hardcover, aber ist eine Broschur, soft und biegsam, und auch haptisch angenehm. Man nimmt es gerne her (was ja auch eine Qualität ist …) Und was noch angenehmer ist: Das Buch kommt ohne jedwedes (obligatorische?) Buch­deckel­geschwafel aus.

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Christine Langer – Findelgesichter
Gedichte | Klöpfer und Meyer 2010
Christian Lorenz Müller    02.11.2010
Gedichte, die „spiegelnd bestehn“  
Gedichte, die „spiegelnd bestehn“

Diese Dichterin vermag es, ihren Erfahrungs­schatz auf poetische Weise mit ihren Lesern zu teilen, weil sie es nicht scheut, Emotionen zu äußern. Viel von dem zerebralen Aufwand, der nicht selten in der Gegen­warts­lyrik betrieben wird, um nur ja nicht in den Verdacht des Klischees oder der Gefühls­lastig­keit zu geraten, erscheint nach der Lektüre dieses Bandes, der vorwiegend Naturgedichte enthält, beinahe pathetisch.

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Thomas Kunst – Strandkörbe ohne Venedig
Roman | Plöttner Verlag 2009
Anna Lischper    29.10.2010
Thomas Kunst | Strandkörbe ohne Venedig  
Fingernägel im Sand

Dünen, Meer, Geschrei von Möwen – so in etwa stellt man sich ein erstes Bild des Romans Strandkörbe ohne Venedig von Thomas Kunst vor. Der Lektor Bengt Claasen sitzt in Levenhaug an der Nordseeküste an seinem Schreibtisch mit Blick auf das Nachbarhaus. Auf dem Tisch ein Marmeladenglas, gefüllt mit abgekauten Fingernägeln, daneben ein Stapel Blätter.

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Kritik 10
Kritiken zu Gedichten, Romanen und Erzählungen
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Ich habe ja damals wirklich unmit­tel­bar nach dem Tod Ernst Jandls an diesem Requiem zu schreiben begon­nen, ich muss­te es tun, ich hatte ja sonst nichts mehr, überhaupt nichts mehr, alles war ja verloren­gegangen, also fing ich wie ver­rückt zu schreiben an, das Schreiben als einziges Über­lebens­mittel
Friederike Mayröcker im poet-Gespräch


Ich sehe mich nicht in erster Linie als Autor oder Schriftsteller. Diese Bezeichnung ist mir fremd. Ich habe etwas ge­schrie­ben, und das ist publiziert worden, aber dieses umfassende Gefühl, dass ich Schriftsteller sei, fehlt mir. Wenn man schreibt, dann wird man eben so bezeichnet, doch es bedeutet wenig.
Christoph Wilhelm Aigner im poet-Gespräch