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Vladimir Sorokin – Der Tag des Opritschniks
Roman | Kiepenheuer & Witsch 2008
Dietmar Jacobsen    14.02.2008
Vladimir Sorokin | Der Tag des Opritschniks  
Ein Tag im Leben des Andrej Danilowitsch
Vladimir Sorokins neuer Roman erweckt die Schrecken der Vergangenheit aus Sorge um die Zukunft

Russland in knapp 20 Jahren. Die Entfernungen misst man wieder in Werst. Die Höhe eines Wagenrads berechnet sich nach Arschin. Als Zahlungsmittel benutzen die Bürger Goldrubel. Gegen den Westen hat man eine Mauer errichtet und in einem feierlichen Akt hat das Volk am Ende der „Weißen Wirren“ seine Auslandspässe auf dem Roten Platz verbrannt.

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Clemens Meyer – Die Nacht, die Lichter
Stories | S. Fischer 2008
Katharina Bendixen   12.02.2008
Clemens Meyer | Die Nacht, die Lichter  
Männerwelten der Wortlosigkeit

Lichter der Nacht lassen an Kerzen in Kneipen, an Laternenflackern auf Straßen, an wohnlich erleuchtete Fenster denken. Noch heller als tags verbreiten die Lichter in der Nacht ihre künstlichen Strahlen, sie blenden und wärmen gleichzeitig. Eine besondere Bedeutung bekommen sie, wenn die Stromrechnung nicht bezahlt ist: Plötzlich hat die Nacht eine bedrohliche, eine unkontrollierbare Dimension.

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Jenny Erpenbeck – Heimsuchung
Roman | Eichborn 2008
Katharina Bendixen   07.02.2008
Jenny Erpenbeck | Heimsuchung  
Ein Rest von Schuld, ein Rest von Geheimnis

„Das Haus ist jetzt so leer, daß es nicht viel Gewicht haben würde, wenn sie ihm befehlen könnte, sich in die Lüfte zu erheben und fortzuschweben“, heißt es auf einer der letzten Seiten von Jenny Erpenbecks Roman Heimsuchung. Ein Haus als Protagonist eines Romans: Es steht am Märkischen Meer, in Mecklenburg, irgendwo dort, wo Max Schmeling geboren wurde.

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Ulf Erdmann Ziegler – Wilde Wiesen
Autogeographiei | Wallstein Verlag 2008
André Hille     05.02.2007
Ulf Erdmann Ziegler | Wilde Wiesen  
Ein Weißt-du-noch-Gespräch ohne Gegenüber
Ulf Erdmann Zieglers Kindheits- und Jugenderinnerungen »Wilde Wiesen«

Bei manch einem Buch weiß man schon nach der ersten Seite, dass man es, komme was da wolle, nicht mehr mögen wird und da man von der Handlung zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzu viel mitbekommen hat, liegt eine solche Antipathie in der Regel an der Sprache. Und die holpert eingangs Ulf Erdmann Zieglers zweitem Buch »Wilde Wiesen« ganz schön.

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Thomas Brussig – Schiedsrichter Fertig
Eine Litanei | Residenz Verlag 2007
Dietmar Jacobsen     29.01.2007
Thomas Brussig | Schiedsrichter Fertig  
Ich habe fertig ...
In der Rolle des Trainers hat Thomas Brussig schon monologisiert, jetzt schlüpft er in die des Schiedsrichters

Schiedsrichter Fertig ist Brussigs zweiter Fußballmonolog. Bereits 2001 ist unter dem – für Fachfremde grammatisch provozierenden – Titel Leben bis Männer ein Text des bekennenden Hertha BSC-Fans erschienen. Damals ging es um einen Trainer, dem die Mannschaft abzusteigen drohte, weil ihr Stürmerstar als Mauerschütze vor Gericht anzutreten hatte.

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André Schinkel – Unwetterwarnung
Lyrik, Prosa | Lese-Zeichen 2007
Ralf Willms     24.01.2008
André Schinkel | Unwetterwarnung  
Raniser Texte

Zur Kunst des André Schinkel gehört es, die groben Ströme des Lebens in feingliedrige Wortfolgen zu verlegen, so dass diese im eigenen Ton zusammenspielen. Der kurze Prosatext Quartiere am Stadtrand beginnt: »Oh, es ist gut, sich in den Nächten zu betrinken... gemeinsam mit den nervösen und verschwitzten Kollegen sich betrinken nach der Arbeit und in den von Westen aufkommenden Regen zu starren... “

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Adrianus Fr. Th. van der Heijden – Die Movo-Tapes
Roman | Suhrkamp 2007
Marie T. Martin     17.01.2008
Adrianus Fr. Th. van der Heijden | Die Movo-Tapes  
Mein Leben als Anderer
Der Auftakt zu Adrianus Fr. Th. van Heijden neuem Zyklus »Homo Duplex«


All jenen, für die mit dem Ende von Die zahnlose Zeit eine Welt zusammenbrach, sei tröstend gesagt: Das Leben geht weiter. Der niederländische Romancier mit dem unmöglichen Vornamen hat ein neues unmögliches Buchprojekt begonnen, dessen Auftaktband Nr. 0 bereits 763 herrliche Seiten auffährt.

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Toby Hoffmann – Luft sprengen
zeter & mordio 2007
Crauss     11.01.2008
Toby Hoffmann | Luft sprengen  
ambiguoses lebensgefühl

das buch luft sprengen ist gesetzt aus der dolly von underware und wurde „ästhetisch zerstört“ von Mehmet Yaman: flecken wie verschmierte tinte irritieren das einfache layout der gedichtseite, man will die sprengsel immerzu wegwischen. so dreckig sich Toby Hoffmanns gedichte geben, zumindest die nähe des rauhen, widerständigen suchen, so brav erscheinen sie, wenn man mehrere davon liest.

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Georges-Arthur Goldschmidt – Die Befreiung
Ammann 2007
Dietmar Jacobsen     07.01.2008
Georges-Arthur Goldschmidt | Die Befreiung  
„Ich bin wieder da!“

Am 17. September 1944 kehrt der sechzehnjährige Arthur Kellerlicht in die katholische Internatsschule Florimontane zurück. Wie Büchners Lenz steigt er bergan, hoch über sich die bedrohlich ragenden Mauern, aus denen er ein knappes Jahr vorher flüchten musste, weil die deutschen Besatzer und ihre französischen Helfershelfer Jagd auf ihn, den Juden, machten: „Er sollte doch, wie es sich gehörte, ins KZ.“

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Clemens J. Setz – Söhne und Planeten
Roman | Residenz 2007
Roland Steiner     02.01.2008
Clemens J. Setz | Söhne und Planeten  
Söhne und Planeten

„Nichts bleibt für lange Zeit unversehrt.“ Sagt René Templ, als Schriftsteller gestrenger Logiker, als Vater des achtjährigen lungen­kranken Kevin ein Verantwortungs-Scheusal und seiner umziehwilligen Frau Jacqueline feige flüchtender Fremdgeher. Auch gegenüber Natalie fühlt er sich – zu einer Handpuppe mit monströsem Kopf – schrumpfen, wie er und jeder baut sie „einen soliden Kubus um sich und legt ein paar Kommunikationskanäle zu den anderen. Mehr gibt es nicht.“

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Kritik 35
Kritiken zu Gedichten, Romanen und Erzählungen
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Ich habe ja damals wirklich unmit­tel­bar nach dem Tod Ernst Jandls an diesem Requiem zu schreiben begon­nen, ich muss­te es tun, ich hatte ja sonst nichts mehr, überhaupt nichts mehr, alles war ja verloren­gegangen, also fing ich wie ver­rückt zu schreiben an, das Schreiben als einziges Über­lebens­mittel
Friederike Mayröcker im poet-Gespräch


Ich sehe mich nicht in erster Linie als Autor oder Schriftsteller. Diese Bezeichnung ist mir fremd. Ich habe etwas ge­schrie­ben, und das ist publiziert worden, aber dieses umfassende Gefühl, dass ich Schriftsteller sei, fehlt mir. Wenn man schreibt, dann wird man eben so bezeichnet, doch es bedeutet wenig.
Christoph Wilhelm Aigner im poet-Gespräch