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Snorre Björkson  –  Präludium für Josse
Roman | Aufbau 2006
Thomas Weiler    03.05.2007
Snorre Björkson | Präludium für Josse
Abwarten mit Klüntjes-Tee

Nein, Snorre Björkson ist nicht der neue Stern am Krimi-Himmel. Snorre Björkson ist nicht mal Skandinavier. Aber er stammt immerhin aus Deutschlands Norden, der auch in seinem Roman mehr ist als ein bloßer Handlungsort. Präludium für Josse ist im Bachjahr 2000 zunächst als Hörspiel-Produktion in niederdeutscher Mundart für Radio Bremen entstanden. Auch in der Romanfassung finden sich entsprechende sprachliche Einsprengsel – da wird gesmökt, Pfannekuchen mit Pindakaas gegessen und vor allem reichlich Tee mit Klüntjes getrunken. Und abgewartet.

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Giorgio Bassani  –  Ferrareser Geschichten
Wagenbach, Neuauflage 2007
Gisela Trahms    01.05.2007
Giorgio Bassani | Ferrareser Geschichten
Die Stimme der Stadt

Soeben sind bei Wagenbach zwei Bücher eines italienischen Autors neu aufgelegt worden, der aus Deutschland zu verschwinden drohte: Giorgio Bassani. Neben der Brille mit dem Goldrand (als SALTO) gibt es nun glücklicherweise auch die Ferrareser Geschichten wieder (in der Reihe Italien bei Wagenbach). Sie öffnen gleichsam die Stadttore zu einem der mythischen Orte der Literatur: Ferrara.

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Norbert Hummelt  –  Totentanz
Gedichte | Luchterhand 2007
Gisela Trahms    24.04.2007
Norbert Hummelt | Totentanz
Tod und Leben, Feld bei Holzheim

Wer nach dem Tod der Eltern durch das leere Haus wandert, sieht die vertrauten Personen noch in den kahlen Zimmern sitzen und glaubt aus ihrem Gemurmel erhorchen zu können, wer er ist.

Norbert Hummelts Gedichte wirken wie Besuche in solchen Räumen. Sie gehen gleichsam auf Zehenspitzen, leise und sehr ebenmäßig, was sich schon optisch zeigt. Zeilen von gleicher Länge formen Textblöcke, die strikte Kleinschreibung egalisiert die Wörter und das abkürzende ‚u.' verleiht ihnen den täuschenden Charakter flüchtiger Notate.

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Jens Wonneberger  –  Die Pflaumenallee
Roman | Steidl 2006
Axel Helbig    12.04.2007
Jens Wonneberger | Die Pflaumenallee
Enragiertheit im Konjunktiv

Jens Wonnebergers fünfter Roman ist ein sprachgewaltiges Buch und zugleich eine große Einsamkeitsmetapher. Mit einem von der ersten bis zur letzten Zeile durchgehaltenen Sprachfluss zieht Wonneberger den Leser immer tiefer in die Erzählung hinein. Man erliegt – wie bei den Büchern Joseph Roths – geradezu einem Sog, dem man sich forthin nur schwer entziehen kann. Solche Lektüren kann man nur in einem Zug absolvieren.

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Renatus Deckert (Hrsg.) – Das erste Buch
Suhrkamp 2007
Katharina Bendixen    07.04.2007
Renatus Deckert (Hrsg.) | Das erste Buch |  Schriftsteller über ihr literarisches Debüt
Literaturgeschichte von innen

Michael Lentz bezeichnet sein erstes Buch als »sympathisch verworrenen Mis«t, Norbert Hummelt findet den Titel seines ersten Gedichtbands knackige codes »hip und unsympathisch«, Adolf Endler geht sogar so weit, demjenigen zehn Euro zu versprechen, der ihm ein signiertes Exemplar seines »verlogen-pathetischen« Erstlings Weg in die Wische zu einer Lesung mitbringt. Über einhundert Autoren wurden gebeten, einen neuerlichen Blick auf ihr literarisches Debüt zu werfen.

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Tschingis Aitmatow –  Der Schneeleopard
Roman | Unionsverlag 2007
Dietmar Jacobsen    04.04.2007
Tschingis Aitmatow | Der Schneeleopard | Dietmar Jacobsen
Die Zeit der Märchen ist vorbei
Tschingis Aitmatow kritisiert in einer dramatischen Ballade das heutige Russland

An einen neuen Text von Tschingis Aitmatow, Jahrgang 1928 und seit dem Erscheinen seiner Erzählung Dshamilja Ende der fünfziger Jahre weltberühmt, geht man mit einer ganz bestimmten Erwartungshaltung heran. Zumal der heute als Botschafter der Republik Kyrgyzstan in Brüssel residierende Autor seit zehn Jahren keinen Roman mehr vorgelegt hat. Aber man erinnert sich natürlich noch an all jene wunderbaren Bücher, die von dem poetischen Können des Kirgisen zeugen.

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Christoph Hein – Frau Paula Trousseau
Roman | Suhrkamp 2007
Katharina Bendixen    02.04.2007
Christoph Hein | Frau Paula Trousseau
Schwatzhafter Realismus

Eine Paula aus der DDR kennt man schon: die resolute, selbstbewusste Protagonistin aus Ulrich Plenzdorfs Film Die Legende von Paul und Paula. Christoph Hein stellt ihr in seinem neuen Roman Frau Paula Trousseau nun eine nicht weniger selbstbewusste Namensgefährtin zur Seite: die Malerin Paula, die gegen alle Widerstände ihrer Eltern und ihres Mannes in Berlin-Weißensee Kunst studiert ...

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Thomas Lang –  Unter Paaren   C.H. Beck 2007
Iris Radisch – Die Schule der Frauen   DVA 2007
Dorothea Gilde    19.03.2007
Thomas Lang | Unter Paaren
Die Liebeskatastrophe der Qualverwandtschaften

Über den neuen Roman von Thomas Lang ist viel geschrieben worden. Wäre da nicht eine andere Neuerscheinung, die zur Gegenüberstellung mit Lang anregte und deren inhaltliche Beziehung zum Roman Unter Paaren nur auf den ersten Blick zufällig ist: Iris Radisch Sachbuch Die Schule der Frauen.

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Alaa al-Aswani –  Der Jakubijân-Bau
Lenos 2007
Dietmar Jacobsen    15.03.2007
Alaa al-Aswani | Der Jakubijân-Bau | Dietmar Jacobsen
Ein Haus in Kairo oder
Wieviele Schicksale passen unter ein Dach?


Dies ist kein Buch zum Film. Denn es war eher da und sorgte in der arabischen Welt schon für Aufsehen, bevor der 2005 auch auf der Berlinale gezeigte Streifen The Yacoubian Building von Regisseur Marwan Hamed auf seine Existenz aufmerksam machte. Nun ist der ägyptische Bestseller also auch im deutschen Sprachraum erhältlich... Und es sind diesem Roman – das sei auch gleich gesagt – viele Leser zu wünschen, weil er auf außerordentlich gekonnte Weise fesselt, unterhält und informiert.

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Kritik 43
Kritiken zu Gedichten, Romanen und Erzählungen
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Ich habe ja damals wirklich unmit­tel­bar nach dem Tod Ernst Jandls an diesem Requiem zu schreiben begon­nen, ich muss­te es tun, ich hatte ja sonst nichts mehr, überhaupt nichts mehr, alles war ja verloren­gegangen, also fing ich wie ver­rückt zu schreiben an, das Schreiben als einziges Über­lebens­mittel
Friederike Mayröcker im poet-Gespräch


Ich sehe mich nicht in erster Linie als Autor oder Schriftsteller. Diese Bezeichnung ist mir fremd. Ich habe etwas ge­schrie­ben, und das ist publiziert worden, aber dieses umfassende Gefühl, dass ich Schriftsteller sei, fehlt mir. Wenn man schreibt, dann wird man eben so bezeichnet, doch es bedeutet wenig.
Christoph Wilhelm Aigner im poet-Gespräch