poetenladen    poet    web

●  Sächsische AutobiographieEine Serie von
Gerhard Zwerenz

●  Lyrik-KonferenzDieter M. Gräf und
Alessandro De Francesco

●  UmkreisungenJan Kuhlbrodt und
Jürgen Brôcan (Hg.)

●  Stelen – lyrische GedenksteineHerausgegeben
von Hans Thill

●  Americana – Lyrik aus den USAHrsg. von Annette Kühn
& Christian Lux

●  ZeitschriftenleseMichael Braun und
Michael Buselmeier

●  SitemapÜberblick über
alle Seiten

●  Buchladenpoetenladen Bücher
Magazin poet ordern

●  ForumForum

●  poetenladen et ceteraBeitrag in der Presse (wechselnd)

 
Saša Stanišić  –  Wie der Soldat das Grammofon repariert
Roman | Luchterhand 2006
Katharina Bendixen    14.09.2006
Saša Stanišić | Wie der Soldat das Grammofon repariertKrieg und Spiel

Am Beginn und am Ende steht der Tod des Großvaters Slavko – einmal sein Begräbnis, das andere Mal die Rückkehr zu seinem Grab, beschrieben aus der Sicht seines Enkels Aleksandar. Großvater Slavko ist scheinbar der letzte Bewohner der bosnischen Stadt Višegrad, der eines natürlichen Todes stirbt, denn kurze Zeit nach seinem Begräbnis werden Titos Bilder aus den Schulen entfernt, dann bricht in Višegrad und in Aleksandars Welt der Bosnien-Krieg herein.

weiterlesen  

Günter Grass  –  Beim Häuten der Zwiebel
Autobiografie | Steidl 2006
Anne Rabe    12.09.2006
Günter Grass | Beim Häuten der ZwiebelDurch die Zwiebel gesagt: sich die Hände waschen!

Zugegeben: Günter Grass war Mitglied der Waffen-SS. Das wurde zuerst am heimischen Küchentisch, dann in der FAZ und zum Glück auch noch bei Wickert, dem neuen Late-Night-Spezialisten für Gegen­warts­literatur, betont. Ja, wir wissen es alle, der Mann mit der Pfeife (wo hatte er diese übrigens als er sich so nichts sagen wollend neben Wickert in einen Sessel verkroch?) war dabei: Mit wehenden Fahnen zog es das Muttersöhnchen in den Kampf, bereit für den Endsieg sein Leben zu lassen.

weiterlesen  

Daniel Glattauer  –  Gut gegen Nordwind
Roman | Deuticke 2006
Dorothea Gilde    07.09.2006
Daniel Glattauer | Gut gegen NordwindDie KaMAILiendame oder die Leiden des Leo Leike

Gut gegen Nordwind – klingt nach Omas Hausrezepten. Als Titel also nicht ganz flott. Der Inhalt dafür umso mehr. Erstaunlich insgesamt im guten Sinne. Denn was sich zwei Menschen auf 224 Seiten schreiben, sind E-Mails. E-Mails? Man stutzt und ist ein wenig irritiert. Sollte Mailen schon literaturfähig und -würdig sein? Daniel Glattauer jedenfalls hat es geschafft.

weiterlesen  

Peter Stamm  –  An einem Tag wie diesem
Roman | S. Fischer 2006
Dorothea Gilde    22.08.2006
Peter Stamm | An einem Tag wie diesemDie Welt, wie sie immer gewesen war

Die Longlist des Deutschen Buchpreises 2006 ist erschienen. Wie erwartet enthält sie Bekanntes und Neues. Zu den bekannten Büchern gehört Ilija Trojanows Der Weltensammler, preisgekrönt auf der Leipziger Buchmesse 2006. Auch Judith Kuckarts Kaiserstraße reiht sich zum zweiten Mal in die Vorschlagsliste ein. Neu hingegen ist Peter Stamms Roman An einem Tag wie diesem.

weiterlesen  

Hans Magnus Enzensberger  –  Josefine und ich
Erzählung | Suhrkamp 2006
Andreas Heidtmann    12.08.2006
Hans Magnus Enzensberger | Josefine und ichDichterdämmerung

Hans Magnus Enzensbergers Erzählung Josefine und ich – eine der wenigen Prosaarbeiten des Lyrikers – ist die literarische Enttäuschung des Sommers 2006. Im Zeit-Feuilleton bekennt Jens Jessen, dass es ihm wachsende Kraft gekostet habe, auch nur die Seiten des Buches umzublättern. Volker Weidermann spottet über „Tante Hans Magnus“, und in der Neuen Zürcher Zeitung liest man von Pappfiguren, an deren Mündern Sprechblasen kleben.

weiterlesen  

John Updike  –  Landleben
Roman | Rowohlt 2006
André Hille     24.07.2006
John Updike | LandlebenEros versus Tod
John Updikes Roman Landleben ist eine Erinnerungsorgie und erzählt zugleich eine uramerikanische Biografie

Das Ganze beginnt mit einem leisen Hauch von Ulysses. Ein Mann im Bademantel rasiert sich am Morgen, die Gedanken schweifen ab und erzählt wird schließlich, aus diesem Moment heraus, ein ganzes Leben. Owen, ein ehemals erfolgreicher Computeringenieur, blickt auf die 70 Jahre seines Lebens zurück – ein Leben, das sich um Computer, Kleinstädte, vor allem aber um die Frauen drehte.

weiterlesen  

Andreas Altmann  –  das langsame ende des schnees
Gedichte | Rimbaud 2005
Axel Helbig     21.07.2006
Andreas Altmann | das langsame ende des schneesSehen und Schweigen
Andreas Altmanns Archäologie der Sinnlichkeit

Es gibt Bücher, die einen in eine schwer erklärbare Unruhe versetzen können. Beim Lesen von Franz Kafkas „Betrachtung“ mußte ich dieses Buch zuweilen aus der Hand legen, als könnte es mich verbrennen. Nach der Lektüre von Joseph Roths „Rebellion“ war ich geradezu schmerzhaft wach und versucht, über einen längeren Spaziergang Ruhe und Klarheit zurückzugewinnen. Ähnlich erging es mir mit Samuel Becketts „Molloy“. Allein, es gelang mir nicht. Die Gedanken zirkulierten unaufhaltsam weiter. Immer war es die Sprache, die dieses bewirkte. Ich sage dies, weil es mir soeben ähnlich ging: beim Lesen von Andreas Altmanns neuem Gedichtband „das langsame ende des schnees“.

weiterlesen  

Olaf Schmidt  –  Friesenblut
Roman | Eichborn Berlin 2006
André Hille     19.07.2006
Olaf Schmidt | FriesenblutKunsthistorisches vom Rande Deutschlands

Ein lang verschollenes Bild taucht auf. Es ist ein Fragment der Stillen Hochzeit des von manchen als Genie, von anderen als Provinzmaler bezeichneten Föhrer Malers Oluf Braren. Der Kunsthistoriker Anselm, der über Braren promoviert und ebenfalls auf Föhr aufgewachsen ist, macht sich auf den Weg in seine alte Heimat. Erregt über den Fund und die Chance, die dieser für seine Karriere bedeutet, begutachtet er das vergilbte Blatt, doch als er es am nächsten Tag noch einmal in Augenschein nehmen will, ist es verschwunden.

weiterlesen  

 

 
 
Kritik 49
Kritiken zu Gedichten, Romanen und Erzählungen
Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | 32 | 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | 38 | 39 | 40 | 41 | 42 | 43 | 44 | 45 | 46 | 47 | 48 | 49 | 50 | 51 | 52 | 53 | 54 | 55

Ich habe ja damals wirklich unmit­tel­bar nach dem Tod Ernst Jandls an diesem Requiem zu schreiben begon­nen, ich muss­te es tun, ich hatte ja sonst nichts mehr, überhaupt nichts mehr, alles war ja verloren­gegangen, also fing ich wie ver­rückt zu schreiben an, das Schreiben als einziges Über­lebens­mittel
Friederike Mayröcker im poet-Gespräch


Ich sehe mich nicht in erster Linie als Autor oder Schriftsteller. Diese Bezeichnung ist mir fremd. Ich habe etwas ge­schrie­ben, und das ist publiziert worden, aber dieses umfassende Gefühl, dass ich Schriftsteller sei, fehlt mir. Wenn man schreibt, dann wird man eben so bezeichnet, doch es bedeutet wenig.
Christoph Wilhelm Aigner im poet-Gespräch