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Olga Tokarczuk – Der Gesang der Fledermäuse
Roman | Schöffling 2011
Tillmann Severin    09.09.2011
 
Wildes Denken am Computer

Es gab ein mal ein Land, das so groß war wie kein anderes und um das noch viele kleine Satel­liten­staaten kreisten. Die Grenze des ganzen Gebietes, das durch den Warschauer Vertrag geeint war, lief mitten durch Europa. Die eine Seite war gut und die andere böse, je nachdem, wo man war. – Das große Land gibt es nicht mehr, der Eiserne Vorhang ist gefal­len und ein Teil des Gebietes gehört nun zur grenzen­losen EU.

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Jan Volker Röhnert – Notes From Sofia
Edition Azur 2011
Christian Lorenz Müller    07.09.2011
 
Wo ein Kopfschütteln ein Ja bedeutet

Wer schon einmal durch Bulgarien gereist ist, wird sich gut daran erinnern, dass ein Nicken dort ein Nein und ein Kopfschütteln ein Ja bedeutet. Dies führt am Anfang dazu, dass der Tourist der ständigen Miss­verständ­nisse wegen seine eigene Körpersprache zu hinterfragen beginnt. Wer auf keinen Fall etwas falsch machen will, wird sich eine Gestik angewöhnen, die nicht von spon­tanen Emo­tionen, sondern vom Nach­denken geleitet wird.

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Michel Houellebecq – Karte und Gebiet
Roman | DuMont Buchverlag 2011
Dietmar Jacobsen    23.08.2011
 
Ein „Chamäleondasein“
Michel Houellebecqs neuer Roman überrascht durch Humor und mehr Gelassenheit, als man diesem Autor je zugetraut hätte

Aus Frank­reich stammt das Gerede vom „Tod des Autors“. Und jetzt hat es tat­säch­lich mal einen erwischt. Einen Fran­zosen, versteht sich. Dass es ausge­rechnet Houellebecq ist, Michel Houellebecq, der Provokateur, das enfant terrible der franzö­sischen Gegen­warts­literatur – ehrlich, wen wundert das? Denn der Mann stand doch nun wirklich ganz oben auf sämtlichen Hasslisten.

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Andrej Gelassimow – Durst
Kurzroman | Suhrkamp Verlag 2011
Dietmar Jacobsen    04.08.2011
 
Sehnsucht nach Leben
Andrej Gelassimow erzählt in Durst von den Traumata der Tschetschenien-Kriege

Kostja ist ein Tschetschenienveteran. Im ersten Krieg um die Unabhängigkeit der kleinen Kaukasusrepublik von der Moskauer Zentralregierung hat es ihn erwischt. Nahe Grosny geriet der Panzer, in dem er zusammen mit fünf anderen saß, in einen Hinterhalt. Und weil es so schien, als sei Kostja tot, hat ihn sein Kumpel Serjoga als Letzten aus dem brennenden Fahrzeug gezogen.

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Jason – Hemingway
Comic | Reprodukt 2011
Mario Osterland    26.07.2011
 
Sieh mal! Da ist James Joyce!

Wir sind in den 1920er Jahren in Paris. Ezra Pound und Ernest Hemingway begegnen einander auf der Straße. Ezra will mit Hem einen trinken gehen, doch der ist bereits mit Gertrude Stein verabredet. Man sieht sich. Ein paar Schritte weiter trifft Ezra auf F. Scott Fitzgerald.

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Simon Armitage – Zoom!
Gedichte | Übersetzung: Jan Wagner | Berlin Verlag 2011
Antonín Dick    21.07.2011
 
Lippen im Briefschlitz
Und es hat »Zoom!« gemacht: Das Debüt des englischen Lyrikers Simon Armitage ist nach 22 Jahren auf Deutsch erschienen

Wo soll man diese Gedichte lesen? Winters etwa im Dienstabteil eines fahrenden Fernzugs, zur Zeit besser nackt auf einer Brandmauer hoch über der Stadt. Oder auf der Straße vor einem Knast.

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Sacha Sperling – Ich dich auch nicht
Roman | Piper Verlag 2011
Dietmar Jacobsen    04.07.2011
 
„Ich gehöre zufällig zu den Coolen …“
Der junge französische Autor Sacha Sperling debütiert mit einem gekonnt geschriebenen Roman über die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens

Eigentlich wollte ich Romane, die von ihren Verlagen vermarktet werden wie dieser, nicht mehr lesen. Wozu braucht man schon, wenn man seit ein paar Jahr(zehnt-)en erwachsen ist, Hege­manniaden voller Pseudotiefsinn? Reichen ein paar Seiten Clemens J. Setz, ein Kapitel Verena Rossbacher, zwei, drei Geschichten von Marie T. Martin oder Hanna Lemke nicht aus, um sich über den Themen­kosmos ernsthafter junger Autoren unserer Tage ins Bild zu setzen?

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Hans-Eckardt Wenzel – Seit ich am Meer bin
Gedichte | Matrosenblau Verlag 2011
Michael Wüstefeld    22.06.2011
 
Zwischen Freirhythmik und Reimzwang


Hans-Eckardt Wenzel, 1955 bei Witten­berg geboren, gehört längst zu einem der produk­tivsten und popu­lärsten Liedermacher deutscher Zunge und Lunge. Allein seit 1994 erhielt er für seine Produk­tionen achtmal den Preis der Deutschen Schall­platten­kritik. Aber hier gilt es nicht, eine neue Wenzel-CD zu vermelden, sondern einen Wenzel-Gedichtband.

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Marica Bodrožic – Quittenstunden
Gedichte | Otto Müller Verlag 2011
Michael Wüstefeld    22.06.2011
 
Ach was, das sind Gedichte?


Das Buch ist mit 68 Seiten angenehm schmal. Es versammelt 25 Texte. Sie werden als Gedichte bezeichnet. Beinahe jeder der „Gedicht“ genannten Texte bean­sprucht mehrere Seiten. Der kürzeste Text hat 17 Zeilen, die keine Verse sind. Vier Zeilen daraus gehen so: „heute hat er dich geküsst/ so wolltest du schon immer geküsst werden/ aber damals hast du nicht gewusst/ wie du schon immer geküsst werden wolltest“.

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Max Frisch – Neues und Altes von und über einen modernen Klassiker
Sammelrezension | Suhrkamp, Nagel & Kimche
Dietmar Jacobsen    17.06.2011
 
Mit der Ordnung des Schreibens wider die Unordnung der Welt
Am 15. Mai jährte sich zum hundersten Mal der Geburtstag von Max Frisch –
Neues und Altes von und über einen modernen Klassiker

Von einem modernen Klassiker zu reden, dürfte im Falle des Schweizers Max Frisch (1911 – 1991) nicht falsch sein. Zusammen mit seinem Landsmann Friedrich Dürrenmatt (1921 – 1990) dominierte er über Jahr­zehnte hinweg das Bild, welches man sich in der Welt von der deutschsprachigen Literatur des Alpenlandes machte. Seine Werke sind rund um den Globus in zahlreichen Übersetzungen greifbar.

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Kritik 5
Kritiken zu Gedichten, Romanen und Erzählungen
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Ich habe ja damals wirklich unmit­tel­bar nach dem Tod Ernst Jandls an diesem Requiem zu schreiben begon­nen, ich muss­te es tun, ich hatte ja sonst nichts mehr, überhaupt nichts mehr, alles war ja verloren­gegangen, also fing ich wie ver­rückt zu schreiben an, das Schreiben als einziges Über­lebens­mittel
Friederike Mayröcker im poet-Gespräch


Ich sehe mich nicht in erster Linie als Autor oder Schriftsteller. Diese Bezeichnung ist mir fremd. Ich habe etwas ge­schrie­ben, und das ist publiziert worden, aber dieses umfassende Gefühl, dass ich Schriftsteller sei, fehlt mir. Wenn man schreibt, dann wird man eben so bezeichnet, doch es bedeutet wenig.
Christoph Wilhelm Aigner im poet-Gespräch