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Christophe Fricker
Larkin Terminal

Über Christophe Frickers Reiseessays
Kurzkritik
Christophe Fricker: Larkin Terminal   Christophe Fricker
Larkin Terminal
Von fremden Ländern und Menschen
Plöttner Verlag, 2009
144 Seiten, 14.90 Euro

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„Freiheit besteht nicht nur darin, tun zu können, was man will, sondern auch darin, nicht verstehen zu müssen, was man tut. Bewegung kann sich selbst genügen.“ Der das schreibt, ist ein junger Dichter, Christophe Fricker, geboren 1978. Gerade erschienen ist sein neues, zweites Buch „Larkin Terminal“, gesammelte Essays eines leiden­schaft­lichen Reisenden. „Mit neunzehn wollte ich über eine dieser Autobahnen mein neun­zehntes Jahrhundert verlassen“, schreibt er in einer Art Liebes­erklä­rung an seinen Heimatort Wiesbaden, an seine gepflegte großbürgerliche Herkunft, so als wolle er diese verteidigen. Der überaus intelli­gente junge Mann, der mit 20 be­schlossen hatte, auf jedem Kontinent einmal studieren zu wollen, hat seine lakonischen Essays chronologisch angeordnet. Verhetzt, rastlos klingen noch seine frühen Erfahrungen in Windhuk: „Warte nur noch dies tage/ Sie entscheiden/ Ob du leiden/ Oder ob du glück erwirbst“, zitiert er ein Gedicht von Stefan George, das ihn in Südafrika begleitet hat. Gereifter scheint der Essayist in Myanmar: „Diese Tour soll meine Feuer­probe werden.“ Allzu­typisches von Ruck­sack­touristen erzählt Fricker ebenso wie von der poli­tischen Lage: „Er flüstert, sie wollten hier in der Stadt nichts haben, was als Menschen­ansamm­lung Unruhe stiften könnte. Selbst die Bus­bahnhöfe seien in die Außen­bezirke verlegt.“

Wie die Prota­gonisten Hermann Hesses, so ist Fricker unterwegs auf der Suche nach sich selbst und dem Sinn des Reisens. Klug hat er seine Essays angeordnet, denn immer mehr scheint der Reisende zur Ruhe zu kommen, sich im Unterwegs-Sein selbst zu finden. Ganz bei sich selbst ist Christophe Fricker, wenn ihn Gedichte begleiten, etwa bei seiner Reise zu dem Lyriker Dick Davis, „um Metren zu lernen, die ich in meinen eigenen Gedichten zur Sprache bringen will.“ Und so zitiert der polyglotte, sich an der Weltliteratur orientierende Christophe Fricker, den amerikanischen Lyriker: „Mit jedem Gedicht versuche ich, es besser zu machen. Eine Erfahrung noch wahrhaftiger zu bewahren. Aber es gelingt nie ganz. Die Dichtung ist zu groß, zu weit über uns. Es bleibt immer ein Rest von Unehrlichkeit gegenüber dem, was ist, was war und was sein kann.“
Matthias Kehle    07.12.2009    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
Matthias Kehle
Lyrik