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Münchner Reden zur Poesie
Herausgegeben von Ursula Haeusgen und Frieder von Ammon
Publikationen im Lyrik Kabinett München
Redaktion im poetenladen: Walter Fabian Schmid

Friedhelm Kemp
Gen Unverklungen


Walter Fabian Schmid zu Friedhelm Kemps Münchner Poesierede (Lyrik Kabinett)

„Das Gedicht ist unser Eigentum nicht als besitzbarer Gegenstand, sondern als erfahr­barer Zustand, als Ereignis hic et nunc.“ Kemp geht in seiner Rede Gen Unver­klungen davon aus, dass Gedichte ihre eigene reale Präsenz besitzen und den Leser zum Mitvoll­zug anstiften. Dieser verwand­le dann aber auch das alltägliche Erleben des Lesers: „Welt als wahr­genommene wird evoziert, um unsere Welt als erlebte zu modi­fizieren.“ Dabei geraten die Gedichte in ein herme­neutisches Wechselspiel zwischen ihrem abge­schlos­senen Zustand und ihrem wandelnden Fort­bestehen, wie schon das von Celan ent­liehene Titelwort „Unver­klungen“ hörbar macht. Für Kemp trägt jeder Leser solch ein „unver­klungenes“ Gedicht in sich herum, das fortdauernd wirkt.

Die Eigenrealität von Gedichten unter­breitet ein reich­haltiges Angebot von Welt-, Gedanken- und Gefühls­aneignung; und so macht es sich der Redner in subtilen Unter­suchungen ver­schie­dener Sprech­weisen heimisch in den Ge­dich­ten und macht sie heimisch für sich. In der empathisch-empha­tischen Rede breitet der Kultur­speicher Kemp seinen Erfah­rungs­schatz aus und legt zugleich eine kleine Lyrik­anthologie vor. Von Celan über Goethe und Ungaretti bis zu Robert Frost, Paul Claudel, Jacques Réda, Peter Gan, Ludwig Greve und Wallace Stevens begibt sich Kemp aus der Bewegung der Gedichte heraus auf Deutungs­suche, wobei seine sinnliche Anschauung die Reflexion auslöst; bevor er mit Philippe Jaccottet „unverklungen“ ausklingt: „die Lampe brennt/ und einer sitzt und liest und liest“.

Walter Fabian Schmid



Einleitung und Einführung zum Autor von Frieder von Ammon

„Meine Damen und Herren, ich begrüße Sie herzlich zur dritten unserer Münchner Reden zur Poesie ...“

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Friedhelm Kemp | 1

„Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde ...“

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Friedhelm Kemp | 2

„Nun gibt es freilich ein Bedürfnis, das, was uns heute betrifft, zu unterscheiden von dem ...“

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Friedhelm Kemp | 3

„Ein nicht minder von Anschauung gesättigtes Gedicht ... “

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Friedhelm Kemp | 4

„Über Geheimnisse zu orakeln, ist höchst unbekömmlich ...“

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Friedhelm Kemp | 5

„Large Red Man Reading ...“

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  Friedhelm Kemp
Gen Unverklungen
Münchner Reden zur Poesie III
Herausgegeben von Ursula Haeusgen und Frieder von Ammon
35 Seiten, 12 Euro

Zu beziehen ist die Rede über das Lyrik Kabinett



Friedhelm Kemp wurde 1914 in Köln geboren. Er übersetzte u.a. Gérard de Nerval, Charles Baudelaire, Charles Péguy, Simone Weil, Jean Paulhan, Yves Bonnefoy und Philippe Jaccottet. Als Herausgeber edierte er die Werke von Baudelaire, Saint-John Perse, Marcel Jouhandeau, Clemens Brentano. Rahel Varnhagen, Else Lasker-Schüler, Konrad Weiß und Peter Gan. Er war Verlagslektor und Leiter der literarischen Abteilung des Bayerischen Rundfunks, Honorarprofessor für Komparatistik in München und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter: Officier de l'Ordre des Arts et des Lettres (1996), Joseph-Breitbach-Preis (1998), Horst-Bienek-Preis für Lyrik (2007).



 

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