Katharina Hartwell, einzige Frau und mit 25 Jahren zugleich Jüngste unter den Finalisten, siegte gestern in der Endrunde im Leipziger Haus des Buches und erhielt den mit 5000 Euro dotierten ersten Preis für ihre Kurzgeschichte: „Aber man hat ja noch den Sicherheitsgurt“.
Platz zwei (3000 Euro) ging an
Andreas Stichmann, Jahrgang 1983, für
Warum schon wieder Watan und Platz drei (2000 Euro) erreichte Stefan Petermann, Jahrgang 1978, mit seiner grotesken Kurzgeschichte
Hager. Petermann erhielt zugleich den mit 1000 Euro dotierten Publikumspreis.
Katharina Hartwell aus Köln, Jahrgang 1984, studiert in Frankfurt/Main Anglistik, Amerikanistik und Gender Studies. Sie ist in Zeitschriften und Anthologien vertreten unter andere in der Großstadtgeschichten-Sammlung
Quietschblanke Tage, spiegelglatte Nächte (poetenladen 2008). 2006 war sie Preisträgerin des Wettbewerbes
Junges Literaturforum Hessen-Thüringen des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.
Der Wettbewerb überzeugte nicht zuletzt durch eine hochkarätiger Final-Jury nach den eher regionalbetonten Zusammenstellungen der letzten Jahre. Mitglieder der Abendjury waren beim 15. MDR-Wettbewerb: Clemens Meyer (Jury-Sprecher), Maike Albath, Kathrin Schmidt, Heike Geißler, Thorsten Ahrend und Michael Faber.
In ihrer Siegergeschichte erzählt Katharina Hartwell von einem Geschwisterpaar auf der Heimfahrt zum Geburtstag der Mutter. Der Bruder versucht der Schwester unterwegs mitzuteilen, dass er HIV-positiv ist, der Versuch misslingt. Einfühlsam erzählt die Autorin im Wechsel der Perspektiven von Schwester und Bruder über die Sprachlosigkeit zwei sich eigentlich nahe stehenden Menschen im Angesicht einer todbringenden Krankheit.
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