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Jason
Hemingway
Sieh mal! Da ist James Joyce!
  Kurzkritik
  Jason – Hemingway
Comic, 48 Seiten, Klappenbroschur
Aus dem Französischen von Mireille Onon
Reprodukt, 2011
13 Euro

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Wir sind in den 1920er Jahren in Paris. Ezra Pound und Ernest Hemingway begegnen einander auf der Straße. Ezra will mit Hem einen trinken gehen, doch der ist bereits mit Gertrude Stein verabredet. Man sieht sich. Ein paar Schritte weiter trifft Ezra auf F. Scott Fitzgerald. Er hat Hemingway knapp verpasst. Macht aber nichts, sie sind sich vorhin schon einmal begegnet. Ezra will mit Scott einen trinken gehen. Keine Zeit, er will sich von Man Ray fotografieren lassen. Da geht auf einmal James Joyce vorüber. Beide winken. Er hat sie nicht gesehen.

Ezra, Hem, Scott und James sind Comiczeichner. Sie zeichnen kurze Strips für Zeitungen und schlagen sich irgendwie durch. Gertrude Stein gibt hilfreiche Tipps zur Verbesserung ihrer Kunst. Nicht aber zur Frage wie die nächste Monatsmiete bezahlt werden soll. Die vier Zeichner sind frustriert, doch Hemingway hat einen Plan. Wenn die Comics nichts einbringen, muss das Geld eben auf anderen Wegen beschafft werden. Der Zweck heiligt die Mittel.

Und auf einmal ist der Leser nicht nur mitten drin im alltäglichen Leben der Pariser Bohème, sondern auch in einem rasanten kleinen Thriller um Intrigen, Mord und Verrat. Alles auf knapp 50 Seiten, alles recht karg gezeichnet, dafür aber schön bunt. Doch die Farbe täuscht. Denn der jüngst auf Deutsch erschienene Comic Hemingway des norwegischen Zeichners Jason führt das Problem existenzieller Not vor, das schon mal in die Kriminalität führen kann. Damit man darüber jedoch nicht allzu sehr in Depression verfällt, erzählt Jason die Geschichte eines absurden Banküberfalls in allerbester Pulp Fiction-Manier. Kurzweilig und mit gewagten Schnitten, die man aus dem Kino gewohnt ist, im Comic jedoch nicht unbedingt erwarten würde.

Wie bei jeder guten Story bleibt folglich auch das Ende unvorhersehbar. Aber mal ehrlich. Glauben Sie, dass alles gut gegen kann, wenn Comiczeichner plötzlich zu Bankräubern werden wollen?

Mario Osterland   25.07.2011    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
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