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Theo Breuer

Gedanken · Gänge · Sprünge

Heinz Küpper. Nicht bloß eine Wahrnehmung
 
Essay
      


Das literarische Werk Heinz Küppers, das seit den 1990er Jahren vom Verlag Land­presse resp. Verlag Ralf Liebe betreut wird und zum Teil neu heraus­ge­geben wurde, nach­dem einige Romane viele Jahre lang ver­griffen waren, ver­dient unbe­dingt mehr Auf­merk­samkeit, als ihm zuteil wird. Heinz Küpper war ein Schrift­steller, der Romane mit geschichts- und gesell­schafts­kriti­scher Grun­die­rung schrieb, deren Merkmale fein­körnige, sensible Be­obach­tung, subtile Ironie und span­nende Hand­lung sind. Die Geschichten werden bis­weilen durch einen Kriminal­fall in Bewe­gung gesetzt und befassen sich in erster Linie mit Einzel­schick­sa­len innerhalb der dunklen und rätsel­haften deutschen Ge­schichte seit 1933. »Simplicius 45« (1963, 1997), »Milch und Honig« (1965), »Wohin mit dem Kopf« (1986, 1998), »Zweikampf mit Rot­wild« (1996), »Hermann Rohr und andere« (1998) sowie »Der Zaun­gast« (2002) sind wie »Seelen­ämter« (2000) kraft- und tempe­rament­voll, wort-, detail- und episoden­reich in klar und komplex struk­turier­ten, geschmei­digen Satz­gefügen erzählt – mit einem Humor, der so trocken sein kann wie Euskir­chener Be­gräbnis­kuchen. Da fliegen, wenn nötig, heftig die Fetzen, da kracht es, wenn nötig, gewaltig im Gebälk.

Kiesel & Kastanie · S. 23

Wörter · Worte

Möglicherweise liege ich mit den sich anschließenden Bemerkungen zur Literatur, zur Spra­che, zu Heinz Küpper sowie einigen anderen Personen und Phäno­menen ›haarscharf‹, viel­leicht sogar ›meilenweit‹ daneben. Viel­leicht aber auch treffen die Worte, die Wörter mit­unter des Pudels Kern. Oder sollte ich besser schrei­ben: ›mei­ne‹ Worte, ›mei­ne‹ Wörter? Können Worte, Wörter ›mein‹ sein? Sodann: ›Kern‹? Im Kern geht es beim Sprechen, Schreiben oder Schweigen, an­geb­lich, um ›Wahrheit‹ oder deren Unter­drückung, Ver­schlei­erung. Ist das ›wahr­haftig‹ so? Frei­mü­tig ge­ste­he ich: Ich weiß es nicht und weiche schon wieder ins Wort­spiel aus. Enough. Enough now.
Wie unscharf ich spreche und schreibe: kein Ver­gleich mit den bisweilen so eifel­berg­bach­wasser­klaren Gedanken, die das Gehirn durchströmen, wenn ich an die Dinge denke, die gerne von mir bedacht sein wollen. Die Wörter, was sind die ›Wör­ter‹? Wo treffen sie wirklich seinmal? Sobald sie in Rudeln auftreten, das kennen wir vom mensch­lichen Geschlecht, ver­blas­sen sie vollends, gehen in der Masse unter. »Du flüchtest in Redens­arten und Meta­phern: gleich im ersten Satz schon dreimal«, gibt Kraus zu bedenken, und auch ich lege die Stirn in Falten.


Polen

Heinz Küpper (1930–2005), Autor mit kerniger Sprache, ist immer bei mir. Dem war nicht immer so. Heinz Küpper erlebe ich erstmals am 20. Oktober 1994 in dem malerischen Eifeldorf Nideggen, genauer gesagt auf der Burg Nideggen, wohin der Rhein-Eifel-Mosel Verlag (mit Sitz in Pulheim bei Köln) eingeladen hat, um den von Jochen Arlt heraus­gege­benen Sammel­band Leben – alle Tage. 2. Eifel-Lesebuch vor­zustellen. Bis zu jenem Tag habe ich natürlich oft von Heinz Küpper gehört oder spora­disch etwas über ihn gelesen, aber ich kenne keinen Roman, keine Erzählung, nicht einmal einen der vier im deut­schen Fern­sehen aus­ge­strahl­ten Filme, zu denen er die Dreh­bücher verfaßt hat. Oder doch? Ich erinnere mich nicht. Jedenfalls: Küpper liest und liest und liest und liest. Neben sieben weiteren Autoren gehöre auch ich zu denen, die ein­geladen sind, Zeilen und/oder Verse vor­zutragen. Küpper aber hat die Mit­streiter offen­bar völlig vergessen, während er mit ein­schlä­fernder Stimme immer noch liest und liest. Ich hin­gegen werde niemals den Groll ver­gessen, den ich an jenem Abend gegen diesen Menschen hege, und als ich kürzlich vom ersten Satz weg die von Küpper in Nideggen gelesene Geschichte Polen wie­der­erkenne, die den Band Hermann Rohr und andere. Erzäh­lungen vom Rand der Biographie ein­leitet, lächle ich ver­sonnen vor mich hin und denke: Traurig, daß Heinz Küp­per tot ist. (Und nicht erst seit gestern …) Was für ein Schrift­steller. Es ist nicht das erste Mal, daß ich das denke, denn nach jenem Nideg­gener Abend lese ich nach und nach (bis auf einen) alle Romane dieses knor­rigen Küpper, der sich als Autor nie beirren und sich also auch in Nideggen nicht aus der Ruhe bringen ließ. Nein, Küpper zog ›sein‹ Ding durch, und das Publikum saß und schwieg.


Man liest ein Buch …

Lebenslänglich habe ich mich mit Vorliebe in die fact and fiction verschmelzenden Bücher der schönen Literatur versenkt, je tiefer, um so besser, je öfter, um so lieber, habe sie geschlürft wie Milch mit Honig. (Reich bin ich durch ich weiß nicht was, / man liest ein Buch und liegt im Gras. Das erlaube ich mir mit den Worten Robert Walsers aus­zu­sprechen, denn so war das, und so ist das. Robert Walser? Wer hat ihn zu Lebzeiten zur Kenntnis ge­nommen, gar gelesen? Den Fall Hölderlin gibt's nicht nur einmal.) Nach und nach hat das zu einer nicht unbe­trächt­lichen Sammlung geführt, die ich ein paar Zeilen lang aus dem Blickwinkel der Lücke, zu der mir ›grund­sätzlich‹ der Mut fehlt, wie Bensch immer mal gern anmerkt, betrach­ten will. (Vor wenigen Sekunden habe ich noch keine Ahnung, daß ich diesen Gedanken in diesem Satz so und nicht anders formu­lieren werde. Es ist wie immer, wenn ich schreibe: Ich bereite das zu behan­delnde Thema in der Regel lange vor: tage-, wochen-, monatelang. Im vor­lie­genden Fall sind es – mindes­tens – einige Wochen. Sobald ich mit dem Schrei­ben be­ginne, ver­flüchtigt sich die Mehr­zahl der voraus­gedachten Formu­lie­rungen, verneigt sich (demütig, ehr­fürchtig, furchtsam?) vor der sich kolossal breit­machen­den Gegen­wart, die ich selten stärker emp­finde als in solchen Augenblicken. Alles ver­blaßt, und vertraute Menschen, die den Raum be­tre­ten, werden zu Fremden, zu Stören­frieden, denen ich kaum einen Blick zu­werfe, wo wir doch einem Hund, der uns jammer­voll anblickt, wenigs­tens einen Knochen hin­werfen.)


Von Andersch bis Zeller

Bis 1994 sind die Bücher Heinz Küppers für mich gleichsam unbeschriebene Blätter. In diesem Fall ist mir, im Gegensatz zu vielen anderen Fällen, keines­wegs bewußt, was ich ver­säume. Ich kenne den Namen natürlich, aber da ich keine Tages­zeitung lese, be­komme ich nur gelegentlich und am Rande etwas mit, was mit Heinz Küpper in Zu­sammen­hang steht, wenn etwa der Wochenspiegel einen Hinweis oder gar einen Bericht bringt. Ja, ja, habe ich wohl immer wieder gedacht, was dieser schrift­stel­lernde Deutsch­lehrer aus Bad Münster­eifel, der einst in Bonn und Berlin Germanistik und Geschichte studierte, schon schrei­ben mag. Wird schon nich so doll sein. Und so lese ich weiter unbe­kümmert meine/n Alfred Andersch (den Roman Winterspelt zähle ich zu den stärksten Büchern, deren Ort der Hand­lung die Eifel ist), Jurek Becker, Elias Canetti, Eva Demski, Gisela Elsner, Hubert Fichte, Harald Gröhler, Ernst Herhaus, Franz Inner­hofer, Uwe Johnson, August Kühn, Hans Lebert, Klaus Modick, Hans Erich Nossack, Hanns-Josef Ortheil, Heinz Piontek, Michael Roes, Jochen Schimmang, Uwe Timm, Bernward Vesper, Dieter Wellershoff und Michael Zeller, nicht ahnend, was ich verpasse, indem ich auf die Lektüre der Bücher von Heinz Küpper pfeife.


Provinz

Ich enge literarische Phänomene nicht gern mit Begriffen wie ›experi­mentelle Prosa‹, ›Na­turgedicht‹, ›Liebesroman‹ oder ›Pop­lite­ratur‹ ein. (Herr­liches Para­doxon: So­eben ver­wende ich sie.) Viele dieser Begriffe stimmen hinten und vorne nicht, sagen alles und gar nichts und klammern Ent­schei­dendes aus. Manchem Autor, den man in diese oder jene dieser Schub­laden steckte, wurde das regelrecht zum Ver­hängnis. Trotzdem – nun suche ich tapsend, tastend nach ersten An­nähe­rungen, die Prosa Küppers zu um­schreiben und be­diene mich not­wendiger­weise für ein paar Augen­blicke eines solchen Konstrukts: ›Provinz­literatur‹.
»Sind Heinz Küppers Bücher ›Provinzliteratur‹?« fragt Kraus lauernd, und ich ant­worte geschwind und nehme ihm (für den Moment jeden­falls …) den Wind aus den Segeln: »O ja, sehr gute sogar!« Dubliners von James Joyce, Deutschstunde von Siegfried Lenz, Die Blechtrommel von Günter Grass fallen mir, pars pro toto, als heraus­ragende Beispiele ein, wenn ich den Begriff ›Provinz­literatur‹ denke. Viele große Romane der Welt­literatur sind Pro­vinz­literatur. (›Provinz­literatur‹ ist seit etlichen Jahren im Lite­ratur­betrieb ›in‹. Das hat mit dazu geführt, daß Norbert Scheuers schöne Literatur aus der Eifel im Feuil­leton gerühmt und regelmäßig mit gut dotieren Preisen bedacht wird. Auf diese Weise ist Kall/Eifel zum lite­rarischen Marken­begriff geworden. Jeden Leser, der diesen Prosaband noch nicht gelesen hat, möchte ich ermuntern, das dem­nächst einmal zu tun. Ein gut struk­tu­rier­tes, schroffes Stück Lite­ratur, dessen literarische Qualität im 2009 erschie­nenen Roman Überm Rauschen noch einmal be­stätigt wird. Den Gedichtband Ein Echo von allem, dem ich in Ohne Punkt & Komma. Lyrik in den 90er Jahren, viele Seiten gewidmet habe, emp­fehle ich im selben Atemzug.) Der in Berlin ansässige Autor und Über­setzer Stefan Monhardt schreibt als Reaktion auf die Lektüre von Aus dem Hinter­land. Lyrik nach 2000: »Pro­vinz und Hinter­land sind überall. Auch und gerade in Berlin.« So hat Heinz Küpper Provinz­literatur im mehr­fachen Sinn geschrieben: ange­siedelt in Provinz­städten wie Euskirchen, ange­siedelt in der west­deutschen Provinz Eifel, ange­siedelt im – gemessen an Metropolen wie London, Paris und New York – provinziellen Berlin. Was hätte er stattdessen tun sollen? Die Geschichten – ›seine‹ Ge­schich­ten – liegen doch überall in den hinter­ländi­schen Gossen herum. Küpper hat die Sprache dafür, also nichts wie ran an den Speck.


Das Wort entschlief, als jene Welt erwachte

Heinz Küpper muß nicht suchen, die Schreibanlässe fallen ihm, zwangsläufig, zu. So können die Themen der Romane und Erzählungen nicht gesucht wirken, wie das in den zeitgenössischen literarischen Erzeugnissen seit einiger Zeit vielleicht häufiger denn je der Fall ist. Das klingt im inneren Monolog der Grünschnäbel & Co. ungefähr so: »Worüber schreibe ich denn jetzt mal, ist ja schon alles abgegrast, ach ja, aber über die alten Griechen könnte ich doch etwas schreiben, was so noch niemand …«
Heinrich Böll, Peter Handke, W. G. Sebald – ich benenne exemplarisch drei Autoren mit höchst unterschiedlichen Schreibansätzen der Jahrgänge 1917, 1942 und 1944 – sind Autoren, die per se etwas zu sagen haben und das in der ihnen eigenen Art immer wieder meisterhaft vorführen. Auf diese Weise haben sie als leidvoll erlebte individuelle, gesellschaftliche, historische, politische Krisen ein Leben lang bear­beitet, um vielleicht am Ende einen Teilfrieden wenigstens zu machen mit sich und der Welt.
Hat Küpper diesen Frieden mit sich und seiner Welt machen können?
Der wie Heinz Küpper im Jahre 1930 geborene Helmut Kohl sprach früher schon mal gern von der »Gnade der späten Geburt«. Wat soll dat denn sein? Wir werden geboren, ohne daß uns jemand danach fragt. Dieser Tat­bestand allein ist bereits gnadenlos. Egal: Für den Schrift­steller ist es vielleicht, je bri­santer die Lage, eine Gnade, zum früheren Zeit­punkt geboren zu sein – so hart das für das zerbrechliche Ego sein und bis zum bitteren Ende wohl bleiben mag. Die außer­ordent­lichen, bösen, harten Erfah­rungen fehlen den jungen Schrift­stellern, denen der erhitzte Babyspeck immer wieder zwischen die Zeilen tropft, im deutschen Sprach­raum nach 2000. Von solchen ex­tremen Erfah­rungen, die man nie­mandem wünscht, führen selbst der ›erst‹ 1930 ge­borene Heinz Küpper und andere sensible Zeit­genossen soviel im Sturmgepäck mit sich, daß ich als Autor neidisch werden könnte. Der 1936 verstorbene Karl Kraus fällt nicht unter die historisch wohl einmalige Kohlsche Kategorie. Während ich diese Zeilen schreibe, fällt der Blick immer wieder auf die von Shafiq Naz besorgte Samm­lung deutscher Dicht­kunst Der deutsche Lyrik­kalender. Jeder Tag ein Gedicht, und ich lese:

Man frage nicht, was all die Zeit ich machte.
Ich bleibe stumm;
und sage nicht, warum.
Und Stille gibt es, da die Erde krachte.
Kein Wort, das traf;
man spricht nur aus dem Schlaf.
Und träumt von einer Sonne, welche lachte.
Es geht vorbei;
Nachher war's einerlei.
Das Wort entschlief, als jene Welt erwachte.

Aber – was nützen alle Erfahrungen, wenn du die Sprache nicht hast? Böll hat sie, Sebald hat sie, Handke hat sie, Küpper hat sie, die unver­wechsel­bare eigene Sprache. Ich lese drei Sätze und versinke in dieser Sprache. Egal, wie rauh der Ton, wie ernst das Thema, wie be­drückend das be­schrie­bene Schicksal: Wie im Whirl­pool komme ich mir vor, wie in eine flauschige Decke gehüllt, unter der es aller­dings eisig­feurig heiß­frost­kalt werden kann. Je höher der all­täg­liche Druck, je mächtiger der Grad an Be­frem­dung, je schärfer der Gegenwind, um so mehr Rückhalt, Trost, Ver­ständnis, Zuflucht finde ich in den Büchern von Autoren, die mir ihre Sprache gleichsam zur Verfü­gung stellen, somit fortlaufend auch die rück­ver­sichernde Aleatorik des Re­flek­tierens und das Spiel mit dem Eigenen möglich macht, wie Gerhard Falkner sich im Zusammen­hang mit den beson­deren Trümpfen des Lesens ausdrückt. Beim Lesen von Küppers Prosa höre ich die wie Lava aus dem Inners­ten flu­tende Stimme heraus. Er hat es einfach drauf, das epische Sprechen.


Übertreibung

Küppers Erzähler labern und schwafeln immer wieder mal gern. Nichts, was un­kommen­tiert bliebe. Dazu fällt mir diese Stelle aus Kiesel & Kastanie ein: Schwafeln bei­spiels­weise ist eine Todsünde guten Er­zählens – außer, man be­herrscht es so, wie Martin Walser es in den besten Romanen zeigt, ganz zu schweigen von Thomas Bernhard, der es von Roman zu Roman in höchste Höhen geführt hat. Ohne Heinz Küpper mit einem dieser beiden Autoren ver­gleichen zu wollen: Auch Heinz Küpper gehört in die Kaste der Meisterschwafler. Auf den 700 Seiten der Seelenämter übertreibt er es zuweilen, nein, immer wieder, wenn er seiten­weise die Dinge buch­stäblich bis zum Geht­nicht­mehr dreht und wendet, wendet und dreht, um sie ab­schlie­ßende ein weiteres Mal zu drehen und zu wenden. Aber es muß wohl so sein.

Beispielsweise im Vergleich mit einem Roman des bekannteren Raoul Schrott schneidet Seelen­ämter dennoch deutlich besser ab, wie ich in einem früheren Text über Küpper betone: »Bei Raoul Schrotts Mammutroman Tristan da Cunha oder Die Hälfte der Erde brauchte es 96 Seiten, um zu der Ent­scheidung zu kommen, auf die fol­genden über 600 Seiten zu verzichten, was vielleicht ein Fehler war, wer weiß. Es gab zu dem Zeit­punkt zwar keinen eigentlichen Grund, die Lektüre abzu­brechen, aber es sprach bis dahin auch nichts mehr dafür – diese tour de force sprach mich einfach nicht an. Oder lag es am neblig­trüben Wetter? An über­säuertem Magen? Wäh­rend mich Schrotts Wälzer Die Erfindung der Poesie regel­recht zu Begeis­terungs­stürmen hinge­rissen hatte, konnte ich im Falle von Tristan nie die Aufregung nach­voll­ziehen, die dieses Buch im Jahre 2003 unter den Kritikern hervor­rief. Ge­nausow­enig verstehe ich, daß ein sich auf so originelle und eindringliche Art mit deutscher Ge­schichte des zwanzigsten Jahr­hunderts be­fas­sender Autor wie Heinz Küpper nach 2000 fast keine Be­achtung mehr findet in den Feuil­letons in deut­schen Landen. Heinz Küpper (1930–2005) hat beispiels­weise mit Seelen­ämter, in dem der gewitzte Uralt­priester Jakob wieder einmal die erste Geige spielt, ebenfalls einen um­fang­reichen – geist­reich, ironisch, lakonisch grun­dierten – Roman ge­schrie­ben, der loh­nende Lek­türe vom An­fang bis zum Ende garan­tiert.«
Der Faktor Übertreibung gehört ›natürlich‹ und ›naturgemäß‹ (wie es bei Thomas Bernhard, dem Welt­meister der Hyperbel, heißen würde) zum Baukasten des Schrift­stellers Heinz Küpper. Dabei muß er damit rechnen, daß der unge­duldige Leser viele Seiten über­springt, wenn Jakob von Hölz­chen auf Stöck­chen, von Ästlein auf Zweiglein kommt, ja, das strengt auch schon einmal an beim Lesen, und man braucht ziem­liche Ausdauer und zähe Beharr­lichkeit, um manches Riff zu um­schiffen, manche Klippe zu erklimmen, aber das kennen wir spätes­tens seit James Joyce, Robert Musil und Hermann Broch, von Hans-Henny Jahnn, Arno Schmidt und Peter Weiß ganz zu schweigen. »Ohne Fleiß kein Preis«, pflegten die Lehrer zu sagen, wenn ich die Haus­auf­gaben einmal wieder nicht vorlegen konnte, was in erster Linie an den dicken Büchern lag, die ich statt der Erle­digung der Haus­auf­gaben las, aber das konnten die meisten Lehrer sich schlecht bloß vorstellen, und so habe ich es ihnen erst gar nicht zu ver­mitteln versucht.


Es wäre vergeudete Zeit

»Ein Autor, dem es nicht gleichgültig ist, ob Leser ihm folgen oder nicht, kann kein guter Schrift­steller sein, ohne Kom­promiß­losig­keit geht gar nichts«, wirft Peer Quer mal wieder ungefragt ein. Diejenigen, die bei­spiels­weise ver­sucht haben, Heinz Küpper lekto­rie­rend unter die Arme zu greifen, wissen, wovon ich spreche. Ich kenne keine Einzel­heiten, kann es mir bei diesem Eus­kirchener Eifeler jedoch lebhaft vorstellen. In die Augen (die mich aus einer Photo­graphie heraus in einer Mischung von Distanz, Güte und Skepsis nicht un­freund­lich anblicken), die mich in jenem Moment des vor­sichti­gen Versuchs, einen kleinen Ver­änderungs­vor­schlag zu machen, wohl angeblitzt hätten, hätte ich nicht schauen mögen. Womit ich nicht sagen will, daß ein Autor sich nichts sagen lassen soll. Ich bin davon überzeugt, auch Heinz Küpper hat Hinweise beher­zigt. Zuge­geben hat er es womög­lich eher selten. Wiede­rum im deut­schen Lyrik­kalender lese ich, wie kategorisch Christian Saalberg mit dieser Frage umgeht. Die Auftaktzeilen des Gedichts lauten: Sag mir nicht, wie Gedichte zu schrei­ben sind. / Es wäre ver­geudete Zeit.


In Kiesel & Kastanie


heißt es im Kapitel über die Erzählungen von Katja Kutsch: Flüssiges, klares, un­präten­tiöses Erzählen – und keines­falls das pure Ausgestalten von Denk- oder Sprechblasen – steuert, reiz­volle Stoffe und originelle Ideen voraus­gesetzt, natur­gemäß auf gute Geschichten zu, von denen lesende Men­schen nie genug ergattern können. Gut erzäh­len konnte Heinz Küpper gut. Die Geschichten fesseln. Was er erzählt und wie er es erzählt, das ist interes­sant, spannend, über­zeugend. Die Erzähl­stimmen kommen aus dem innersten Dasein, das verknüpft ist mit einer Kind­heit und Jugend in einer westlichen Provinz Deutsch­lands im Dritten Reich und das beseelt ist von seiner Lebensgeschichte, die ihn zu seinem durch und durch sowie von Beginn an stimmi­gen Stil geführt hat, den ich lesend erlebe als fabelhaft in­ein­ander­fließen­des Konglo­merat, das Schwin­gungen ermög­licht zwischen Geist und Gefühl, Ehrlich­keit und Schlitz­ohrig­keit, Ernst und Humor, Güte und Strenge, Klarheit und Rätsel, Intellekt und Gespür, inhalt­lich-sprach­licher Authen­ti­zität und profes­sioneller Form­bewußt­heit, Locker­heit und Disziplin »usw.«, wie es bei Frie­derike Mayröcker immer wieder heißt.


Feldwege · Boulevards

Wenn Küpper einmal die Fährte der Geschichte gewittert, gar Blut geleckt hat, läßt der innere Schriftstellerhund nicht mehr locker. Dann geht es, holter­die­polter, über Stock und Stein durch die miefigen Straßen von Euskirchen, über die holprigen Feld­wege der Eifeler Höhen­dörfer und in die engen Gassen am Kölner Eigelstein. Nicht zu ver­gessen die be­schädig­ten Berliner Boule­vards, auf denen der Student aus dem Rhein­land in die Fußstapfen von Bertolt Brecht und Gottfried Benn zu treten versucht. Da gibt es kein Halten mehr, und ich lese gebannt, den Rest der Umwelt vergessend, bis in die tiefe Nacht und die grauen Morgen­stunden hinein, wie Ferver, Jakob und Konsorten hart­näckig deren Spuren nachgehen.
Sagt das alles etwas aus über die Qualität der Lite­ratur Heinz Küppers und das Können dieses Schrift­stellers? Das müssen Sie entscheiden. Ich mache mir in diesem Augen­blick wieder einmal bewußt, daß Men­schen eine Menge von sich selber aus­plaudern, wenn sie vermeinen, über andere zu schreiben. Das macht nicht nur nichts, nein, das erscheint mir gut und richtig so und ist zudem un­vermeid­lich.


Notabene ›Qualität‹:

ein weiterer schwieriger, schwammiger, streitfördernder Begriff, wenn es um Literatur geht. (Immerhin – auf englisch oder nieder­ländisch ein aus­gespro­chen schönes Wort.) Was ich als Möglich­keit der ›Qualitäts­findung‹ in der Literatur aus­schließe: das An­legen von Meß­instrumenten. Von Buch zu Buch glaube ich immer stärker – wie Smilla im Hinblick auf Schnee – das Gespür für die Quali­tät von Aufbau, Form, Sprache und Struktur in Gedichten, Erzäh­lungen und Romanen zu empfin­den. Dabei für mich entscheidend: Wort und Wort­kom­bina­tion (Kollokation bzw. Kookkurenz) – auch das Wort, das nicht verwendet wird. Das Terri­torium der Wörter: ein Minenfeld. Nicht nur Gedichte sind aus Wörtern gemacht. – – – Indem ich, solche Gedanken re­flexiv ein­beziehend, lese, möchte ich ver­meiden, allzuviel Zeit mit Ausschuß und Schund zu vertun – nichts weiter. Kein ›Kritiker‹ hilft hier weiter: Der Leser, der natur­gemäß mit jedem Buch an Er­fah­rung im Umgang mit Lite­ratur gewinnt, ist sich selbst der Nächste. Auch Fräulein Smilla blieb mit ihrem Gespür für Schnee – allein.


›Eigentlich‹

Mit den 6.661 Wörtern dieses Essays will ich ›eigentlich‹ dies bloß zum Ausdruck bringen: Lesen Sie Heinz Küppers Bücher, machen Sie sich Ihr eigenes Bild. Das hätte aber wahr­schein­lich nicht gereicht, um als eigenständiger Beitrag hier ver­öffent­licht zu werden: So bin ich, wie die Ober­stufen­schüler bei der Gedichtanalyse, zur Ge­schwätzig­keit ver­dammt. Erfolgs­garan­tien im Hinblick auf Aussagekraft können im vor­lie­genden Fall aller­dings grund­sätzlich nicht gegeben werden. Ein­schät­zungen erfolgen ohne Gewähr der Nach­voll­zieh­bar­keit. Ne jute Mann, hätte Adenauer vielleicht berlinert. Oder kannte er den 1930 geborenen Autor etwa, der 1963 mit Simplicius 45 debütierte?
Lassen wir einmal dahingestellt sein, ob jener nicht immer so gute Mensch von Rhöndorf Simplicius 45 las oder nicht (die Zeit hätte er gehabt, nachdem er im selben Jahr den Kapellmeisterstab hatte übergeben müssen) – das Debüt Heinz Küppers war jedenfalls so viel­versprechend, daß man eine Karriere à la Walter Kem­powski er­warten durfte. (In dem 1972 bei Kröner publizierten Band Moderne Welt­lite­ratur. Die Gegen­warts­literatur Europas und Amerikas betont Manfred Durzak die heraus­ragende Stellung von Günter Grass' Roman Die Blechtrommel innerhalb der deutsch­sprachigen Literatur nach 1945, in dessen Kontext Romane wie Manfred Bielers Boni­faz oder Der Matrose in der Flasche, Günter Kunerts Im Namen der Hüte, Paul Schallücks Don Quichotte in Köln, Gerhard Zwerenz' Casanova und Heinz Küppers Simpli­cius 45 benannt werden.) Hier und dort war ge­legent­lich zu hören, Heinz Küpper sei in späteren Jahren nicht immer zu­frieden gewesen mit dem Status, den er als Autor eines sehr klei­nen Verlags in Deutschland einnahm. Walter Kem­powski war das – bei we­sent­lich höheren Auflagen und einer zu­mindest mode­raten feuil­letonis­ti­schen Präsenz – auch nicht. Eine solche Präsenz ist ja nun für den eigent­lichen Erfolg un­wesent­lich. Ich gehe dem Feuilleton gern aus dem Weg und nehme wirt­schaft­liche Ver­luste dabei, nur selten mit den Zähnen knir­schend, in Kauf. Denn der Erfolg ist, ganz einfach, das gute Buch, das überzeugende Werk, das der Schrift­steller hinter­läßt. ›Er­folg‹ ist aber auch, wenn die literarische Arbeit im Leben des Autors Funk­tionen übernehmen kann, Krisen­momente zu über­stehen oder gar zu überwinden. Wenn ich Küppers auto­bio­graphi­sche Schrif­ten richtig verstehe, so war das Schreib­zimmer für ihn immer wieder Refu­gium, Schlupf­winkel, Ausweg. Auch wenn Schreiben Knochen­arbeit ist: Schreiben gehört zu den schönsten Tätigkeiten im Leben des Schrift­stellers. Die förderlichen Faktoren für den ins Leben Gewor­fenen, dessen großes Glück das Schreiben ist, kann ich nicht hoch genug bewerten.
Das Werk Heinz Küppers liegt seit etlichen Jahren – in Einzeltiteln sowie bei den Jakob-Romanen als Jubiläums­aus­gabe in drei Bänden – im Verlag Ralf Liebe (vormals Landpresse) vor. Es stellt in der Gesamt­heit eine wesent­liche Bereiche­rung für jede Bücher­samm­lung dar. Küpper ist eine markante Stimme der deutschen Nach­kriegs­literatur, die nicht überhört werden darf. (Karl Otto Conrady) Hein­rich Vormweg betont die Spannung, die sich auflädt aus der skrupellosen Sachlich­keit und unerbittlichen Intensität, mit denen dieser Erzähler Wahr­nehmungen und Erfah­rungen in die Sprache holt … Humor ist dabei nicht aus­geschlos­sen.


Apropos ›Werk‹:

Fulminant ist die Umkreisung genannte Gesamt­ausgabe der Werke in einem – umfangreichen – Band von Rainer Maria Gerhardt (1927–1954), den ich vor wenigen Tagen gelesen habe. Gerhardt, im deutschen Sprach­raum nahezu, bei Lyrikern und Le­sern in den USA keines­wegs ver­gessen, war der erste deutsche Über­setzer Ezra Pounds. Mit Hans Arp, Robert Creeley, Max Ernst, Charles Olson und anderen Künstlern und Dich­tern jener Zeit befreundet, versucht er in den Jahren 1949 bis 1954 ve­hement, jedoch völ­lig ver­geblich, die Moderne in dieses zer­schos­sene Niemands­land zu ka­tapul­tie­ren. Gerhardts totales E­ngage­ment kommt zu früh für ein Land, das zuerst einmal ein Wirt­schafts­wunder – mit allen Be­gleit­erschei­nungen – braucht, bevor es sich mit der in vielen Ländern seit Jahr­zehnten etablierten Dichtung der Moderne aus­ein­ander­setzen kann. Als er den erlittenen Schiff­bruch, entsetzt und ver­zwei­felt, erkennt, nimmt Gerhardt sich das Leben. Das von Uwe Pörksen vor­züglich, ja, liebevoll edierte Gesamtwerk ist 2007 bei Wallstein in Göt­tingen er­schienen. Es läßt mich die Augen unter­tassen­groß aufreißen ange­sichts eines in nur wenigen Jahren ent­stan­denen lyrischen, essayis­ti­schen, heraus­geberi­schen, korres­pondie­renden, über­setze­rischen und verlege­rischen Gewalt­akts. Hätte Gottfried Benn sich für diesen Fall einmal bloß vom Olymp herabbegeben und Gerhardt und dessen fragmente-Initiativen mit kleinen Hinweisen gefördert, statt sich ihrer zu bedienen und fortan gegen den offenbar als Bedro­hung empfun­denen genia­lischen, uner­schrockenen, zornigen jungen Mann zu intri­gieren, die Lyrik der 1950er Jahre, zu deren Ver­ächtern ich nota­bene nicht gehöre, hätte wohl eine andere Entwicklung genommen. Hans Magnus Enzensberger und Rolf Dieter Brinkmann taten auf ihre Art das, was Gerhardt ver­wehrt blieb. Das 1960 von Enzens­berger eingerichtete Museum der Poesie und Brink­manns Acid. Neue ameri­kani­sche Szene von 1969 sind inter­nationale Lyrik nach Deutsch­land beför­dernde Anthologie-Klassiker, bei denen Rainer Maria Gerhardt als Lyrik­erz­engel mit himm­lischem Fingerzeig Pate gestanden hat – garantiert.
Gemessen also an Rainer Maria Gerhardt steht Heinz Küpper mit Werk und Wirkung im deut­schen Sprach­raum so schlecht nicht da. Ein weiterer Autor, der mir in diesem Zusammen­hang einfällt, ist Christian Saalberg (1926–2006), über den ich an anderer Stelle schreibe:


Geheimtip

Seit jeher ist es das gleiche Spiel zwischen öffentlichem Erfolg und Literatur­betrieb: Die einen, die (nicht immer gar so) gut sind, werden ›irgendwie‹ nach oben gespült, sind in aller Munde und behaupten sich oft über Jahrzehnte, die anderen, die bis­weilen besser sind, bleiben unter Insi­dern hoch­gehan­delte Geheim­tips, von denen die Mehr­zahl der Feuil­letonis­ten nicht einmal ahnt, daß es sie gibt. Der begnadete Dichter Christian Saalberg, der 1963 mit Die schöne Gärtnerin debütierte und der an Christi Himmel­fahrt 2006 im Alter von achtzig Jahren verstarb, war Zeit seines Lebens ein solcher Geheim­tip. Hätte er ein wenig mehr Auf­hebens um die eigene Person gemacht, hätte er die rich­tigen Kontakte gehabt, hätte er einmal durch einen guten Zufall den richtigen Men­schen bei den ent­spre­chenden Emp­fängen, zu denen er nicht ging, getroffen, so wäre ihm weit mehr Beachtung geschenkt worden, als dies der Fall war.
Mit Heinz Küpper ist es ähnlich. Symptomatisch der freund­schaft­liche Kontakt zu Heinrich Böll, von dem er selber nicht weiß, warum er diesen nach einigen Jahren ein­schla­fen läßt, wie ich in einem Text des Erzähl­bandes Hermann Rohr und andere lese. Nach Jahren trifft man sich noch einmal zufällig bei einer Ver­anstaltung, und Böll fragt, warum Küpper sich nicht mehr gemeldet habe. Dabei bleibt es. Mit ziem­licher Sicher­heit hätte Böll sich von Küpper nicht zweimal bitten lassen müssen, Ver­bindungen her­zustellen. Das aber war nie Küppers Ding. Er ging konsequent und im besten Sinne hals­starrig seinen Weg.


»Es ist halt alles relativ«,

heißt es in Ödön von Horváths Theaterstück Italienische Nacht. Wir wissen, daß Horváth am 1. Juni 1938 im Pariser Café Marignan den Regisseur Robert Siodmak trifft, um mit ihm über die Ver­filmung des Romans Jugend ohne Gott zu sprechen, und daß er am selben Abend während eines Gewit­ters auf den Champs-Élysées durch einen herab­stürzenden Ast er­schlagen wird. Horváth wird 37 Jahre alt. Wer liest noch die Romane – Der ewige Spießer, Jugend ohne Gott, ein Kind unserer Zeit – dieses groß­artigen Autors? Es ist halt alles relativ.
Hat Heinz Küpper über diese banale Erkenntnis im Zusammen­hang mit Werk und Rezeption in Deutschland nachgedacht? Beneidete er Heinrich Böll um dessen großen Erfolg? War er später (nachdem er völlig in Vergessenheit zu geraten drohte) zufrieden mit der Tatsache, daß ein ehemaliger Schüler ihm die Gelegen­heit bot, daß die Romane wiederaufgelegt und die neuen in dessen Verlag erscheinen konnten? Oder hoffte er, daß diese Gelegenheit bloß Sprung­brett sein möge, um in höhere Verlagssphären zu gelangen? Unter den Autoren, die in der Eifel geboren wurden bzw. hier gelebt haben, zähle ich Küpper zu den wenigen, deren literarische Werke Kiesel­steine, wenn nicht Felsbrocken sind in der zerklüfteten LiteratUrlandschaft des deutschen Sprachraums.

Im Wikipedia-Artikel ist zu lesen:

Die Eifel liegt zwischen Aachen im Norden, Trier im Süden und Koblenz im Osten. Sie fällt im Nord-Osten entlang der Linie Aachen – Düren – Bonn zur Nieder­rheini­schen Bucht ab. Im Osten und Süden wird sie vom Rhein- und Moseltal begrenzt. West­wärts geht sie in Belgien und Luxemburg in die geologisch verwandten Ardennen und den Luxemburger Ösling über. Sie berührt Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sowie den Raum Eupen – Sankt Vith – Luxemburg. Die höchste Erhebung ist die Hohe Acht (747 m), ein Vulkankegel. Ihren Namen erhielt die Eifel vom karolingischen Eifelgau, der annähernd dem Gebiet um die Quellen der Flüsse Ahr, Kyll, Urft und Erft entsprach.

Autoren aus an die Eifel angrenzenden Städten wie Aachen, Bonn, Koblenz und Düren sowie den Ländern Belgien und Luxem­burg berück­sich­tige ich in der Zu­sammen­stel­lung vom Sistiger Sehepunkt aus nicht. Grenz­fäl­le bleiben – gerade in diesem Gebiet – immer.

Den exzellenten Roman Eifel des in Trier lebenden Schweizers Walter Schenker, dessen Erstausgabe 1982 bei Ammann in Zürich erschien, möchte ich allerdings ebensowenig unerwähnt lassen wie die 2008 erschie­nene Erzählung Schul­land­schaft mit Lehrer des Luxem­burgers Henri Dor, die wie ein Film vorm geistigen Auge abläuft. Endlich eine sich mit dem Spannungs­feld Schule, Lehrer, Schüler, Eltern, Gesellschaft in dieser Zeit aus­einander­setzende Ge­schichte mit Biß und Tiefgang, die mich von der ersten Zeile an in den Bann zieht und bis zur letzten nicht losläßt.
Diese kleine, aber schlagkräftige Literaturkohorte besteht aus einer guten Handvoll von Einzel­kämpfern, die ich in alpha­betischer Reihen­folge kurz vorstelle:

Der 1947 in Dinklage geborene und in Houverath bei Bad Münstereifel lebende Jochen Arlt hat sich als Autor mehrerer Gedicht­bände, vielleicht mehr noch als Herausgeber zahl­reicher weg­weisender regio­naler Antho­logien einen guten Namen gemacht. Elke Erb, 1938 in Scherbach bei Rheinbach geboren und in Berlin lebend, gehört zu den origi­nells­ten Schöpfe­rinnen von Lite­ratur in Deutsch­land. Ursula Krechel wurde 1947 in Trier geboren, nach langen Jahren in Frank­furt am Main lebt sie heute in Berlin. Aus ihrem Werk mit zahl­reichen originellen Lyrik- und Prosa­titeln hebe ich hier den Roman Sizi­lianer des Gefühls hervor, der bedeut­same Bezüge zur Eifel aufweist. Rolf Persch, 1949 in Bonn geboren, lebt seit 1999 in Üxheim. Er hat rund zehn Gedicht­bände ver­öffent­licht, von denen ich mein stuhl und ich sowie das kleid unseres duft, beide in der edition funda­mental erschienen, gelesen habe. Norbert Scheuer, 1951 in Prüm geboren und in Kall-Keldenich lebend, tut sich als nüch­terner Chronist der Heimat hervor. Er verfaßt Gedichte, kurze Prosa und Romane, in denen mit lako­ni­scher, unge­schönter Sprache Eife­ler Einzel­schicksale porträ­tiert werden, die exem­pla­risch stehen für das nicht immer einfache Leben in einer ab­seiti­gen Region. Clara Viebig wurde 1860 in Trier geboren, sie starb 1952 in Berlin. Inner­halb ihres großen Werks spielen die in der Eifel ange­siedelten Romane, von denen ich Das Weiber­dorf stell­ver­tretend benenne, eine zentrale Rolle. Zu guter Letzt gehört in diese Runde Theodor Weißenborn, 1933 in Düsseldorf geboren und in Hof Raskop bei Landscheid lebend, der zwar über fünfzig Bücher geschrieben hat, von denen ich Die Killer sowie Fragmente der Liebe. Prosa aus fünf Jahr­zehnten gelesen habe.


Endorphin

Es hat sich herumgesprochen, daß ich zu den Menschen gehöre, bei denen das Geräusch eines vor dem Haus haltenden Personen­kraft­wagens mit gelber Farbe einen unver­mittelten Endor­phinschub auslöst. Wie recht hatte Pawlow mit dem hündischen Versuch. Jeden und jeden Tag verspüre ich ab zehn Uhr fünfzehn dieses prickelnde Gefühl im Bauch, und ab zehn Uhr fünf­und­dreißig stehe ich komplett unter Strom. Die An­span­nung wird beinahe uner­träg­lich, wenn der Postbote aus­steigt und zunächst die drei Häuser gegenüber und neben uns bedient. Stets kommt er zu uns zuletzt. Oft muß er noch einmal zurück zum Auto, um kleinere oder größere Sen­dungen aus dem Kofferraum zu holen. An einem Morgen, im Lyrikkalender lese ich in einem Gedicht Erich Frieds An ihren Worten hast du sie erkannt, / mit ihren Worten hast du sie erschlagen, bringt er ein Paket von Zweitausendeins, das mit zehn zeit­genös­sischen Romanen bestückt ist: Matthias Alten­burg · Landschaft mit Wölfen (1997), Volker Braun · Das Wirklich­gewollte (2000), Michael Krüger · Das falsche Haus (2002), Michael Lentz · Mutter­sterben (2002), Friederike Mayröcker · Magische Blätter (2001), Armin Müller-Stahl · Hannah (2004), Adolf Muschg · Das gefangene Lächeln (2002), Cees Nooteboom · Die folgende Geschichte (1991), Thomas Rosenboom · Neue Zeiten (2004) und Peter Weber · Bahnhofs­prosa (2002). Die Bücher lenken zunächst von den Gedanken an Heinz Küpper ab, um sogleich schnell zu ihm zu­rück­zu­führen. Ich setze doch so gern Autoren und Bücher zu­einander in Beziehung: Wen oder was ordne ich nun neben, über, unter wem oder was ein, was ist Kiesel, was ist Brocken? Die Lektüre wird es zutage fördern.


Werner Bucher

In diesem Augenblick vergleiche ich zum erstenmal Heinz Küpper mit dem Schwei­zer Autor Werner Bucher (1938), dessen ge­samte – formale, sprachliche und struk­turel­le – Art, Lite­ratur zu verfassen, der Heinz Küppers nahe­kommt, ohne daß man ein­ander einen Platz strei­tig machen könnte: Beide sind dafür viel zu starke, knorrige, den eige­nen Weg beschrei­tende Schrift­steller­typen mit jeweils reich­hal­tigem Fundus an Lebens­geschichte. Schriebe ich einen weiteren Absatz über Küpper, gliche dieser in ver­blüf­fender Weise dem, was ich vor einiger Zeit in Kiesel & Kastanie über Bucher schrieb:

»Werner Bucher hat in den letzten Jahrzehnten eine Reihe von gewichtigen Zeit- bzw. Gesell­schafts­romanen (unter dem Pseu­donym Jon Durschei auch Kriminal­romane geschrieben, deren Helden die kleinen Leute, die Außen­seiter oder die Men­schen sind, die nicht anders können, als Sand ins Getriebe der Welt zu streuen. Ich schätze Werner Bucher als be­herz­ten und enga­gierten Autor von Ro­manen, die mir unter die Haut gehen. Unter den fünf Ro­manen – Tour de Suisse (1977), Ein anderes Leben (1981), Lazarus (1989), Unruhen (1998) und Im Schatten des Campanile (2000) haben mich Ein anderes Leben (die Auf­arbeitung der trau­rigen Lebens­geschichte des Vaters) und Unruhen (die Aus­ein­ander­setzung mit den Studenten­unruhen in Zürich) ganz beson­ders in den Bann gezogen. Die Helden Buchers sprechen eine eigene klare Sprache. Sie werden als eigen­sinnige, kritische Köpfe in Unruhen oder Im Schatten des Campanile bekämpft bzw. arg­wöhnisch beäugt, und ihnen liegt eins sehr am Herzen: die Welt ein bißchen wenigs­tens besser zu machen. Dieses Sen­dungs­bewußt­sein hält der Schrift­steller Bucher formal in Schach, indem er die Gedanken, Gefühle, Be­schrei­bungen und Erzäh­lungen wach­sam und vor­sichtig, klar und zupackend ver­fertigt; darüber hinaus finden die stets zünd­stoff­gela­denen Geschichten Indi­viduum kontra Gesellschaft gern auf ver­schie­denen geistigen und zeit­lichen Ebenen statt. So wird ihnen eine komplexe Struk­tur zuteil, die entscheidend zur Zeit­losig­keit der engagier­ten Prosa Werner Buchers beiträgt.«


Westdeutsche Familiengeschichte

Während ich das vorletzte der zehn Bücher Heinz Küppers lese – den schmalen Erzählband Westdeutsche Familien­geschichte von 2004 – überprüfe ich nolens volens das, was ich in den letzen Wochen zu Heinz Küpper und dessen Prosa ge­dacht und in den ver­gangenen Tagen formu­liert habe. Mit Bedacht läßt Küpper die hoch­gebil­deten Erzähler die Worte wählen, ohne Eile, ausführlich erzählen sie die Geschichten (gern auch Ge­schichten in der Geschichte). Immer vermeine ich den rheini­schen Ton­fall bei den stets rede­gewandten, vorder­gründig eher beschei­den als großspurig auftretenden Erzählern heraus­zuhören, die nach und nach all das zum besten geben, was ihr uner­schütter­liches Anliegen ist. Ein­dring­liches und lako­ni­sches Erzählen, iro­nisches und selbst­ironi­sches Reflek­tieren, detail­genaue und sinn­liche Dar­stellung, schlitzohrige und ernsthafte Vertiefung des Inhalts, Motivs, Themas oder Sach­verhalts sind den Küpper­schen Erzählern stets zu eigen.


Metaprachlich

»Keine Bange«, ermutige ich Mrs Columbo, die noch nicht restlos überzeugt zu sein scheint, »selbst die metasprachlichen Auslassungen sind amüsant.« Denn vom spezifischen Autoren­tempe­rament her kann Küpper gar nicht anders, als die von ihm erfundenen Erzähler zwar genau, sogar penibel, aber gleich­zeitig humorvoll mit den Kümmer­nis­sen und bisweilen ange­deuteten theo­reti­schen Grund­voraus­setzungen des Daseins umgehen zu lassen. Sie behaupten in luftigen Erzählhöhen gern, nicht Herr der Erzählung zu sein, behalten gleich­zeitig unterm Tisch die Fäden fest in der Hand, lassen nicht locker, bis sie die Geschichte (die nicht gut ausgehen muß) erzählt haben. Sie be­dienen sich innerhalb der weit­schwei­fenden Satzgefüge der kompletten Registratur der Sprachorgel: In den wie Ahr, Rur, Erft, Kyll und Urft dahin­flie­ßenden Grundton tröpfeln – natur­gemäß – die ver­schie­densten Wortklänge, die mal ›alt­väter­lich‹, mal jung­spund­forsch (›gaga‹), mal salopp, zumeist jedoch von lakonischer Art sind, und sie greifen, grob­schläch­tig, wie sie zwi­schen­durch gern einmal sind, ohne mit der Wimper zu zucken, so es denn ›zum Verrecken‹ notwendig ist, in eine der unteren Schubladen. Gern stellen sie – den Ver­lauf typischer deutscher Syntax unter­wandernd – Adverbien, um der Betonung willen, ans Ende der Haupt­sätze, damit diesen selbst­redend weitere ver­anschau­lichende, be- und um­schrei­bende Neben­sätze bzw. erwei­terte Infi­nitive ein­schließ­lich aller erfor­der­lichen Auf­zählungen und Ein­schübe folgen können. Es ist nicht mehr und nicht weniger als das Uner­läß­liche und selten ein Wort zuviel. Im zweiten Roman, dem spröden Milch und Honig, dem einzigen Buch Küppers, bei dem ich als Leser nicht so recht auf Betriebstemperatur komme, schon gar nicht.
Die klugen (auch bauernschlauen) Erzähler wissen sehr genau, wovon sie sprechen: Der Back­ground der jeweiligen Sachthemen ist lückenlos recher­chiert und wird zwar en passant, aber uner­bitt­lich eingeflochten in den Gang der Gescheh­nisse. Da kennt Küp­per kein Pardon: Er gewährt den Erzäh­lern betont lange Leine, räumt ihnen alle Zeit der Welt ein, sich zu er­klären, Fachlexika zu zitieren, Sprach­unter­schiede zu er­läutern, aber niemals denke ich, der Schwim­mer in diesem Delta, ich sei in einer lang­weiligen Seminar­ver­an­staltung, nein, stets bin ich auf der Hut, vernehme jedes einzelne Wort und bin gespannt, wohin die Geschichte denn jetzt schon wieder mit mir will. »Herrlich«, würde der Kölner Dach­decker­meister Benether dazu sagen, läse er Küppers Erzäh­lungen, wozu er sich die Zeit aber wahr­schein­lich nicht nehmen kann, zu sehr ist er damit befaßt, tele­fonisch die ver­rücktes­ten Aufträge los­zuwerden. (Apropos Köln: Küpper setzt dem Gesamt­kunst­werk der Trude Herr in West­deutsche Fami­lien­geschichte ein schönes Denkmal. Angeregt durch die Lektüre dieser einfühlsam verfaßten Zeilen, habe ich mir um­gehend Gérard Schmidts 1991 er­schie­nene 320seitige bio­graphische Auf­zeich­nungen Trude Herr. Niemals geht man so ganz besorgt. Auch ich bin ein Ver­ehrer dieser wunder­baren Frau. Ihr Song Die Un­schuld ist große Kunst.)


Ich habe sie im Auge

Immer wieder elektrisieren mich Passagen und Sequenzen, von denen ich die von den Steinen auf des Thomas Grab aus West­deutsche Familien­geschichte hier fest­halte; sie er­scheinen mir im Kern wie Kenn­zeich­nungen dessen, was Lite­ratur, wie Heinz Küpper sie schreibt, kann:

Ich habe sie im Auge. Ich glaube nicht mehr, daß es sich um Kieselsteine handelt, die auf das Grab geschüttet worden sind. Kieselsteine, auch die weißesten, die reinrassig weißen, strahlen nicht eine solche Leichen­farbe aus, fühlen sich nicht körnig an, lassen sich nicht ankratzen mit einem scharfen Strahl, bis sie bröckeln und Krümel absondern. Kieselsteine sind fest und zeigen doch Strukturen, Linien, die Segmente abgrenzen, zeigen Farbnuancen, Farbspiele. Auch in den weißen schimmert ein Hauch von Farbe auf, und wie sie sich anfühlen! Unnachgiebig und doch freundlich für den Tastsinn in unserer Epidermis! Jeder Kieselstein ist ein Kerl wie Samt und Seide, wie es in dem Liedchen ein Mann von sich selber besingt:

War das ne große Freud,
als mich der Herrgott schuf.
Ein Kerl wie Samt und Seide,
nur schade, daß er suff.


Die Versiegelung

Literarische Präsenz und Wirkung Heinz Küppers, dieses authen­ti­schen, enga­gierten, leiden­schaft­lichen, streit­baren, treuen, zuver­läs­sigen Menschen mit ker­niger und einer dem unauf­hör­lich mäan­dernden Denken ange­paßten Sprache, sind noch längst nicht ausgereizt in diesen unwegsamen, nicht zu über­schau­enden deut­schen Literatur­landen, nicht einmal für Leser, die das Werk bereits vollständig zu kennen glauben. (In ›meinem‹ Fall harrt der Roman Linker Neben­fluß der Donat der Lektüre: Wahrscheinlich würde ich ihn gar nicht wieder­erkennen. Anderer­seits macht er mich bestimmt nicht auf seine Person aufmerksam, wenn er mich einmal sieht in der Stadt. Ich habe ihn höchstens sechs-, sieben­mal in meinem Wagen mit­genommen. Meistens saß er hinten, einge­quetscht zwischen die anderen, auf einem Platz, den es amtlich über­haupt nicht gab. Einmal, als wir zwei alleine fuhren, hat er vorn neben mir gesessen, einmal bei Über­füllung lag er im Koffer­raum, den ich etwas offen­ließ.) Sollte dies also noch eines Beweises bedürfen, hier die letzten, selbst­redend dem Schrift­steller Heinz Küpper einge­räumten Worte dieses Essays, gelesen in der Erzäh­lung Die Versie­gelung, die auf ihren gut fünf­zig Seiten all das aufblitzen läßt, was Heinz Küppers Prosa aus­zeichnet und wesentlich macht:

Als nun der Lügenbold Hitler, der ihm eine Zeitlang über zu sein schien, in mir langsam, aber sicher abstarb wie ein Abszeß in der Lunge und ich wieder atmen konnte, zum ersten Mal frei atmen konnte, tat ich das gleich exzessiv und wurde für ein Jahr Atheist und pfiff auf alles. Ich hatte noch keinen Bart, und eine Sonderkarte für Rasierseife stand mir mit meinen 15 Jahren auch noch nicht zu. Mein Freund Matthias, der nicht älter war als ich, hatte einen und ließ ihn stehen und ging so aufs Kartenamt und bekam eine. Zum Appell brauchte niemand mehr (was für eine absurde Vorstellung: ich muß zum HJ-Dienst). Aber in die Kirche gingen wir wieder alle, ob Stoppelträger oder Milchgesicht, wir, die man ein Jahrzehnt später die weißen Jahrgänge nennen würde, weil wir zwar im Krieg, aber so gerade nicht mehr Soldat gewesen waren. Zur Bundeswehr ging dann nur einer von uns, in die Kirche alle außer den evangelischen und dem einen katholischen Jungen, den die Amerikaner als Werwolf mit Schußwaffe erwischt, vor ein Gericht gestellt und im Sommer 45 in einer Sandkuhle erschossen hatten.

* * *

Der Zaungast · Roman · 416 Seiten · Landpresse · Weilerswist 2002.
Die Versiegelung · Erzählung · 52 Seiten · In: Simplicius und die Seinen · Geschichtsverein · Euskirchen 2009.
Hermann Rohr und andere. Erzählungen vom Rand der Biographie· 199 Seiten · Landpresse · Weilerswist 1998.
Linker Nebenfluß der Nogat · Roman · 336 Seiten · Verlag Ralf Liebe · Weilerswist 2009.
Milch und Honig · Roman · 143 Seiten · Middelhauve · Köln 1965.
Seelenämter · Roman · 567 Seiten · Landpresse · Weilerswist 2000.
Simplicius 45 · Roman · 188 Seiten · Landpresse · Weilerswist 1997.
Westdeutsche Familiengeschichte · Drei Erzählungen· 62 Seiten · Landpresse · Weilerswist 2004.
Wohin mit dem Kopf · Kriminalerzählung · 135 Seiten · Landpresse · Weilerswist 1998.
Zweikampf mit Rotwild · Roman · 334 Seiten · Landpresse · Weilerswist 1996.

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In memoriam Heinz Küpper
(* 10. November 1930 in Euskirchen; † 18. November 2005 in Mechernich)

Theo Breuer    16.02.2014    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
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