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Elke Erbs
Poetics  11


Kolumne


I. Pawlowski: Russisch-deutsches Wörterbuch. Dritte, völlig neube­arbeitete, berich­tigte und ver­mehrte Auflage. Unver­änderter Nach­druck 1952. VEB Biblio­graphi­sches Institut Leipzig
Es handelt sich um die Wörterbuch-Kolumne zum Begriff Tee. russisch: čaj.

Vermutlich kennen viele von uns den Reiz solcher Wörter­buch­abfolgen. Bitte be­ach­ten: von uns. Bitte beachten: viele.
Bitte beach­ten Sie auch: Er ergibt sich bei getreu­lichem gedul­deten Lesen, welches nichts weiter will als Information.
Der Reiz erwies sich hier wieder einmal als unwider­steh­lich. Man könnte wohl ganze Gedicht­bände füllen, aus den Brockhäusern auch, mit solchen Zitaten.
Bitte erwägen Sie hier: Was er­zeugt den Reiz, wie weit trägt die Poesie. Ist es absehbar, wie weit? Mir scheint, sie ist nicht unendlich. Aber das erhöht den Reiz ja: sie ist nicht beab­sichtigt. Sie ist schlecht­hin das, was das getreu­liche Lesen redlich lohnt.

Čaj (gen. čaju (des Tees), pl. čai (die Tees) s.m. (substantivum masculinum) 1, (die getrockneten Blätter des chinesischen Theestrauchs thea chinensis (chin. tscha) u. das aus ihnen bereitete Getränk) der Thee; (die Hauptsorten sind:) der grüne T. (aus nur getrockneten Blättern); der schwarze T. (aus gerösteten Blättern); der Blumenthee (der eine große Menge weißblättrigen Thee enthält); der gelbe T. (die theuerste Sorte, den nur der chin. Hof trinkt, der selten nach Europa kommt); der Familienthee (der in Kisten nach Europa kommt, auf denen der Familienname des chin. Kaufmanns steht); der Ziegelthee (die niedrigste Theesorte, die nam. im östl. Sibirien genossen wird; er wird in Milch gekocht u. mit Löffeln gegessen); „čaj da sáchar!“ (Tee und Zucker) od. „č. s. sácharom!“ (Tee mit Zucker! wünscht man einem Theetrinkenden) wohl bekommt's! č. v' nakladku (Tee mit Einlage) Thee mit (eingelegtem) Zucker; süßer T.; č. v prikúsku Thee ohne Zucker (den man dazu beißt); bitterer T.; č. s pozolótoj (d.h. vergoldeter) Thee mit Rum; „napoit' kogo krépkim čáem“ (jmdm starken Thee zu trinken geben, d.h.) jmd vergiften; vmeste č. pit' (nennen Kaufleute im Trakteur) einen Handel abschließen; dat' na č. ein Trinkgeld geben; (sprichw.) gde nam durakám č. pit'! das ist nicht für unsereinen; eines schickt sich nicht für alle (wörtlich etwa; woher denn kommen wir Dummen dazu, Tee zu trinken!) 2, (als Heilmittel gebrauchtes Kraut, das ebenfalls gekocht u. aus Tassen getrunken wird) der Thee; mjatnyj č. der Pfefferminzthee; grudnój č. der Brustthee; 3, der Thee, die Theegesellschaft; zvat'na č. zum Tee bitten, zum Abend einladen.

Die russ. Formen füge ich nicht bei, wenn ich sie beim getreulichen Lesen übersprungen habe. Ich gebe sie transkribiert, um jene nicht auszuschließen, die die kyrillische Schrift nicht lesen können.

Sie können uns auch eine Mail an info[at]poetenladen.de senden.

Elke Erb   29.09.2011    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
Elke Erb
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