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●  poetenladen et ceteraBeitrag in der Presse (wechselnd)

 
André Schinkel – Apfel und Szepter
Gedichte | Verlag im Proberaum 2010
Bertram Reinecke    07.06.2010
André Schinkel | Apfel und Szepter  
Über das Leseheft Apfel und Szepter

André Schinkels Verse sind in klassischer Metrik gesetzt, durch Reim gebunden, Genitivmetaphern finden sich häufig, Komposita ebenso wie das schmückende Beiwort, das ganze Programm also: Er beruft sich auf das Pathos tradierten lyrischen Sprechens. Dieser Anspruch zeigt sich vom ersten Buch­staben an: Er schreibt die Zeilen­anfänge groß, ein hoher Ton ist angezielt, er beherrscht ihn mit Sicherheit.

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Airen – I Am Airen Man
Roman | Blumenbar Verlag 2010
Mario Osterland    26.05.2010
Airen | I Am Airen Man  
Das Leben, ein Rausch?
Die Bekenntnisse des Berliner Bloggers Airen

Die Plagiatsdebatte um Helene Hegemanns Roman „Axolotl Roadkill“ ist schon wieder Schnee von gestern. Erst als literarisches Wunderkind gefeiert, dann vom Blogger Deef Pirmasens entlarvt, wurde die 18jährige Autorin schließlich medial vernichtet. Abgeschrieben hat sie hauptsächlich von Airen, ebenfalls ein Blogger, welcher der literarischen Welt bis dato vollkommen unbekannt war.

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Jayne-Ann Igel – Berliner Tatsachen
Erzählung | Urs Engeler 2009
Katrin Ernst    21.05.2010
Jayne-Ann Igel | Berliner Tatsachen  
In feinsten Nuancen

Themen aus Politik und Gesellschaft haben in Erzähltexten ihren festen Platz, werden jedoch selten in poetischer Schreibweise präsentiert. Anders in Jayne-Ann Igels Erzählung „Berliner Tatsachen“, die sich durch ihre besondere lyrische Dichte auszeichnet: eine Dichte, die im modernen Erzähltext nicht nur ihresgleichen sucht, sondern es zudem schafft, gesellschaftliche Wirklichkeit als Spannungsraum erfahrbar zu machen.

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John Irving – Letzte Nacht in Twisted River
Roman | Diogenes 2010
Dietmar Jacobsen    20.05.2010
John Irving | Letzte Nacht in Twisted River  
Die Welt ist ein gefährlicher Ort
John Irvings neuer Roman begleitet einen Vater und seinen Sohn auf ihrer lebenslangen Flucht

Kann man eine erwachsene, nackte Frau, die – umwallt von einer bis zu den Hüften hinabreichenden schwarzen Haarflut – vorgebeugt auf einem Mann sitzt, von dem nur noch die Beine bis zum Knie unter ihrer gewaltigen Leibesfülle herausragen, mit einem Bären ver­wechseln? Bei John Irving ist das möglich.

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Cornelia Schmerle – In Pulsen
Gedichte | Verlagshaus J. Frank 2010
Ron Winkler    16.05.2010
Cornelia Schmerle | In Pulsen  
Erfahrung pour l'art
Cornelia Schmerle schreibt Gedichte In Pulsen

Die Milch ist getrunken. / Kinder warfen ihren Streif / an das leere Glas. // Zu bedauern bleibt, / dass der Fuchs aus seinem pelz, / dem dickichten, nie kann.

Das (sehr frappant) Frappante an den Gedichten dieser Autorin ist die Selt­samigkeit der Sachverhalte. Die hermetische Transparenz der Wörter und der von ihnen umsteuerten Zwischenräume. ...

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Friedrich Hirschl – Nachthaus
Gedichte | Verlag Karl Stutz 2009
Armin Steingenberger    11.05.2010
Friedrich Hirschl | Nachthaus  
Augenzwinkernde Doppelbödigkeit

Die meisten Gedichte in Friedrich Hirschls neuem Gedichtband Nachthaus sind bunt und taghell. Das Buch ist thematisch klar in zwei Kapitel geglie­dert: erst Natur, dann Städtisches.

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Roswitha Quadflieg – Der Glückliche
Roman | Stroemfeld
Ewart Reder    03.04.2010
Roswitha Quadflieg | Der Glückliche  
Faktotum Hitler

„Eine gestalterische Katastrophe“ nennt Meike Fessmann in der Süddeutschen Zeitung den Buchumschlag, lobt dem gegenüber das „feine Sprachgespür“ der Autorin. Umgekehrt ist es. Treffsicher markiert die Bunkerzelle auf dem Titel zusammen mit dem Romantitel „Der Glückliche“ das Paradox, das hier verhandelt wird, in einer Art U-Comix-Anmutung auf das Samizdat-Schrifttum psychiatrischer Gefangener anspielend. Die Sprache dagegen ist katastrophal. Sie muss es sein, damit Roswitha Quadflieg diese Familientragödie erzählen kann.

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Ulrike Almut Sandig – Flamingos
Geschichten | Schöffling & Co. 2010
Michael Braun    30.04.2010
Ulrike Sandig | Flamingos  
Helden des Rückzugs

Unter den jungen Novizen der Gegenwartsliteratur hatten sich Anfang des neuen Jahrtausends die notorischen Ich-Sager vorgedrängelt und ihre Ziellosigkeitsgefühle in Erzählungen von großer Erfahrungsarmut ausgebreitet. Ein blässliches, zugleich narzisstisch sich aufblähendes Ich tummelte sich im Zentrum dieser Prosa. Da ist man dankbar, wenn man auf eine Autorin trifft, die dieses stolze Ich vom Thron stößt.

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Nicolai Lilin – Sibirische Erziehung
Roman | Suhrkamp Verlag 2010
Dietmar Jacobsen    27.04.2010
Nicolai Lilin | Sibirische Erziehung  
Gerechtigkeit ist das falsche Konzept
Nicolai Lilins autobiografischer Bericht über einen sibirischen Kriminellen ist auch ein Stück Transformationsliteratur

Von Anfang an nennt man den Jungen „Kolima“ – ein Spitz- oder Rufname, wie ihn jeder in seiner Umgebung hat. Nicolai gehört zu den so genannten „Urki“, einem mafiaähnlichen sibirischen Kriminellenclan, den weder die zaristische noch die spätere kommunistische Regierung unter Kontrolle zu bringen vermochte.

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Grit Kalies – Lamort
Roman | Mitteldeutscher Verlag Halle 2010
Joern Strohner    26.04.2010
Grit Kalies | Lamort  
Angenehm subversiv

Der erste Roman von Grit Kalies entpuppt sich als ein eigenwillig-geistreiches Spiel um das Mysterium des Ich-Erzählers und des Physikers Lamort, das in der Behauptung von Authentizität die „Suspension of disbelieve“ nährt: Ich gebe hier nur das wieder, woran ich mich genau erinnere, nur das, was gewesen ist, …. Mir genügt die Wirklichkeit … , Ich halte mich hier nur an die Regeln und schreibe auf, was gewesen ist. Und anders war es nicht. usw.

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Kritik 14
Kritiken zu Gedichten, Romanen und Erzählungen
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Ich habe ja damals wirklich unmit­tel­bar nach dem Tod Ernst Jandls an diesem Requiem zu schreiben begon­nen, ich muss­te es tun, ich hatte ja sonst nichts mehr, überhaupt nichts mehr, alles war ja verloren­gegangen, also fing ich wie ver­rückt zu schreiben an, das Schreiben als einziges Über­lebens­mittel
Friederike Mayröcker im poet-Gespräch


Ich sehe mich nicht in erster Linie als Autor oder Schriftsteller. Diese Bezeichnung ist mir fremd. Ich habe etwas ge­schrie­ben, und das ist publiziert worden, aber dieses umfassende Gefühl, dass ich Schriftsteller sei, fehlt mir. Wenn man schreibt, dann wird man eben so bezeichnet, doch es bedeutet wenig.
Christoph Wilhelm Aigner im poet-Gespräch