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Gerhard Zwerenz
Die Verteidigung Sachsens und warum Karl May die Indianer liebte

Sächsische Autobiographie in Fortsetzung | Folge 59

Dies ist eine sächsische Autobiographie als Fragment in 99 Fragmenten. Schon 1813 wollten die Sachsen mit Napoleon Europa schaffen. Heute blicken wir staunend nach China. Die Philosophen nennen das coincidentia oppositorum, d.h. Einheit der Widersprüche. So läßt sich's fast heldenhaft in Fragmenten leben.

59

Playmobilmachung von Harald Schmidt

Generaloberst Goldbach
Comic-Serie:
Von Wehrmachtshauptmann Jünger zum NVA-Generaloberst Goldbach
Am 1. November 2008 schrieb der vielseitig intensive FAZ-Feuilletonist Patrick Bahners über die vorangegangene Schmidt-Pocher-Sendung: »Die totale Playmobilmachung – Selbst Pocher ist plötzlich leistungsbereit: Harald Schmidt bebildert Hans-Ulrich Wehlers Gesellschafts­geschichte«. Tatsächlich stand der Geschichtsprofessorenlehrling Wehler nackt da. Pocher glänzte mit stilvoller Zurück­haltung. Schmidts Harald aber ist der deutsche tv-Bühnenweltmeister in der Kunst, die modische Hochstapelei der Intelligentsia in die Dimension geläufiger Comic-Welten zu transformieren. Mit List oder unabsichtlich enthüllt Bahners das geheime Kochrezept seines Blattes, von dem Insider seit längerem flüstern, dessen Comic-Titel übersetzten die gewichtigen Botschaften der Herausgeber aus der glamou­rösen (Feuilleton), desaströsen (Wirtschaft), kommandierenden (Politik) Sklavensprache ins Nachvollziehbare plus dem nötigen Schuss über­kanditeltem Witz. In der Tat, das Blatt der Milliardäre und solcher, die es werden wollen, mutiert im Comic zur karikierend bebilderten Bibel im Zeitalter des Kabaretts. Bahners erkennt in Schmidt + Pocher die Generation Merkel – Wehler – Knopp. Was früher Wehner war, ist nun Wehler. Adenauer und Helmut Schmidt samt Kohl schrumpfen auf Merkel ein und Knopp bringt alle auf den Bildschirm, wenn sie gestorben sind. Die FAZ aber wird gekauft, überflogen und weggeworfen, ausgenommen die Comic-Seiten, die das Geheimnis der Postmoderne enträtseln. Grips zur Lektüre muss der Zeitungs­käufer schon selber aufbringen.
Harald Schmidt erprobte seine spezielle Kunst der Verzwergung bereits am 21.9.2006 in seiner ARD-Sendung an Kunststoff-Figürchen, als sich die Chuzpe des Late-Night-Show-Stars an die deutschen Geisteshelden heran­wagte und einen Benn-Schmitt-Brecht-Jünger-Test improvisierte.
Dass unser nächtlicher Show-Harald Ernst Jüngers Pariser Burgunderszene parodierte, erfreute mich, hatte ich doch den amourösen Hintergrund dieser Lieblingsgeschichte der FAZ und anderer Kriegskameraden ein paar Monate zuvor, am 21.1.06 in Ossietzky Heft 2 unter dem Titel »Der Held von Paris« angemessen ausgeleuchtet und auch in der Folge 5 dieser Serie zitiert. Da nicht anzunehmen ist, jeder User sei von Anfang an dabei, hier ein kurzes Zitat:
Ernst Jünger unterhielt als Besatzungsoffizier von 1941-44 in der franzö­sischen Hauptstadt eine »Liebesaffäre ... mit der deutschstämmigen und ebenfalls verheirateten Kinderärztin Sophie Ravoux.« Mit dieser veritablen Sensation überraschte die feingebildete FAZ zu Jahresbeginn am 3.1.06 die begierig lauschende Weltöffentlichkeit.
Ernst – der Tausendsassa! Im 1. Weltkrieg ein Dutzend Verwundungen im Grabenkampf und im 2. Weltkrieg drei Jahre hindurch germanischer Bettschatz in der Stadt der Liebe. Dabei hatte er das Abenteuer in seinen Meisterwerken so plural und sorgfältig verschlüsselt – bald trieb er es mit »Madame Dancart«, dann mit »Charmille«, »Madame R.« oder der »Doctoresse«, hinter welcher Vielzahl doch immer nur die eine Dame, genannt »Spinnen-Frau« steckte, zu der er sich als tapfrer »Tiger-Mann« gesellte. Denn, erfahren wir aus Dichtermund: »Zeugung und Tötung werden zu simultanen Vorgängen: etwa in der Umarmung von Spinnen-Frau und Tiger-Mann ...«
Paris als Zoo. Das FAZ-Feuilleton als Zoo-Handlung. Bald wird bei Ikea die Ernst-Jünger-Matratze im Angebot sein. Frau Gretha Jünger aber saß daheim als »Betrogene«, die »dreimal von dem Verhältnis« erfährt. Dreimal? War sie etwas vergesslich? Der Held selbst über seine tragische »Rolle im Dreiecksverhältnis« in nobelster Herrenprosa: »Unter uns Männern: Zwischen zwei Frauen kann unsere Lage der des Richters beim salomonischen Urteil gleichen – doch sind wir das Kind zugleich.« Wir danken dem Besatzungs­hauptmann Jünger und seinem Hausmitteilungsblatt FAZ für diese Sternstunde erotisch-literarischer Volksaufklärung. Eine Frage zu der speziellen Kinder-Rolle hätten wir noch: Wo deponierte der Tiger-Mann seinen Pour-le-Merite-Orden, wenn er mitten im besetzten Paris seine deutsch-französische Spinnen-Frau bestieg?
Die Liebesgeschichte des Hauptmanns von der französischen Bettenfront erklärt auch die Pariser Burgunder-Szene. Jünger hält heldenhaft die Front auf'm Hotelbalkon und prostet den alliierten Fliegern so illuster Rotwein trinkend zu, dass über den Dächern die Bomben respektvoll und erschrocken innehalten.
Harald Schmidt spielt 62 Jahre später die Heldenszenen im tv-Mini-Theater nach, auf dass den heutigen Zuschauer von der Generation »Leck mich, aber mach mich nicht nass« jenes Romanzengefühlt durchrieselt, das die Väter zu Weihnachten befiel, wenn unterm Tannenbaum die Ritterburg aufgebaut war.
Ein Haus in der Nachbarschaft. Der Großvater Vogel ein Sozi. 1933 verwarnt, dann geduldet. Lebte von ein paar Schafen und Hühnern. Der eine Schwiegersohn wollte im Krieg desertieren und wurde erschossen. Es seien die Russen gewesen, behauptete sein Hauptmann. Der zweite Schwieger­sohn starb im KZ. Seine Frau wurde in der DDR Staatsanwältin. Ob sie sich durch Härte rächte wie Hilde Benjamin den Tod ihres Mannes unterm Fallbeil der Nazis, weiß ich nicht, Es gab noch eine rote Familie im Haus. Der Mann fiel bei Kriegsanfang, der Sohn gegen Ende. Der Großvater, der schließlich alle überlebte, hörte sich meinen damaligen kindlichen Wunsch, das Segelfliegen zu lernen, lächelnd an: »Fliegen? Segelfliegen?« Wir standen in seinem Garten auf dem Gablenzer Berg und blickten auf die Stadt mit ihren hundert Schornsteinen. Er sagte: »Wegfliegen!« Er war siebzig Jahre, ich war zwölf. Es gibt zeitlose Generationen.
Im Spiegel 42/2008 lese ich über den verstorbenen NVA-Generaloberst Joachim Goldbach, einen Sachsen und stellvertretenden DDR-Verteidigungs­minister:»1988 beriet er mit einigen vertrauenswürdigen Kameraden, ob es nicht an der Zeit wäre, Honecker, Mielke und Co. wegzuputschen. ›Aber mit wem? Ich kommandiere ja nur Schlosser und Bäcker‹, gestand er später. Dafür griff er am zweiten Morgen nach dem Mauerfall machtvoll in das Rad der Geschichte. Er brüllte seinen Minister und dessen Generalsgehilfen 20 Minuten so lautstark und energisch zusammen, dass die ihre Idee, mit NVA-Panzern die offene Grenze zu schließen, fallen ließen.« Diesen General hätte ich gern kennengelernt. Warum erfahren wir erst nach seinem Tod von ihm? Dem Internet ist zu entnehmen, Goldbach wurde am 30. Mai 1997 in den Mauerschützen-Prozessen zu 3 Jahren und 3 Monaten Haft wegen Beihilfe zum Totschlag sowie zweifacher Beihilfe zum versuchten Totschlag verurteilt. Soweit ich sehe, wurde kein einziger General Hitlers von deutschen Gerichten verurteilt. Sie wurden ja von Adenauer gebraucht und hatten auch nur im Nazi-Heer mitgemacht. Generaloberst Goldbach führte dummerweise nicht Hitlers Krieg. Sein Pech. Dass die Sowjets bei ihrer Rückverwandlung in Russen die vormaligen Verbündeten, auch Untergebenen, nicht gegen Adolfs und Konrads Schwertträger zu schützen wussten oder wagten, ist schandbar.
Nach dem Sieg über Napoleon hockten die Monarchen sich ans feudale Kaminfeuer und klauten Sachsen fast die Hälfte seines Territoriums, zur Strafe dafür, dass seine Truppen erst spät von den Franzosen abgefallen waren.
In der allfälligen Geschichtsschreibung herrscht die Meinung vor, von da an sei Sachsen aus der großen Politik ausgeschieden. Das stimmt nur halb, denn die zurückgenommene Nordgrenze und das in der Verkleinerung fester strukturierbare Land führten zur industriellen Modernisierung. Sachsen erreichte in Kontinentaleuropa zusammen mit Belgien einen Spitzenplatz, was wiederum das Entstehen der Arbeiterbewegung förderte.
Sachsen wurde rot. Sozialdemokratisch bis zum 1. Weltkrieg, von da an kommunistisch revoltierend, ab 1933 widerständiger als andere, ab 1945 im Versuch, mit der DDR ein Groß-Sachsen zu errichten, wie anders als mit sowjetischer Hilfe. Warum auch nicht. 1813 hatten Sachsens Soldaten Napoleon im Stich gelassen und waren zum Zaren samt Wiens Kaiser und Berlins König übergegangen. 1945 setzten sie auf den Zaren Stalin und ließen Walter Ulbricht zum DDR-König aufsteigen. Die DDR war die sächsische Rache für frühere Niederlagen. Die Gelegenheit war günstig. Eine DDR als das bessere Deutschland. Vorsorglich saßen zwei Sachsen an den Hebeln der (geliehenen) Macht. Walter Ulbricht in Ostberlin, Herbert Wehner in Bonn. So entstanden der rheinische Kapitalismus und die sächsische Wismut, bis beide vereinigt wurden zur Großmacht-Phantasie, Berliner Republik genannt, die ihre Freiheit am Hindukusch verteidigt und bald allüberall in der weiten Welt. (Peter Struck in Menschen bei Maischberger ARD am 21.10.08) Da ich nicht einsehen kann, weshalb für mein Pleißenland in Asien gefochten werden soll, nachdem das zweimal an der Wolga scheiterte, erinnere ich mich ans Nachkriegs-Losungswort »Ohne mich« und verweigere die Rücknahme der Reformation durch die Generäle der Gegen­reformation. Wer also, ihr schwarzen Brüder, klaute Luthers Thesen von der Wittenberger Kirchentür? Schorlemmer, gib bitte Antwort und sei es per Orgel.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg setzten die protestantischen Gemeinden in Sachsen/Thüringen als erstes ihre Gotteshäuser instand, und war das Dach wieder dicht, kam es auf die Orgel an, die tönen zu hören, Gottvertrauen schuf. Die innige Musikalität, dieser himmlische Einschmeichelton, erbrachte jene landesweite Pfarrhaus-Orgelkunst, die aus allen Kirchen und Pfarrerstuben erklang, was den gottesfürchtigen Gemeinden genügte. Als aber einer aus Thüringen endlich nach Leipzig gelangte, weigerte sich die kirchliche Hierarchie, ihn als Genie anzuerkennen, und als es misslang und dieser Johann Sebastian Bach an Können und Ruhm alles vordem dagewesene kirchturmhoch übertraf, rächte sich das Milieu, indem es ihn nach seinem Tode vergessen machte, so dass er erst später neu entdeckt werden musste.
Die sächsisch-thüringische Geographie lehrt das Beispiel europäischer Enge. Treibt einzelne Knospen hervor. Und den Widerstand der Massen dagegen. Um im angesagten Kleinraum zu bleiben: Karl May, Richard Wagner, Friedrich Nietzsche als drei intensive Beispiele in der Nachfolge Bachs …
Es gibt in der amerikanischen Weitraumlandschaft keine Analogien. Erst in der modernen Kunst und Literatur treibt die Enge der Metropolen jene namhaften Exempel hervor, die wir von Europa aus als europäische Zweige empfinden und begrüßen. Insofern rächen wir dekadenten Europianer uns, der hiesigen US-Kolonisationskultur widerstehend. Norman Mailer, Raymond Chandler, Philip Roth sind viel mehr aus unserm Eichenholz geschnitzt als aus dem Gestrüpp der Prärie, ja sie sind europäischer als wir, weil sie unsere Traditionen mit den neuen amerikanischen Möglichkeiten verbanden, was die US-Traditionalisten noch mehr entsetzte. Woody Allen ist als Jude in Amerika freier als er jemals im Vernichtungserdteil hätte sein können. Seine Psycho-Akrobatik braucht New York, doch ohne die Wurzel Europa und dessen Enge wäre er nicht mehr als ein Komödiant.
Höchste Zeit also für uns, die eigene Kultur zu revitalisieren. Es ist die Schärfe unserer Kopfspekulanten und philosophischen Artisten, die unsern Weltstatus ausmacht. Und da wir wissen, wie alles entstanden ist, wissen wir auch, wie aus den Denkern Henker wurden. Wir kennen die Grenze, von der an es nach verbranntem Fleisch riecht. Wir haben's erlebt, dass da welche aufstehen und sagen: Es duftet! Wir sagen hingegen: Es stinkt! In diesen Nasenfragen haben wir Erfahrung, da kann man von uns lernen.
Ich hab da mal ne Frage: Wohin ist Sachsen geraten? Gibt's das Land noch? Wie tief gründet der sächsische Sumpf? Ist der Sumpf versumpft versunken? Die Helden der Heldenstadt krochen wohl bei der Soko Leipzig als Kommis­sare unter. Die Bürgerrechtler verteidigen als friedlich siegende Revolutionäre unsere Demokratie in Afghanistan. Von hinten durch die Brust ins linke Auge geschossen – Kindermund. In der Berliner Republik fechten sie für unsere Freiheit wie von 1933 bis 1945 und ab 1945 wieder gegen die Linke. »Siehe, wir wissen … dass alle Dinge ewig wiederkehren und wir selber mit …« (Nietzsche in Also sprach Zarathustra) Nietzsche ist zwar gebürtiger Sachse, doch wenn er als Zarathustra so redete, spielte er den Rasputin. Beide Männer wären noch etwas für Harald Schmidts Comic-Puppenspielkiste.
Im Hausarchiv befinden sich Reden, die ich nach 1957 über den Rundfunk an die Ostdeutschen richtete. Zu meinem Bedauern blieben meine Warnungen so folgenlos wie vordem unsere Aufrufe aus der sowjetischen Gefangenschaft an die Wehrmacht, den Krieg zu beenden. Soll ich meiner Enttäuschung so emotional nachgeben, wie das heute Brauch ist? In einer Diskussionsrunde bei Phönix stritt sich der letzte DDR-Innenminister Diestel mit Jochen Staadt, einem Mitarbeiter der Birthler-Behörde. Knackpunkt war der Diktaturvergleich zwischen Hitler-Reich und DDR. Gern wird dabei auf Hannah Arendts Totalitarismus-Theorie verwiesen, darin aber ist die DDR gar nicht einbezogen. Tatsächlich liegt in diesem Vergleich eine verlogene Angleichung. Beide Staaten sind eben nicht in eins zu setzen, geschieht es doch, würde das Nazi-Reich unzumutbar entlastet. Die DDR als Folge des 2. Weltkrieges und des sowjetischen Sieges entsprach in der Machtausübung exakt Moskauer Strukturen und den Erfahrungen deutscher Kommunisten im antifaschistischen Widerstand. Dass deutsche Linke oft sowohl von Hitler wie Stalin verfolgt worden sind, engte ihre Handlungsmöglichkeiten zusätzlich ein.
Die DDR forderte in den vier Jahrzehnten ihrer Geschichte Opfer. Doch die Weimarer Republik kostete in dem Jahrdutzend ihrer Existenz weit mehr Menschenleben. Wer Kriege führt, sollte deren Folgen und schwerwiegenden Hinterlassenschaften nicht leugnen oder Sündenböcken aufladen.
Die Psyche der an ihren Verfolgungssyndromen leidenden Kommunisten reicherte sich im Widerstand mit Erfolgserlebnissen an, was die DDR-Elite dann in politische und kulturelle Prinzipien umzusetzen suchte. Nicht benannt werden durften die aus Stalins Gewaltexzessen resultierenden Ängste. Dies die Misere - und der DDR-Machtapparat blieb davon betroffen, so wie heute im Antiterrorkrieg der USA und ihrer Verbündeten der Abbau von Freiheitsrechten eskaliert.
Kaum war diese 59. Folge im Kasten, ist zu lesen, Sachsen steht per Pisa an der Spitze. Sachsen sind eben helle. Junge Sachsen doppelt helle. Was aber, wenn sie die Schule verlassen? Arbeitslos. Ab in den Westen. Nach Österreich, Holland, in die Schweiz oder die USA? Wir fordern Pisa-Tests für Politiker. Sonst weg damit und in Harald Schmidts Zwergen-Panoptikum.
Wir aber widerrufen jene allstaatlich verordnete Vergessenheit, die über die Leipziger Philosophie gebreitet wurde. Wir erwarten von Sachsen, dass neben dem Marx-Nischel ein Bloch-Kopf zu stehen kommt. Motto: Marx und Bloch und der Dritte Weg.
Theorie:

Der Bloch-Kreis
Die Revolte der Philosophen
Vom Möglichen im Wirklichen
Links- und Rechtsblochianer
Die permanente Reformation
Glanz und Elend der 56er
Knackpunkte und Praktika
Der letzte strategische Denker
Die europäische Revolution
Botschaft für den guten Rest der Kopfmenschen

Praxis:

Christ ist, wer getauft wurde und an das Sakrament glaubt.
Jude ist, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde und sich
zum Judentum bekennt.
Marxist ist, wer sich an Marx orientiert.
Wer aber, zum Teufel, ist Blochianer?
PS: Beginn mit dem spitzen Harald Schmidt, Ende mit dem Selbstparodisten Harald Schmidt, der vergangene Nacht die Burda-Bambi-Preisverleihung moderierte. Das scheue Rehlein versuchte von der Bühnenrückseite den 1. 200 versammelten Promis zu entkommen. In Indien gabs zur selben Stunde Terror. Man stelle sich sowas bei Bambi vor. Wir wären auf einen Schlag die wertebestimmende Hochkultur los. Zum Glück verhindert Schäuble unsere Terroristen, noch bevor sie selbst wissen, dass sie's sind.

Das nächste Kapitel erscheint am Montag, den 8. Dezember 2008.


Gerhard Zwerenz   01.12.2008    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen
Gerhard Zwerenz
Serie
  1. Wie kommt die Pleiße nach Leipzig?
  2. Wird Sachsen bald chinesisch?
  3. Blick zurück und nach vorn
  4. Die große Sachsen-Koalition
  5. Von Milbradt zu Ernst Jünger
  6. Ein Rat von Wolfgang Neuss und aus Amerika
  7. Reise nach dem verlorenen Ich
  8. Mit Rasputin auf das Fest der Sinne
  9. Van der Lubbe und die Folgen
  10. Unser Schulfreund Karl May
  11. Hannah Arendt und die Obersturmbannführer
  12. Die Westflucht ostwärts
  13. Der Sänger, der nicht mehr singt
  14. Ich kenne nur
    Karl May und Hegel
  15. Mein Leben als Prophet
  16. Frühe Liebe mit Trauerflor
  17. Der Schatten Leo Bauers
  18. Von Unselds Gegner zu Holtzbrincks Bodyguard
  19. Karl May Petrus Enzensberger Walter Janka
  20. Aus dem Notizbuch eines Ungläubigen
  21. Tanz in die zweifache Existenz
  22. General Hammersteins Schweigen
  23. Die Pleiße war mein Mississippi
  24. Im Osten verzwergt und verhunzt?
  25. Uwe Johnson geheimdienstlich
  26. Was fürchtete Uwe Johnson
  27. Frühling Zoo Buchmesse
  28. Die goldenen Leipziger Jahre
  29. Das Poeten-Projekt
  30. Der Sachsenschlag und die Folgen
  31. Blick zurück auf Wohlgesinnte
  32. Sächsische Totenfeier für Fassbinder (I)
  33. Sächsische Totenfeier für Fassbinder (II)
  34. Brief mit Vorspann an Erich Loest
  35. Briefwechsel mit der Welt der Literatur
  36. Die offene Wunde der Welt der Literatur
  37. Leipzig – wir kommen
  38. Terror im Systemvergleich
  39. Rachegesang und Kafkas Prophetismus
  40. Die Nostalgie der 70er Jahre
  41. Pauliner Kirche und letzte Helden
  42. Das Kickers-Abenteuer
  43. Unser Feind, die Druckwelle
  44. Samisdat in postkulturellen Zeiten
  45. So trat ich meinen Liebesdienst an …
  46. Mein Ausstieg in den Himmel
  47. Schraubenzieher im Feuchtgebiet
  48. Der Fall Filip Müller
  49. Contra und pro Genossen
  50. Wie ich dem Politbüro die Todesstrafe verdarb
  51. Frankfurter Polzei-buchmesse 1968
  52. Die Kunst, weder Kain noch Abel zu sein
  53. Als Atheist in Fulda
  54. Parade der Wiedergänger
  55. Poetik – Ästhetik und des Kaisers Nacktarsch
  56. Zwischen Arthur Koestler und den Beatles
  57. Fragen an einen Totalitarismusforscher
  58. Meine fünf Lektionen
  59. Playmobilmachung von Harald Schmidt
  60. Freundliche Auskunft an Hauptpastor Goetze
  61. Denkfabrik am Pleißenstrand
  62. Rendezvous beim Kriegsjuristen
  63. Marx, Murx, Selbstmord (der Identität)
  64. Vom Aufsteiger zum Aussteiger? (I. Teil)
  65. Vom Aufsteiger zum Aussteiger? (II. Teil)
  66. Der Bunker ...
  67. Helmut auf allen Kanälen
  68. Leipzig anno 1956 und Berlin 2008
  69. Mit Konterrevolutionären und Trotzkisten auf dem Dritten Weg
  70. Die Sächsischen Freiheiten
  71. Zwischen Genossen und Werwölfen
  72. Zur Geschichte meiner Gedichte
  73. Poetenladen: 1 Gedicht aus 16 Gedichten
  74. Der Dritte Weg als Ausweg
  75. Unendliche Wende
  76. Drei Liebesgrüße für Marcel
  77. Wir lagen vor Monte Cassino
  78. Die zweifache Lust
  79. Hacks Haffner Ulbricht Tillich
  80. Mein Leben als Doppelagent
  81. Der Stolz, ein Ostdeutscher zu sein
  82. Vom Langen Marsch zum 3. Weg
  83. Die Differenz zwischen links und rechts
  84. Wo liegt Bad Gablenz?
  85. Quartier zwischen Helmut Schmidt und Walter Ulbricht
  86. Der 3. Weg eines Auslandssachsen
  87. Kriegsverrat, Friedensverrat und Friedenslethargie
  88. Am Anfang war das Gedicht
  89. Vom Buch ins Netz und zur Hölle?
  90. Epilog zum Welt-Ende oder DDR plus
  91. Im Hotel Folterhochschule
  92. Brief an Ernst Bloch im Himmel
  93. Kurze Erinnerung ans Bonner Glashaus
  94. Fritz Behrens und die trotzkistische Alternative
  95. 94/95 Doppelserie
  96. FAUST 3 – Franz Kafka vor Auerbachs Keller
  97. Rainer Werner Fassbinder ...
  98. Zähne zusammen­beißen ...
  99. Das Unvergessene im Blick
    1. Nachwort
Nachworte
  1. Nachwort
    siehe Folge 99
  2. Auf den Spuren des
    Günter Wallraff
  3. Online-Abenteuer mit Buch und Netz
  4. Rückschau und Vorschau aufs linke Leipzig
  5. Die Leipziger Denkschule
  6. Idylle mit Wutanfall
  7. Die digitalisierte Freiheit der Elite
  8. Der Krieg als Badekur?
  9. Wolfgang Neuss über Kurt Tucholsky
  10. Alter Sack antwortet jungem Sack
  11. Vor uns diverse Endkämpfe
  12. Verteidigung eines Gedichts gegen die Gladiatoren
  13. Parademarsch der Lemminge und Blochs Abwicklung
  14. Kampf der Deserteure
  15. Fritz Bauers unerwartete Rückkehr
  16. Der Trotz- und Hoffnungs-Pazifismus
  17. Als Fassbinder in die Oper gehen wollte
  18. Was zum Teufel sind Blochianer?
  19. Affentanz um die 11. Feuerbach-These
  20. Geschichten vom Geist als Stimmvieh
  21. Von Frankfurt übern Taunus ins Erzgebirge
  22. Trotz – Trotzalledem – Trotzki
  23. Der 3. Weg ist kein Mittelweg
  24. Matroschka –
    Die Mama in der Mama
  25. Goethe bei Anna Amalia und Herr Matussek im Krieg
  26. Der Aufgang des Abendlandes aus Auerbachs Keller
  27. Jan Robert Bloch –
    der Sohn, der aus der Kälte kam
  28. Das Buch, der Tod und der Widerspruch
  29. Pastor Gauck oder die Revanche für Stalingrad
  30. Bloch und Nietzsche werden gegauckt ...
  31. Hölle angebohrt. Teufel raus?
  32. Zwischen Heym + Gauck
  33. Von Marx über Bloch zu Prof. Dr. Holz
  34. Kafkas Welttheater in Auerbachs Keller
  35. Die Philosophenschlacht von Leipzig
  36. Dekonstruktion oder Das Ende der Ver­spä­tung ist das Ende
  37. Goethes Stuhl – ein Roman aus Saxanien
  38. Meine Weltbühne im poetenladen
  39. Von Blochs Trotz zu Sartres Ekel
  40. Die Internationale der Postmarxisten
  41. Dies hier war Deutschland
  42. Kopfsprünge von Land zu Land und Stadt zu Stadt
  43. Einiges Land oder wem die Rache gehört
  44. Schach statt Mühle oder Ernst Jünger spielen
  45. Macht ist ein Kriegszustand
  46. Dekonstruktion als Kriminalgeschichte I
  47. Damals, als ich als Boccaccio ging …
  48. Ein Traum von Aufklärung und Masturbation
  49. Auf der Suche nach der verschwundenen Republik
  50. Leipzig am Meer 2013
  51. Scheintote, Untote und Überlebende
  52. Die DDR musste nicht untergehen (1)
  53. Die DDR musste nicht untergehen (2)
  54. Ein Orden fürs Morden
  55. Welche Revolution darfs denn sein?
  56. Deutschland zwischen Apartheid und Nostalgie
  57. Nietzsche dekonstruierte Gott, Bloch den Genossen Stalin
  58. Ernst Jünger, der Feind und das Gelächter
  59. Von Renegaten, Trotzkisten und anderen Klassikern
  60. Die heimatlose Linke (I)
    Bloch-Oper für zwei u. mehr Stimmen
  61. Die heimatlose Linke (II)
    Ein Zwischenruf
  62. Die heimatlose Linke (III)
    Wer ist Opfer, wer Täter ...
  63. Die heimatlose Linke (IV)
    In der permanenten Revolte
  64. Wir gründen den Club der
    heimatlosen Linken
  65. Pekings große gegen Berlins kleine Mauer
  66. Links im Land der SS-Ober­sturm­bann­führer
  67. Zweifel an Horns Ende – SOKO Leipzig übernimmt?
  68. Leipzig. Kopfbahnhof
  69. Ordentlicher Dialog im Chaos
  70. Büchner und Nietzsche und wir
  71. Mit Brecht in Karthago ...
  72. Endspiel mit Luther & Biermann & Margot
  73. Die Suche nach dem anderen Marx
  74. Wer ermordete Luxemburg und Liebknecht und wer Trotzki?
  75. Vom Krieg unserer (eurer) Väter
  76. Wohin mit den späten Wellen der Nazi-Wahrheit?
  77. Der Feind ist in den Sachsengau eingedrungen
  78. Die Heldensöhne der Urkatastrophe
  79. Die Autobiographie zwischen
    Schein und Sein
  80. Auf der Suche nach der verlorenen Sprache
  81. Atlantis sendet online
  82. Zur Philosophie des Krieges
  83. Deutsche, wollt ihr ewig sterben?
  84. Der Prominentenstadl in der Krise
  85. Der Blick von unten nach oben
  86. Auf der Suche nach einer moralischen Existenz
  87. Vom Krieg gegen die Pazifisten
  88. Keine Lust aufs Rentnerdasein
  89. Von der Beschneidung bis zur
    begeh­baren Prostata
  90. Friede den Landesverrätern
    Augstein und Harich
  91. Klarstellung 1 – Der Konflikt um
    Marx und Bloch
  92. Bloch & die 56er-Opposition zwischen Philo­sophie und Verbrechen
  93. Der Kampf ums Buch
  94. Und trotzdem: Ex oriente lux
  95. Der Soldat: Held – Mörder – Heiliger – Deserteur?
  96. Der liebe Tod – Was können wir wissen?
  97. Lacht euren Herren ins Gesicht ...
  98. Die Blochianer kommen in Tanzschritten
  99. Von den Geheimlehren der Blochianer
Aufsatz