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Gerhard Zwerenz
Die Verteidigung Sachsens und warum Karl May die Indianer liebte

Sächsische Autobiographie in Fortsetzung | 61. Nachwort

Dies ist eine sächsische Autobiographie als Fragment in 99 Fragmenten. Schon 1813 wollten die Sachsen mit Napoleon Europa schaffen. Heute blicken wir staunend nach China. Die Philosophen nennen das coincidentia oppositorum, d.h. Einheit der Widersprüche. So läßt sich's fast heldenhaft in Fragmenten leben.

  61. Nachwort

Die heimatlose Linke (II)
Ein Zwischenruf



Detail­aufnahme aus dem Heiner-Müller-Archiv von Vergiss die Träume
deiner Jugend nicht.
Suchte Heiner Müller die Träume seiner Jugend
bei Ernst Jünger?



Merkel ist als Siegertyp das coole Resultat aus den Wassern von Elbe, Pleiße und Spree, also unklar bis auf den kühlen Grund. Als Mädchen überlebte sie FDJ, DDR-Akademie und Bürgerbewegung, ließ sich in Bonn von oben her fördern und fiel am Ende der Aufstiegsphase wie Ziethen aus dem Busch über die eigene Partei her. Die CDU am Boden, Angela mit dem Fuß drauf, Obama küsst Germania und hängt ihr schließlich die US-Medal of freedom um den ucker­märkisch fett­gepols­terten Hals.
  Dies der Grund, unsere Bloch-Oper per Zwischenruf zu unterbrechen. Was soll ein Philosoph als geistiger Friedens­fürst, wird der bürgerliche Klassenkampf explo­siv von oben mit soviel femininer Power geführt.
  Das 60. Nachwort endete mit Barbara Kalenders und Jörg Schröders Info, die uns ein Foto aus dem Buchbestand im Heiner-Müller-Archiv mailten. Wir merkten dazu an: Vergiss die Träume deiner Jugend nicht aus dem Jahre 1989 enthält den Erstdruck der 22 Teile meiner Sklaven­sprache-Gedichte, die jetzt die Bloch-Oper in Kapitel unterteilen. Mit Heiner Müller gibt's dazu einen Briefwechsel, inklusive seines einfältigen Besuchs bei Ernst Jünger und ihrer gemeinsamen Front gegen Wolfgang Harich.
  Tatsächlich wollte Heiner Müller die Sklaven­sprache-Gedichte insze­nieren – später. Warum später? Er war von der dekon­struk­tiven Selbst­analyse des Typs Intel­ligentsia betroffen. Sein dra­matur­gisches Potential spürte die Grenz­gefahren. Heiner Müller im intri­ganti­schen Doppel­kopf beim Stahl­helm­dichter­fürsten Ernst Jünger, dessen Szene Exeku­tion eines Deser­teurs zur klas­sischen deutschen Lite­ratur gerechnet wird, zumal der Hauptmann selbst den Schieß­befehl erteilte. Das geilt die Deutsch­lehrer auf. Nun kachelten Müller / Jünger lustig bos­haft gegen Wolfgang Harich, der unterm Druck der Stasi-Haft alle Freunde von Lukács bis Bloch und Janka belas­tete, um sein kost­bares Leben vorm Todes­urteil zu retten. Würde das kein gutes Theater­stück, wird die auto­bio­graphische Dekon­struktion gewagt? Die Freiheit liegt in der Rebel­lion, Heiner Müller rebellierte nicht, wusste aber die innerparteiliche Oppo­sition zu schätzen. Am 21.12.1993 gab er der Frank­furter Rundschau darüber ein auf­schluss­reiches Interview:


Beim Nachlesen begriff ich, weshalb er die Arbeit mit den Sklavensprache-Texten auf bessere Zeiten verschob. Mir selbst fielen Bekennt­nisse leichter. Warum wohl, Genossen? Von den West­herren­kollegen nicht zu reden. Ich schmücke mir drama­tur­gisch aus, wie Heiner M. den Ernst J. aufsucht, dessen Stahl­helm mit Einschuss­loch aus Welt­krieg I sachte aufprobiert und dem bösen Wolfgang H. eins auf die Nase gibt. Ein Drei-Personen-Stück mit Peter Hacks im Off, denn er hasst den Heiner M. auch, und das sind die viel­verschwie­genen kleinen Dramen im großen Zeit­alter des sieg­reichen Sozia­lis­mus. Ich stelle das fast ohne Ironie fest, denn unser Heiner hatte sich ja abgesichert, indem er eine „linke Oppo­sition“ erwähnte, die er von Bloch bis Zwerenz ausmachte. Man hatte in der Zeit lieber die eigene Kar­riere vorgezogen. Soviel war ihm aus Vergiss die Träume deiner Jugend nicht klar geworden. Mir wiederum war klar geworden, dass ich die vielen erschos­senen Welt­krieg-II-Deser­teure zum großen Marsch der Wieder­kehr aufrufen muss, und, wie beschrieben, mitten durch Leipzig geht der Lauf, Beginn am Dimitroff­platz, der nicht mehr so heißt, denn ein jüdischer Genosse, der Göring zum Gespött der Welt werden lässt, hat zu verschwinden, wenn die neuen Götter es wollen. Der Zug der Rächer marschiert zu Auerbachs Keller, wo unser kafkaeskes Welt­theater die Exekution Ernst Jüngers probt. Der Regie führende BB meint inzwischen, jeder Einzelne der exeku­tierten Wehr­machts­soldaten darf einen seiner Exeku­teure exekutieren, was wir Pazi­fisten natürlich ablehnen, obwohl selbst Stalin oder Churchill – die Infor­mation ist unklar – 50.000 führende Feinde, recte deutsche Offiziere, hatte erschießen lassen wollen, was auch nicht die feine englische Art gewesen wäre, bei der sowjetischen Methode verbietet sich die elegante Variante von selbst. Gleichwohl befinden wir uns damit in den höheren Sphären der Weltliteratur von Shakespeare bis Dostojewski, um nur der Klassiker zu gedenken und nicht der Abteilung von Heiner Müller über Enzensberger bis Jonathan Littell.
  Die Umwertung der Werte ist auch nicht ohne. Unsere Leser kennen Ernst Jünger, Carl Schmitt und Martin Heidegger als die drei Heiligen aus dem deutschen Abendland, die zu den unumstöß­lichen Idolen der FAZ zählen. Was aber erlaubte deren Patrick Bahner sich jüngst am 23.5.2011 in diesem Blatt? Hitlers Staats­jurist Carl Schmitt wird furchtlos glatt als „Trinker, Ehe­brecher und Juden­hasser“ dekon­struiert. Ja wie denn, möchte jetzt eine Edelfeder die heimat­treuen Konser­vativen verlassen und sich der heimat­losen Linken asso­ziieren? Keine Bange. Wird der eine SA-Mann als saufender Saukerl entlarvt, tritt Martin Heidegger zwei Tage später als zweiter heiliger SA-Mann in der Zeitung an. Jedem das Seine? Angeblich wusste keiner etwas vom Eingangstor zur Hölle. Nur ich zählte offenbar zur idiotischen Minderheit, die ent­schlüsselte, was gemeint war, wenn in der Fabrik wieder eine Arbeitskollegin meiner Mutter leise zu mir sagte: Gerhard, die machen uns unsere Männer kaputt... Die Männer verschwan­den am Anfang ins Zuchthaus Zwickau, dann ins KZ Sachsenburg und später nach Buchenwald.

Wir Ursachsen wissen, ein Bad in der Pleiße hat mythische Qualität wie Siegfrieds tiefes Eintauchen in Drachen­blut. Pleiße-Ost ist, was Ruhr-West ist, nein war. Als Kupfer­schmiede­lehr­ling schraubte ich mir in den Färbereien Crimmit­schauer Textil­fabriken an den Rohrleitungen die Hände wund. Was ist Tal­sperren­wasser, was Pleißen­wasser, was stinkende Abwasser­jauche. Nasse Klamotten, Schweiß­bäche im Hemd, Rohrzange her, Hammer­schlag drauf und immer den Plan im Schädel, euch werde ich sobald wie möglich entkom­men. Als die Wehrmacht Prag besetzte, war die Flucht im Segelflug­zeug passé. 1941 entwich der Heß mit einer Messer­schmitt gen Engeland, was der Obernazi kann, kann ein Kupfer­schmied schon lange. Gefährlich ist's, den Leu zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn. Jedoch der schreck­lichste der Schrecken, das ist den Kupferschmied am Arsch zu lecken, denn da ist Grünspan dran. Kollege Schillers Glocke wird in der Pleiße ver­senkt. Das ist gewiss schön gesagt, dazu noch klassische Parodie, die Hartwig heute linkerhand meistert, der Volks­sänger der DDR, der nicht mehr sang und doch wieder singt, der diplo­mierte Philo­sophie­kenner, Mathelehrer, National­hymnen-Mon­teur und was weiß ich noch alles. Indem er von Anfang an Leipziger Echolaute in die Taunusberge schickte, entdeckte ich in ihm ein Stück meines Leipziger Pseudonyms Gert Gablenz, der bekanntlich 1957 in meiner Stu­denten­bude an der Pleiße zurückblieb, um Heimat-Infos nachzumailen.
 
 
Hartwig Runge (ingografik) in Leipzig aufrecht und unver­wüst­lich wie ein Doppel­gänger von Gert Gablenz.


Geht was kaputt, wird's wieder zusammen­geklebt ...
 


Hallo Hartwig, du lebst am Ort des Geschehens und weißt, die Pleiße, der ver­ach­tete kleine gewesene Indus­trie­fluss ist das Pseudonym sächsi­scher Pro­duktions­stätten mit Arbeiter­bewe­gung. Ende der Romantik. Genossen, die Arsch­trommel geht um. Wir sind lauter heimat­lose Linke. Bei­nahe wäre die DDR allen Widrig­keiten zum Trotz doch noch gelungen. Die entschei­dende Absage geschah am 28.11.1956 mit Ulbrichts Brief nach Leipzig, mit dem die Ent­intellek­tuali­sierung der Partei zum Pro­gramm erhoben wurde. Kleine Erin­nerung gefäl­lig zum Auf­füllen der Ge­dächt­nis­lücke? Das kommt noch.

In dieser ver­rot­teten Kultur­wüste, wo die einen Opportunos den anderen die Patsch­händ­chen reichen, statt sich aus lauter Scham gegenseitig die Klöten zu quetschen, bis es quietscht, in diesem Panoptikum der Moderne gibt es noch Heldentaten.
  Am 7.5.1011 verkündet der Mixa-Nach­folger Franz Josef Overbeck als Militär­bischof mitten in der FAZ: „Ein radi­kaler Pazi­fismus hilft den Menschen nicht.“ Nun ja, zweitausend Jahre nach dem Kreuzes­tod ihres urpazi­fisti­schen Jesus geht ihnen die Verleumdung gebets­flink von den frommen Lippen. Mein Freund Graf Einsiedel erzählte gern, in einem streng geheimen Keller­verlies des Vatikan hängt der wie­der­aufer­standene Jesus am Kreuz und jeder Papst müsse sich um Mitter­nacht davon überzeugen, um sicher­zustellen, der verdammte Gottessohn steigt nicht herab und verkündet die Wahrheit, er sei als Spartacus wieder­gekehrt zur Erde. Das könnte eine Geschichte von Karl Marx sein. Der Dresdner Ev. Kirchen­tag ging nun doch vorüber ohne Schorlemmer, der Schwerter zu Pflug­scharen umhämmert. Ihr seid mir alle zusammen schöne Christen. Statt Antwort ein Zitat aus Folge 53:
  Als neunzehn­jähriger Wehrmachts­sachse lag ich Anfang 1944 mit einer Schuss­wunde im süd­tiroler Meran im Lazarett. Die Kugel des Amerikaners bohrte im Arm. Heftiger schmerzten die Besuche der beiden Standort-Militär­pfarrer. Ihr Eifer spitzt mich an. So las ich ihnen vor: „Ihr habt gehört, dass da gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ (Mat. 5,38)
  Sie nickten. Ich las: „Ich aber sage euch, dass ihr nicht wider­streben sollt dem Übel. Sondern wenn dir jemand einen Streich auf deinen rechten Backen gibt, dann biete den anderen auch dar.“ (Mat. 5,39)
  Sie nickten andeutend. Also las ich noch Mat. 5,44: „Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen."
  Sie nickten nicht. Standen an der Tür. Der eine sagte: „›Auge um Auge, Zahn um Zahn.‹ So stehts im 2. Buch Moses, 21,24.“
 Dann schlug er das dicke Buch zu und ging ab. Und der zweite zog den Schwanz stillschweigend ein. Von da an war ich die Geistlichen an meinem Bett endlich los.

Georg Lukács – ab 1956/57 Einfluss unter­bunden
Bei den Christen ist es wie bei den Marxisten, wenn sie die Macht haben, inklusive der Macht zur Selbst­ver­leug­nung, geht es darum, die Alternative zu verhindern. Jedem steht der fromme Unter­gang näher als die Charakter­stärke, die zur Revolte gehört.
  Das frühe Bekenntnis von Lukács und Bloch zu Marx und ab 1917 zur Sowjet­union führte im Zeitalter Stalins bald zu unter­schiedlichen Ver­hal­tens­weisen. Lukács betei­ligte sich aktiv am Partei­leben und geriet in Konflikte. Bloch blieb außerhalb und ent­wickelte seine eigene Philo­sophie, die er kodieren musste, um nicht ausge­grenzt zu werden. Blochs Tar­nungen und Finessen sind zu ent­schlüs­seln. Sprach er über den Univer­salien­streit der Scholastik, ging es um falsche, also auf­klärungs­bedür­ftige Allge­mein­heiten nicht nur in der Scholastik. Das geschah Anfang der fünf­ziger Jahre, die Pariser Anti­totalita­risten gab es noch gar nicht. Als sie später Bedeutung gewannen, schütteten sie das Kind mit dem Bade aus, indem sie sich gleich von Marx mit verabschiedeten, was einige seither bereuen, während andere sich dem dritten Totali­taris­mus ergeben, wie Hannah Arendt den metaphysischen Antikommunismus nannte, der im Kern aus Antimarxismus besteht und die Basis der Rechten in Europa und den USA bildet.

Der junge Welt-Artikel von Rüdiger Dannemann vom 3. Juni 2011 zum 40. Todestag von Georg Lukács war einerseits gut detailliert, andererseits ideolo­gisch sortiert. Dennoch gab's am 9. Juni Protest per Leser­brief, von der Verfasserin als kritische Bemerkung deklariert: „Im letzten Absatz schreibt der Autor (Dannemann): >Wer in den sozialis­tischen Ländern Lukács' verbotene Schriften las, machte sich verdächtig und wurde u.U. verfolgt.‹ Was für ein Unsinn! Ich habe von 1951 bis 1955 an der Humboldt-Univer­sität Germa­nistik studiert. Lukács' Werke gehörten zur wich­tigsten Lektüre des Literatur­studiums jener Zeit, sie waren für uns Studenten und für die Leh­renden ein Fundus ästhe­tischer und philos­ophischer Ideen, die wir begierig aufnahmen.“ Das ist zwar zutref­fend, hörte jedoch mit 1955 auf. Was ab 1956 passierte, wird nicht nur von der Leser­brief­schreiberin ignoriert. Was Wunder – Ingrid traf nach einer unserer Lesungen aus Sklavensprache und Revolte 2004 in Chemnitz eine Dame, die nach 1958 am Leipziger Philoso­phischen Institut studierte und dort nie den Namen Bloch hörte. Gedächt­nislos geht die Welt unter.

Mein lieber Hartwig, dies ist ein Brief an Dich. Heute lese ich in der Zeitung, das Dresdner Hannah-Arendt-Institut will „künftig mehr zur NS-Zeit forschen und weniger zum DDR-Regime." Da protestieren schon die Bürgerrechtler. Ich auch. Wie wär's, wenn alle mal sich selbst erforschten? Im stern von heute (9.6.2011) gucken lauter ehemals tüchtige Hitler-Jungen, die es danach in Bonn nicht weniger tüchtig zu etwas brachten, ziemlich ertappt aus der Wäsche. Dazu ein Verweis auf die Folgen 35/36 unserer Serie. Es ist nie zu spät für Vernunft. Denn besser zu spät als gar nicht. Soviel zu den trüben Tassen und Lang­zeit­schläfern. In der Bonner Republik bildete sich allerdings in Nietzsches Nachfolge­schaft eine Form von Ewiger Wieder­kehr des Gleichen heraus. Die schwarzbraune Frontlinie führt über Carl Schmitt, Ernst Jünger, Martin Heidegger zu allerhand behelmten Bruder­schaften in Springers Welt, wo Zehrer, Schlamm und Zehm die Stellung hielten, während nach Friedrich Sieburg der nicht weniger wandlungs­fähige Joachim Fest die FAZ bestückte. Die traditionelle Kollektion westschwarzer Medien­soldaten besiegte 1989/90 endlich die verzagten roten Stellungs­krieger des Ostens, und so erscheint im Rückblick diese letzte DDR wie eine von Wieder­täufern verteidigte Stadt Münster.
  Inzwischen gibt es neue Spaltungen. Etwa zwischen den letzten Linken in der SPD, der neuen Linkspartei und den heimatlosen Linken. Auch zwischen der heimat­losen Linken, die noch als eine Art Gruppe erscheinen kann, und den heimatlosen Linken, die sich als konsequente Pluralis­ten gänzlich individuell verstehen. Wer die Linke jedoch als Organi­sation, wenn auch ohne Formation in Partei oder Gruppe auffasst, setzt eine gedachte Linke voraus, vielleicht als wünschens­wert oder nur als Vergangenheitsrelikt. Der letzt­genannte rudi­mentäre Zustand scheint im Augenblick vor­zuherrschen. Frühere Autoren und Leser von konkret bis Die andere Zeitung, von pardon und twen, später von Kursbuch und Freibeuter bilden im Westen ein gemischtes Heer vergangener Jugend­abenteuer und Romanzen, es gab Partei­mitglied­schaften, Austritte, Ausschlüsse und hoff­nungs­trächtige Lebens­abschnitte, endlich lässt sich auch als Mitglied der einen oder anderen Partei die substan­tielle Heimat­losigkeit nicht rundweg verleugnen. Wer fühlt sich in seiner Partei noch heimisch, heimatlich, gar in der Heimat, wenn selbst die Geographie zu fremdeln beginnt? Wer da mit neuer Parteigründung gegen­zuhalten versucht, vermehrt bloß die Heimatlosigkeiten.

Ein schwaches Geschlecht aus der Spielzeug­industrie sickert in die Führungs­etagen ein. Merkel mimt den einzigen Mann in der hohen Runde. Obama heiligt sie fürsorglich, doch weiß sie, ihre Spielzeugpanzer havarieren bereits am Hindukusch, in Libyen aber könnten sie in Rommels dicken Panzer­sperren stecken bleiben. Damals herrschte auch schon Rückzugs­stimmung à la Stalingrad, nur Wüste statt Eis und Schnee, also darf ihr sülzender Auße­nminister aus Krähwinkel am Rhein den Libyschen Krieg verweigern, für den Friedens­krieg nach dem Kriegfrieden vor Ort aber die Palastrebellen ums heilige Öl angehn. Inzwischen bringen die Euro-Nach­wuchs­minister Griechen­land zum DDR-Fall­beispiel Nr. 2 mit Ver­schuldung, Aus­verkauf, Übernahme der Akropolis samt Ägäis, wer will sich noch ne kleine Insel untern Nagel reißen, die Euro-DM macht's möglich. Das hat geschicht­liche Größe und Klasse. Hitlers nach­gelassene Generäle samt Hauptleuten und Leutnanten inklusive abge­tarnten SA-Männern lassen der Währungsnöte wegen ihren Herrn Führer auferstehen – wie deich­selte Nietzsches Übermensch aus Braunau die Reichs­verschul­dung nach der damaligen Krise? Ein Stoff für Heiner Müller. Adolf also ist retour und, pures Entsetzen seiner Nachkommen, der Kerl erscheint als in Zivil geläuterter Demokrat! Was nun, mein Führer? Tatsache, der Ober-Nazi predigt Demokratie. Weil man mit Geld und Verschuldung weiter kommt als mit Panzern bis an die Wolga. Anschließend dickes Lob für Merkels Wester­welle: Was sind Panzer verglichen mit finan­ziellen Friedens­hilfen! Sollen China und USA ihre Konflikte per Flugzeug­träger nach Lust und Laune aus­schießen oder Pleite gehen, Berlin bewältigt seine doppelte Vergangen­heit. (Alle diese Abenteuer entstammen dem neuen Heiner-Müller-Drama Hamletmaschine II)
  Wenn wir unsern poetisch-dramatischen Genies folgen, stellen wir einen eminenten Realitäts­gewinn fest. Noch in der Wolle gefärbte Kommunis­ten­fresser erklären im plötzlichen Weisheitsanfall, es war nicht alles Scheiße in der DDR. Mein lieber Hartwig in Leipzig, passte so ein Drama nicht hervor­ragend zur Faust 3- Aufführung Auerbachs Keller? Auftritt Pastor Gauck, dem die vielen BRD-Orden und –Preise am stolzgeschwellten Hals klimpern, dass er sich noch nach­träglich um den DDR-National­preis bewirbt. Heiner Müller aber will den lieb­gewordenen Ernst Jünger nicht unter Brechts Regie von 30.000 Wehrmacht­soldaten erschießen lassen. Gerechtigkeit soll sein. Der Hauptmann hat doch nur die Exekution eines einzigen Deserteurs kommandiert. Motto: Im 1. Weltkrieg bornierter Held, im 2. Weltkrieg feiger Kolla­borateur. So einer wird doch noch ne kleine Exekution kommandieren dürfen, wenn die Szene fein ziseliert nachher für den Schul­unterricht taugt und die Leser vor Begeis­terung taumeln lässt. Adolf Hitler: Der Soldat kann sterben, der Deserteur muss sterben. Was erklärt, dass der deutsche Soldat bis zur letzten Minute brav gehorchte.

Abenteuerliches DDR-Leben
Unabhängiger Bloch-Forscher Richard Albrecht im Clinch mit den Institutionalisierten
 
Zum zivilen Gegenbeweis schickte uns Rainer Thiel sein Buch Neugier Liebe RevolutionMein Leben 1930 bis 2010. Es ist eine aben­teuer­liche, kurven­reiche, ab­sturz­bedroh­te, auf­rechte, gute DDR-Aka­demiker-Bio­graphie, die der in Chemnitz geborene, aus ärm­lichen Ver­hält­nis­sen stam­mende ehr­gei­zige Junge, der spätere pro­mo­vierte Philo­soph, Erfinder, hoch­begabte Tech­niker, Agi­tator, Pole­miker hier vorlegt. Den aus­ster­benden Ursa­chsen zugehörig, brachte Thiel mich dazu, eine Nacht der Lektüre zu widmen. Es gibt noch Bücher, die zu lesen und genie­ßen sich lohnt. Der Ex-Genosse ist heute bei attac – mit der PDS über­warf er sich ungefähr dreimal pro Woche – ein heimat­sloser Linker aus dem Osten?
  Aus dem Westen mailt der umtriebige Richard Albrecht Flaschenpost an die Nachgeborenen mit Botschaften von und an alle Potenzen zwischen Brecht und Abendroth auf fast 100 Seiten Bro­schur, lauter eng­bedruckte Breit­seiten eines Mannes mit Hummeln im Hintern und Genia­litäten im Kopf.

Unser Dr. Albrecht also, das akade­mische Donner­wetter aus Bad Münster­eifel, das neulich so en passant den welt­berühm­ten Professor Habermas als „ganz­deutschen Ersatz­intel­lektuel­len“ nass­ge­macht hat. Ist das Gewitter einmal ausge­bro­chen, kann man es nicht auf­halten. Hier noch ein schöner Einschlag:


Es traf auch diese Nachricht bei uns ein:

Antwort an Richard Albrecht: Mein Lieber, Deine Geschichte wird hier verwoben mit Heiner Müllers Biographie und den Fiktionen, die Barbara Kalender und Jörg Schröder in Gang brachten, als sie das Foto der Bücher­sammlung im Heiner-Müller-Archiv mailten. Das alles und mehr bildet dieses 61, Nach­wort, das ich zugleich als Brief an Hartwig Runge in Leipzig richte mit der haar­feinen Begründung, wir seien mitein­ander heimatlose Linke, wozu Du Dich cum grano salis einrech­nest. Will­kommen, bewährter Mit­streiter in Freiheit, deren Mutter die Revo­lution ist, die nie eintref­fen will, weshalb wir uns als Vorhut üben, falls wir nicht schon die Nachhut sind, weil die Kapitalwelt mörderisch schlamas­selt. Deinen Zorn auf die ganz­deutsche Bloch­gesell­schaft verstehe ich, den Papier­philo­sophen fehlt Kriegserfahrung, ergo intellektueller Klassen-Anti­faschis­mus, doch, mein Lieber, meine Schreib­lust wütet ungebremst auto­bio­graphisch, da weiß ich, was ich tat oder unterließ. Endlich ist die Zeit für Abrechnung gekommen, und mit Gelächter zum Gelichter. Hier wird nicht Bloch inter­pretiert, hier verändert er sich und die Welt.

Als das Deutsche Reich end­gültig dem Größenwahn verfiel, hatte ich ein Geheimnis zu hüten. Unsere 300 Bücher aus der Weimarer Republik, die von 1933 an verboten und verfolgt wurden und verbrannt werden sollten, was ich als persönliche Belei­digung empfand, waren zu schützen. Die gefähr­lichsten Bände vergrub Großvater über Nacht im Wald. Ich lag schlaflos im Bett der Boden­kammer und heulte. Im Sommer 1934 flog die widerständige Gablenzer Eickworth-Gruppe auf und es begann der heimliche Abtrans­port der Bibliothek nach Nürnberg, wo Otto wohnte. Besuchte er seine Eltern in Sachsen, nahm er jeweils einen Koffer voller Bücher mit. Wenn wir nach Nürnberg fuhren, war Konterbande dabei. Otto starb 1969, die Gablenzer Boden­kammer-Schätze sind mein Erbe, das ich von Nürnberg nach Köln holte, später reisten sie mit nach München, wo wir in Waldtrudering ein kleines verschach­teltes Häuschen gemietet hatten. Von dort zogen die Bücher immer mit uns um, von München nach Nieder-Roden, Offenbach und schließlich Ober­reifenberg im Hochtaunus, wo sie nach acht Jahr­zehnten endlich ihre Ruhe in der Hausbibliothek finden.
  Zu den wenigen Bekannten, die mit Ottos Erlaubnis nach 1933 bei uns heimlich Bücher ausleihen durften, zählte neben dem Crimmitschauer Schlosser Walter, der mit einem DKW-Zwei­takter­motor­rad anbrauste, Alfred Eickworth, der 1943 desertierte und im Schusswechsel mit deutschen Soldaten tödlich verletzt wurde. Auf dem letzten Heimat­urlaub Juli 1944 hörte ich davon.
  Es war das Ende einer Kindheits­jugend. Otto kam zum kurzen Besuch aus Nürnberg. Ich hab von deinen Schätzen den Nietzsche behalten, gestand ich. Den Zarathustra? Genau den! Er war unange­nehm berührt. Ach was, er war gedämpft ärgerlich. Ich schleppte den schmalen Band ungerührt wieder mit an die Front. Es wurde die Ostfront und mein endgültiger Abschied vom krimi­nellen Reich und seiner Wehrmacht genannten Kriegs­bande. Der Zarathustra ist eins der zwei Bücher, die Liesbeth, meine Mutter, nach meinem Abgang mit dem Nach­lass aus dem Kompanie-Tross erhielt. Soviel zum Vermissten im August 1944 – und nun zum Vermiss­ten vom August 1957, als ich gezwun­gen war, von Ost nach West zu gehen. Kurze Zeit danach fügte Liesbeth den Zarathustra dem ersten Päckchen von Crimmi­tschau nach West­berlin bei. Da war der Kerl wieder bei mir.
  Das Buch liegt hier auf dem Schreibtisch. Es ist in so unwider­stehlich schöner Sprache geschrieben und zugleich so falsch und groß­fressig, wie nur ein sächsischer Über­unter­mensch sich artikulieren kann. Das tödlich endende Experiment eines Meister-Dekonstrukteurs, der sich in den Kopf- und Fußangeln seines herrenhaft imperialen Nihilis­mus verfängt. Dagegen erinnere ich mich an ein zivil­heroisches Exempel:

In der Garnison, wo sie
uns zu Kampfstieren ausbildeten,
führte die entsicherte Pistole
Marke Hauptfeldwebel eines Morgens
einen Soldaten unterm Helm vor die Front.
Der Mann, ein Junge von höchstens
achtzehn, blickte aus Augen um sich,
die waren voll vom Leuchten des Todes.
Ich hatte damals noch alle meine
späteren Verfehlungen vor mir.
Kompanie stillgestanden! Es wird verkündet:
Das Kriegsgericht der Armee hat
Den Soldaten Soundso verurteilt.
Mann, dachte ich, Kamerad, Genosse,
so was muss einer klüger einfädeln.
Nun werden sie dich durchlöchern.
Zum Sieb dich machen.
Dein Sarg ist schon gezargt.
Der mit den todesleuchtenden Augen
griff sich unters Kinn, riss den Helm
am Riemen vom Schädel und
schmetterte den Stahl aufs Pflaster.
Es schepperte lustig in den belgischen
Sommermorgen. Junge, dachte ich. Du
verstehst es, mit Würde zu sterben.
Und zu Blechmusik.
Als ihn die Pistole, die mit Hauptfeldwebel
angeredet wurde, wenn überhaupt einer sich
traute, dem Gefängnis der Zähne ein
Wort entlaufen zu lassen.
Als ihn die Pistole, rauchend vor Wut, bleich
vor Empörung. abführte, lief ein Zittern
durch die angetretenen Soldatenseelen.
Der Verurteilte hatte sie mit seinem
Blick ein wenig berührt. Nachlässig. Im
Vorüberhinwegabgeführtwerden. Immerhin
sicherte der Junge sich seinen ganz individuellen
Tod.

Manche wissen schon früh, was sich gehört.


Der Deserteur übrigens, dessen Exe­kution der Heroiker Ernst Jünger 1941 in Paris gehorsam komman­dierte, war offenbar kein poli­tischer Fall. Wäre es einer ge­we­sen, hätte Jünger ihn schwer­lich literari­siert. Doch bleibt noch genug Distanz. Dem Herrn Hauptmann fehlte die Zivil­courage zur Fahnen­flucht. Im Unterschied zum Opfer am Pfahl. Feigheit lässt schießen. Der Rebell wird erschossen. Ganz wie der Führer der Deutschen befohlen hatte.

Im Nachwort 58 wurde an Heinrich Wandts intensives Anti­kriegs­buch Etappe Gent erinnert, das sich in unserer Gablenzer Geheimbücherei befand. Ich fragte: „Wer war, wer ist Heinrich Wandt? Der Gegen-Jünger. Sein Feind mit Kopf und Bauch. Er dokumen­tierte das Leben der Etappen­hengste hinter der Front und handelte sich dafür Vorwürfe, Verfolgung und Anklagen … ein.“ Das war im 1. Weltkrieg. Im 2. Weltkrieg eska­lierten Front und Etappe weltweit. Die Herren lebten fröhlich in Paris, bis sie in Stalingrad kalte Füße bekamen. Auch der 3.Weltkrieg wird geführt sein von Menschen, die ihn in Suff, Sex und Sause zu genießen verstehen und von Menschen, die morden und ermordet werden. Von den beteiligten Parteien erwarte ich keine Abhilfe, Vielleicht von den heimatlosen Linken?
 
Jörg Schröders Schwarze Serie erzählt im Funkloch
Jörg Schröder: „Jedenfalls werden die Berliner Poli­tiker ihr blaues Wunder erleben.“ (Funkloch) „Wer nicht von der rechts­sozia­lis­tischen Konter­revo­lution in Deutsch­land 1918/19 reden will … möge vom Stali­nismus seit 1928/29 schweigen.“ (Richard Albrecht in Fla­schen­post.) „Mit hohem Tempo war die Indus­trie im Osten ausge­dünnt worden, die Reste zu verlän­gerten Werk­bänken westlicher Konzerne de­gra­diert. Zu 85 % war das Per­sonal für For­schung und Ent­wick­lung hinaus­gewor­fen worden.“ (Rainer Thiel Neugier Liebe Revo­lution) Michael Mansion, unser scharf­sinniger Beobachter und Kommen­tator aus dem Saar­land sagte, als Nachwort 60 lange auf sich warten ließ, er habe am Nachwort 59 erkannt, wenn wir nicht mehr schreiben, wird vieles ver­schwie­gen bleiben. Das mag so sein. Ernst Jüngers zerschos­sener Stahlhelm allerdings wird sicher­lich, fußball­feld­groß betoniert, als deutsches Freiheitsdenkmal den Leipziger Völ­ker­schlacht­brocken überdachen. Entweder als auf­ge­spannter Regen­schirm gegen Raketen oder als Schlacht­schüs­sel, worin die heutigen und künftigen Gefal­lenen bestattet werden, ganz wie die Gefal­lenen von 1813 unter dem Denkmal und drum herum liegen und vergessen werden.
  Kaum war der letzte Satz niederge­schrieben, wird gemeldet, Obama holt seine US-Soldaten aus Afgha­nistan zurück. Was nun, Bundes­wehr, wo doch schon Peter Struck unsere Freiheit tapfer am Hindu­kusch verteidigte? Entweder Legion Condor oder Inter­nationale Brigaden, das ist hier die Frage. Schließ­lich darf man die kämpfende Truppe nicht einfach im Stich lassen wie einst die 6. Armee in Stalin­grad.
Gerhard Zwerenz    27.06.2011    Druckansicht  Zur Druckansicht - Schwarzweiß-Ansicht    Seite empfehlen  Diese Seite weiterempfehlen

 

 
Gerhard Zwerenz
Serie
  1. Wie kommt die Pleiße nach Leipzig?
  2. Wird Sachsen bald chinesisch?
  3. Blick zurück und nach vorn
  4. Die große Sachsen-Koalition
  5. Von Milbradt zu Ernst Jünger
  6. Ein Rat von Wolfgang Neuss und aus Amerika
  7. Reise nach dem verlorenen Ich
  8. Mit Rasputin auf das Fest der Sinne
  9. Van der Lubbe und die Folgen
  10. Unser Schulfreund Karl May
  11. Hannah Arendt und die Obersturmbannführer
  12. Die Westflucht ostwärts
  13. Der Sänger, der nicht mehr singt
  14. Ich kenne nur
    Karl May und Hegel
  15. Mein Leben als Prophet
  16. Frühe Liebe mit Trauerflor
  17. Der Schatten Leo Bauers
  18. Von Unselds Gegner zu Holtzbrincks Bodyguard
  19. Karl May Petrus Enzensberger Walter Janka
  20. Aus dem Notizbuch eines Ungläubigen
  21. Tanz in die zweifache Existenz
  22. General Hammersteins Schweigen
  23. Die Pleiße war mein Mississippi
  24. Im Osten verzwergt und verhunzt?
  25. Uwe Johnson geheimdienstlich
  26. Was fürchtete Uwe Johnson
  27. Frühling Zoo Buchmesse
  28. Die goldenen Leipziger Jahre
  29. Das Poeten-Projekt
  30. Der Sachsenschlag und die Folgen
  31. Blick zurück auf Wohlgesinnte
  32. Sächsische Totenfeier für Fassbinder (I)
  33. Sächsische Totenfeier für Fassbinder (II)
  34. Brief mit Vorspann an Erich Loest
  35. Briefwechsel mit der Welt der Literatur
  36. Die offene Wunde der Welt der Literatur
  37. Leipzig – wir kommen
  38. Terror im Systemvergleich
  39. Rachegesang und Kafkas Prophetismus
  40. Die Nostalgie der 70er Jahre
  41. Pauliner Kirche und letzte Helden
  42. Das Kickers-Abenteuer
  43. Unser Feind, die Druckwelle
  44. Samisdat in postkulturellen Zeiten
  45. So trat ich meinen Liebesdienst an …
  46. Mein Ausstieg in den Himmel
  47. Schraubenzieher im Feuchtgebiet
  48. Der Fall Filip Müller
  49. Contra und pro Genossen
  50. Wie ich dem Politbüro die Todesstrafe verdarb
  51. Frankfurter Polzei-buchmesse 1968
  52. Die Kunst, weder Kain noch Abel zu sein
  53. Als Atheist in Fulda
  54. Parade der Wiedergänger
  55. Poetik – Ästhetik und des Kaisers Nacktarsch
  56. Zwischen Arthur Koestler und den Beatles
  57. Fragen an einen Totalitarismusforscher
  58. Meine fünf Lektionen
  59. Playmobilmachung von Harald Schmidt
  60. Freundliche Auskunft an Hauptpastor Goetze
  61. Denkfabrik am Pleißenstrand
  62. Rendezvous beim Kriegsjuristen
  63. Marx, Murx, Selbstmord (der Identität)
  64. Vom Aufsteiger zum Aussteiger? (I. Teil)
  65. Vom Aufsteiger zum Aussteiger? (II. Teil)
  66. Der Bunker ...
  67. Helmut auf allen Kanälen
  68. Leipzig anno 1956 und Berlin 2008
  69. Mit Konterrevolutionären und Trotzkisten auf dem Dritten Weg
  70. Die Sächsischen Freiheiten
  71. Zwischen Genossen und Werwölfen
  72. Zur Geschichte meiner Gedichte
  73. Poetenladen: 1 Gedicht aus 16 Gedichten
  74. Der Dritte Weg als Ausweg
  75. Unendliche Wende
  76. Drei Liebesgrüße für Marcel
  77. Wir lagen vor Monte Cassino
  78. Die zweifache Lust
  79. Hacks Haffner Ulbricht Tillich
  80. Mein Leben als Doppelagent
  81. Der Stolz, ein Ostdeutscher zu sein
  82. Vom Langen Marsch zum 3. Weg
  83. Die Differenz zwischen links und rechts
  84. Wo liegt Bad Gablenz?
  85. Quartier zwischen Helmut Schmidt und Walter Ulbricht
  86. Der 3. Weg eines Auslandssachsen
  87. Kriegsverrat, Friedensverrat und Friedenslethargie
  88. Am Anfang war das Gedicht
  89. Vom Buch ins Netz und zur Hölle?
  90. Epilog zum Welt-Ende oder DDR plus
  91. Im Hotel Folterhochschule
  92. Brief an Ernst Bloch im Himmel
  93. Kurze Erinnerung ans Bonner Glashaus
  94. Fritz Behrens und die trotzkistische Alternative
  95. 94/95 Doppelserie
  96. FAUST 3 – Franz Kafka vor Auerbachs Keller
  97. Rainer Werner Fassbinder ...
  98. Zähne zusammen­beißen ...
  99. Das Unvergessene im Blick
    1. Nachwort
Nachworte
  1. Nachwort
    siehe Folge 99
  2. Auf den Spuren des
    Günter Wallraff
  3. Online-Abenteuer mit Buch und Netz
  4. Rückschau und Vorschau aufs linke Leipzig
  5. Die Leipziger Denkschule
  6. Idylle mit Wutanfall
  7. Die digitalisierte Freiheit der Elite
  8. Der Krieg als Badekur?
  9. Wolfgang Neuss über Kurt Tucholsky
  10. Alter Sack antwortet jungem Sack
  11. Vor uns diverse Endkämpfe
  12. Verteidigung eines Gedichts gegen die Gladiatoren
  13. Parademarsch der Lemminge und Blochs Abwicklung
  14. Kampf der Deserteure
  15. Fritz Bauers unerwartete Rückkehr
  16. Der Trotz- und Hoffnungs-Pazifismus
  17. Als Fassbinder in die Oper gehen wollte
  18. Was zum Teufel sind Blochianer?
  19. Affentanz um die 11. Feuerbach-These
  20. Geschichten vom Geist als Stimmvieh
  21. Von Frankfurt übern Taunus ins Erzgebirge
  22. Trotz – Trotzalledem – Trotzki
  23. Der 3. Weg ist kein Mittelweg
  24. Matroschka –
    Die Mama in der Mama
  25. Goethe bei Anna Amalia und Herr Matussek im Krieg
  26. Der Aufgang des Abendlandes aus Auerbachs Keller
  27. Jan Robert Bloch –
    der Sohn, der aus der Kälte kam
  28. Das Buch, der Tod und der Widerspruch
  29. Pastor Gauck oder die Revanche für Stalingrad
  30. Bloch und Nietzsche werden gegauckt ...
  31. Hölle angebohrt. Teufel raus?
  32. Zwischen Heym + Gauck
  33. Von Marx über Bloch zu Prof. Dr. Holz
  34. Kafkas Welttheater in Auerbachs Keller
  35. Die Philosophenschlacht von Leipzig
  36. Dekonstruktion oder Das Ende der Ver­spä­tung ist das Ende
  37. Goethes Stuhl – ein Roman aus Saxanien
  38. Meine Weltbühne im poetenladen
  39. Von Blochs Trotz zu Sartres Ekel
  40. Die Internationale der Postmarxisten
  41. Dies hier war Deutschland
  42. Kopfsprünge von Land zu Land und Stadt zu Stadt
  43. Einiges Land oder wem die Rache gehört
  44. Schach statt Mühle oder Ernst Jünger spielen
  45. Macht ist ein Kriegszustand
  46. Dekonstruktion als Kriminalgeschichte I
  47. Damals, als ich als Boccaccio ging …
  48. Ein Traum von Aufklärung und Masturbation
  49. Auf der Suche nach der verschwundenen Republik
  50. Leipzig am Meer 2013
  51. Scheintote, Untote und Überlebende
  52. Die DDR musste nicht untergehen (1)
  53. Die DDR musste nicht untergehen (2)
  54. Ein Orden fürs Morden
  55. Welche Revolution darfs denn sein?
  56. Deutschland zwischen Apartheid und Nostalgie
  57. Nietzsche dekonstruierte Gott, Bloch den Genossen Stalin
  58. Ernst Jünger, der Feind und das Gelächter
  59. Von Renegaten, Trotzkisten und anderen Klassikern
  60. Die heimatlose Linke (I)
    Bloch-Oper für zwei u. mehr Stimmen
  61. Die heimatlose Linke (II)
    Ein Zwischenruf
  62. Die heimatlose Linke (III)
    Wer ist Opfer, wer Täter ...
  63. Die heimatlose Linke (IV)
    In der permanenten Revolte
  64. Wir gründen den Club der
    heimatlosen Linken
  65. Pekings große gegen Berlins kleine Mauer
  66. Links im Land der SS-Ober­sturm­bann­führer
  67. Zweifel an Horns Ende – SOKO Leipzig übernimmt?
  68. Leipzig. Kopfbahnhof
  69. Ordentlicher Dialog im Chaos
  70. Büchner und Nietzsche und wir
  71. Mit Brecht in Karthago ...
  72. Endspiel mit Luther & Biermann & Margot
  73. Die Suche nach dem anderen Marx
  74. Wer ermordete Luxemburg und Liebknecht und wer Trotzki?
  75. Vom Krieg unserer (eurer) Väter
  76. Wohin mit den späten Wellen der Nazi-Wahrheit?
  77. Der Feind ist in den Sachsengau eingedrungen
  78. Die Heldensöhne der Urkatastrophe
  79. Die Autobiographie zwischen
    Schein und Sein
  80. Auf der Suche nach der verlorenen Sprache
  81. Atlantis sendet online
  82. Zur Philosophie des Krieges
  83. Deutsche, wollt ihr ewig sterben?
  84. Der Prominentenstadl in der Krise
  85. Der Blick von unten nach oben
  86. Auf der Suche nach einer moralischen Existenz
  87. Vom Krieg gegen die Pazifisten
  88. Keine Lust aufs Rentnerdasein
  89. Von der Beschneidung bis zur
    begeh­baren Prostata
  90. Friede den Landesverrätern
    Augstein und Harich
  91. Klarstellung 1 – Der Konflikt um
    Marx und Bloch
  92. Bloch & die 56er-Opposition zwischen Philo­sophie und Verbrechen
  93. Der Kampf ums Buch
  94. Und trotzdem: Ex oriente lux
  95. Der Soldat: Held – Mörder – Heiliger – Deserteur?
  96. Der liebe Tod – Was können wir wissen?
  97. Lacht euren Herren ins Gesicht ...
  98. Die Blochianer kommen in Tanzschritten
  99. Von den Geheimlehren der Blochianer
Aufsatz