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Stele [griech.] Pfeiler, Säule als Grab- oder Gedenkstein
Die Stelen sind der Anfang einer Sammlung kleiner lite­rarischer Gedenks­teine in Form eines Gedichtes jüngst ver­stor­bener Dichter, über­wiegend fremd­sprachiger, aber auch deutsch­sprachiger. Aus­gangs­punkt sind unter ande­rem aktuelle Todes­mel­dungen in den poetry news. Idee und Konzept: Hans Thill.

Liste der Stelen   ↓

 

Sandra Trojan
(Winterberg 1980 – Albuñol, Spanien 2026)



Wenn ich in Bienen spreche

meine ich Unschärfe, Murmeln
Nektar am Mund. Und wenn ich in
Birnen spreche, in Äpfeln, in Zellen
in Kisten, von Zungen zerfressen
in Zungen, in Menschen, meine ich
Menschen:Schwärme gestempelt
innen & außen, ein Bienentanz
und damit meine ich: Bienentanz.

Aus: Um uns arm zu machen. Poetenladen, Leipzig 2009

 

»Lyrik ist für mich ein Konzentrat von Sprache, das da einsetzt, wo das normale Sprechen ins Stocken gerät, aussetzt, wo es einem quasi die Stimme verschlägt. Hier setzt das Gedicht an, es formuliert neu, aber ist dabei an andere oder auch keine Gesetze gebunden. Das Gedicht ist streng, aber lässt auch alles zu.«
Sandra Trojan

 

Sandra Trojan wurde 1980 in Winterberg in Westfalen geboren und studierte Amerikanistik und Journalistik und anschließend am Deutschen Literaturinstitut. Sie veröffentlichte Gedichte im Jahrbuch der Lyrik, in den Zeitschriften Spritz und BELLA triste sowie in der ZEIT. 2009 erschien ihr viel beachteter Debütband Um uns arm zu machen – ihr einziges Buch. Sie erhielt den Künstler-Förder­preis des Landes Nord­rhein-Westfalen, war Sti­pendiatin im LCB und wurde 2011 mit dem Lyrik­preis München ausgezeichnet. Im März 2026 starb Sandra Trojan im Alter von 46 Jahren in Albuñol (Südspanien).