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Gerhard Zwerenz
Die Verteidigung Sachsens und warum Karl May die Indianer liebte

Sächsische Autobiographie in Fortsetzung | 66. Nachwort

Dies ist eine sächsische Autobiographie als Fragment in 99 Fragmenten. Schon 1813 wollten die Sachsen mit Napoleon Europa schaffen. Heute blicken wir staunend nach China. Die Philosophen nennen das coincidentia oppositorum, d.h. Einheit der Widersprüche. So läßt sich's fast heldenhaft in Fragmenten leben.

  66. Nachwort

Links im Land der SS-Obersturmbannführer



Als anno 1990 die SED unter- und die PDS aufging, einigten die heimatlos gewor­denen Genossen sich auf einen Plura­lismus, der die SED-Hierarchie, demo­kra­ti­scher Zentra­lismus genannt, ablösen sollte, bald aber zu einer mehr­flüge­ligen Partei führte. Selbst Picassos Friedens­taube begnügte sich mit zwei Flügeln. Wer mehr riskiert stürzt ab.
  Die PDS sortierte sich endlich mit Lafontaines Westkollegen zusammen. Der Erfolg dieser neuen Linkspartei war kurz, was an zwei Struk­tur­mängeln liegt. Erstens ist das Geburtsland des Marxismus davon so nach­haltig trauma­tisiert, dass es gehorsam seiner Rechten folgt und seine Linke entweder mit List und Tücke oder mit Gewalt verfolgt. Zweitens gelingt der Linkspartei nicht die Abnabelung von einer mit dem Namen Stalin nur unvollkommen definierten Vergangenheit. Die Linke redet dauernd von Revolution wie die Christen von Gott und stürzt damit immer tiefer von einer Niederlage zur andern. Die Rechte siegt unangefochten auf Dauer. Ob 1918 oder 1945, ihre Finanziers, Politiker, Generäle sind die stets oben schwimmenden Fett­augen auf der Blut&Kapital-Suppe. Die Linke bleibt ohne Strategie. Artig bedankt sie sich, wird ihr die Butter vom Brot genommen.
  Die im freien Fall befindliche Neo-Bourgeoisie ruft im Moment aus lauter Rat­losig­keit nach Hilfe als wäre Marx ein Christus – erst gekreuzigt, dann auferstanden. Die Linke hat mit sich selbst zu tun. Eine Hundert­schaft marx­affin gewe­sener, inzwischen ver­zwei­felter Sozio­logie­profes­soren studiert ihre eigenen ver­staubten Vor­lesungen. Hunderte Marx-Akademiker lächeln gequält aus dem Emeriten­ohren­sessel vor dem Flach­bild­schirm, der den Unruhe­zustand des Kasino-Kapita­lismus in Ist-Zeit vorführt. Der Dax wird, Irrtum einbezogen, dem täglichen Wetter­bericht ange­schlossen. Ein Dutzend randständige linke Pro­fes­soren aus dem Sozia­listen­land von gestern raten zur Lektüre ihrer Klassiker, mit denen sie selbst schon versagten, indem sie brav Partei­disziplin übten. Die Jugend geht indessen bei Facebook fremd und twittert sich frei bis zur Nabel­schau. Eine Million zwanzig- bis vier­zig­jähriger Jung­frauen kaufen das Charlotte-Roche-Buch vom Puff­besuch aus Anbetung für den Ehe­gatten, was Alice Schwarzer vor Wut explo­dieren lässt. Kaum ist der Schwanz­kerl vorne ausge­trieben, rochet er zur Hinter­tür sexistisch wieder rein. Das ist als beriete Josef Acker­mann neben der Deutschen Bank noch Peking und Schanghai, was in der Tat zutrifft, wie am 2.9.2011 in der FAZ zu lesen ist. Unter dem Titel Groß war unser Selbst­betrug heißt es am Ende:

Josef Ackermann wird inzwischen aus den USA beschuldigt, an der dortigen Krise mit betrüge­rischen Finanz­manipu­lationen beteiligt zu sein. Die Frage, ob Deutschland noch demokratisch, deutsch und republikanisch sei und der Wunsch, es möge fair zugehen, stehen beide im Raum, den wir auch Weltraum nennen können, durch den sich das Abendland im freien Fall befindet. Soeben rühmte Gerhard Schröder im Spiegel vom 5.9.2011 seine Agenda 2010, mit der man besser als andere durch die Wirt­schafts­krise gekommen sei. Die deutschen Export­erfolge führten allerdings zur endlosen Ver­schuldung anderer Länder, weshalb die Binnen­ein­kommen steigen müssten, was zur höheren Steuer­belastung der Reichen zwingt. Tat­sächlich über­nimmt das die SPD in ihr neues Wahl­programm, denn sie ist in Opposition. Gelangt sie an die Regierung, werden alle guten Vorsätze erneut ver­schrödert. Dann ist die Linkspartei damit wieder mutter­seelen allein.Ihr fehlt die post­marxis­tische Strategie.
  Beide Parteien auf freundschaftliche Distanz betrachtet befinden sich im Prozess ewiger Annäherung und Entfernung. Als Gregor Gysi die PDS nach Bonn führte und von allen Seiten angegiftet wurde, entwickelte er ungeahnte Energien. Ebenso Oskar Lafontaine, als sich die Linke aus Ost und West zur Ver­einigung bereitfand und damit sogar begann. Der Vorgang stockt. Immerhin entstand eine linkssozialdemokratische Partei mit dem Wählervolumen von ca. 10% – und mit einem Dutzend Rissen. Oder sind es Sollbruchstellen. Sprechen wir also vom Bauprogramm Schilda.

Die Bürger von Schilda mauern sich selbst ein. Ihr Bauwerk ohne Türen und Fenster ist die Märchen-Fassung der Höhle, die den Zugang gestattet, den Ausgang aber von innen versperrt, auf dass keiner von außen mehr einzu­dringen vermag. Safety first. Was geschieht mit den einge­mauerten Höhlen­bewohnern, wenn sie ihren Irrtum bemerken? Unser polnischer Kronzeuge Stanislav Lec identifiziert Mauer mit Wand: Und dann bist du mit dem Kopf durch die Wand und was fängst du nun an in der Nachbarzelle? Die Freiheit suchen und nicht finden ist Rückkehr in alte Höhlen. Seit 1989 die Berliner Mauer fiel, mehren sich die Stimmen, die sie zwecks Aus­ein­ander­ver­einigung wieder­haben möchten. Man könnte ja luxuriöse Durch­gänge anbringen. Wer will, darf jederzeit herüber und hinüber. Wer als tapfrer Staats­feind auftritt, engagiert private Sicherheitsdienste, die auf ihn schießen. Wer trotzdem durchkommt, wird dabei gefilmt und erscheint als Held im tv-Vorabend­programm. Wer nicht durchkommt, wird zum Opfer ernannt und aktualisiert die Feierlichkeiten am Volks­trauertag. Politiker und Pastoren von der amtlichen Rednerliste sind immer bereit zum Engagement.

Die Bürger von Schilda hatten eigent­lich eine große Ver­gangen­heit. Das war all­gemein bekannt und wurde ihnen von vielen verargt. Auch gefie­len sie sich bald in allerlei Feind­lich­keiten. Die einen wollten hü, die anderen hott. Noch andere schimpften hotten­tot. (hü = links, hott = rechts. Hottentot = rassistisch, aber Hot pants = heiße Höschen, Hot Jazz = …)
  Ins Partei­deutsch übersetzt heißt das, die Linke hat hier­zulande nur die Wahl zwischen Opposition und Opportu­nis­mus, ein Hot-Jazzer, der's schärfer will, endet im äußeren oder inneren Exil. Vom SPD-Trio Schröder – Scharping – Lafontaine landete der erste im Kapital, der zweite in der gräf­lichen Bade­wanne. Der dritte in einer Links­partei, die alle Chancen und wahlweise auch keine hat. Doch die Bürger von Schilda sind als Maurermeister am besten beim Einmauern. Sie fangen immer bei den eigenen Köpfen an. So entsteht die Klasse – Rasse? ideolo­gischer Schrumpf­köpfe.

Hoher Herr schlitzt Magd den Bauch auf
In Heinrich Manns Roman Die Vollendung des Königs Henri IV wird ein hoher Adliger angeklagt: „Denn etwas abseits der Land­straße hat er einem Mädchen den Bauch aufgeschlitzt und in den offenen Leib seine Füße gestellt, um sie zu erwärmen.“ Das geht dem gerech­ten König Henri über die Hutschnur: „Meinem Gericht zu übergeben, wird öffentlich gevierteilt.“ So Heinrich Mann über frühere fran­zö­sische Sitten. Der ehe­malige Pari­ser Kultur­minister J. Lang verteidigte deshalb mit Verve seinen Freund Strauss-Kahn – der habe schließ­lich nie­manden umgebracht. Wir sehen, es gibt humane Dif­ferenzen zwischen dem Adel von gestern und den Sozia­listen von heute. Statt seine Füße im Bauch der Magd brachte DSK nur seine rote Lanze im Mund des New Yorker Zimmer­mäd­chens unter. Liebes-Moda­litä­ten beherr­schen auch Deutschland. Die FAZ am 5.9.2011 über einen neuen Film: Der Sex als Höllen­maschine betrachtet. Der stern dagegen am 8.8.2011: Sex als Erlösung. So das Titel­bild mit Charlotte Roche als segenbringende Missionarin, der die Höllen­maschine Auto vor Jahren drei Brüder tötete, wonach Sex ihr Allheil­mittel wurde. Den Rest besorgen wohl­tätige Psychiater.

Wir gratulieren dem Piper Verlag zu seinem Best­seller-Glück und schlagen Piper zugleich einen Stoff aus der eigenen Ver­lags­geschichte vor, der gewiss von allge­meinem Interesse sein dürfte – die Story des Piper-Chef­lektors Dr. Hans Rößner. Dazu äußerte ich mich schon am Beginn unserer Serie unter dem Titel: Hannah Arendt und die SS-Ober­sturmbann­füh­rer: „1959 wurde ich auf der Rück­reise vom Treffen der Gruppe 47 auf der Elmau beim Aufent­halt in München vom Verleger Klaus Piper umworben. Im Gespräch mit dem Verlags­leiter und Lektor Dr. Hans Rößner sah ich mich genötigt, die Russische Oktober­revo­lution und Ernst Bloch zu vertei­digen, weshalb Rößner mich hin­ter­rücks einen „Links­faschis­ten“ nannte. Ich sagte Piper ab, brauchte den mir in die Tasche gescho­benen kleinen Vor­schuss nicht zurück­zuzahlen und blieb beim Kölner Verlag Kiepen­heuer und Witsch. In Erinnerung behielt ich neben dem schalen Geschmack den osten­tativen Bezug Rößners auf Heidegger, den er übern grünen Klee lobte, auf Hannah Arendt ver­weisend, als deren unver­zicht­baren Lektor, wo nicht Freund er sich ausgab. Als ich später erfuhr, der Mann habe es im Reichs­sicher­heits-Hauptamt bis zum SS-Ober­sturm­bann­führer gebracht, wunderte mich das nicht. Hannah Arendts berufliche und private Verbindung mit ihrem Lehrer Heidegger hatte eben Früchte getragen, ohne dass ihr die fatale Ver­gangen­heit des Piper-Lektors so genau bekannt wurde. Begeg­nete sie beim Eichmann-Prozeß der Banalität des Bösen, erwies sich eine gewisse Wehrlosigkeit im Umgang mit den Luxus­ausgaben der Bewegung. Ich sagte mir: Aus dem Bloch-Land kommend, gibt es für dich nicht den gerings­ten Anlass, das Deutsch­landlied zu singen. Schade nur, dass es in der DDR nie zur wahren Revo­lution reichte.“ Je älter ich werde, desto mehr vermisse ich sie.
  In Folge 11, aus der das Zitat stammt, fehlt allerdings eine Ergänzung, die jetzt nachgeholt werden kann:

Erstens: Der Autor las als Kind hinteinanderweg einen Koffer voller verbo­tener revo­lutio­närer Lite­ratur. Viele Männer, die er kannte, ver­schwanden in Zucht­häusern und Kon­zen­trations­lagern. Andere gingen über die Grenze nach Prag. Der Rest wurde Soldat und düngte die Erde von Stalin­grad bis Tobruk oder kehrte zurück und war so irre wie zuvor. Wer das nicht wollte, wurde Kommunist um die Welt zu verbessern und ist nun an allem schuld. Unser Autor studierte auch die Werke post­faschis­tischer Jung­frauen westlicher Wissens­gesell­schaf­ten, bis ihn die permanente Konter­revo­lution so anödete, dass er seine sächsi­sche Urheimat neu ent­deckte, dort war inzwischen alles hochmodern geworden. Denn das deutsche Rechts siegt immer über das deutsche Links. Weil das revo­lu­tionäre Sachsen es aber satt hatte, müßig in der Mitte abzu­warten, erklärte es sich zur Sonder­wirt­schafts­zone Hongkong 11 – seitdem klappt der Laden wieder wie früher, als Sachsen sich noch selbst regierte. Unser Autor las als Soldat Ernst Jüngers Stahl­gewitter-Helden­schwarte, um ebenso heldisch zu werden. Weil es ihm nicht gelang, schmiss er die Knarre weg und ging zu den roten Russen. Dreizehn Jahre später ging er zu den schwarzen Westlern und schrieb immer noch alles heimlich auf, was niemand wissen wollte. Dass er bei den Deutschen und Russen und nochmal bei den Deutschen Kopf und Kragen riskierte, war ihm sein Engagement für die humoris­tische Revolution wert. Die Höchststrafe dieser 5. humoris­tischen Inter­nationale ist totlachen. Danach beginnt ein neues Leben.

Die Herren Journalisten
Zweitens: Wer sich über den Fall Hannah Arendt weiter informieren will, wird bestens bedient in:

a) Die Herren Journalisten von Lutz Hachmeister und Friedemann Siering, München 2002
b) Das Hannah-Arendt-Institut im Wider­streit poli­ti­scher Inte­res­sen von Horst Schneider, Berlin 2004.

Drittens: Für interes­sierte Theater­leute gibt es bei Gablenz/Zwerenz eine Sonder­fas­sung des Textes als Drama. Die Dar­stel­ler sitzen in einer tv-Runde bei­sammen und kämpfen mit Waffen der Post­moderne ums nackte Überleben.
Teil­nehmer: SS-Ober­sturm­bann­führer Eichmann, SS-Grup­pen­führer Ohlen­dorf, SS-Ober­sturm­bann­führer Rößner, Friedrich Siebung, Martin Heidegger, Ernst Bloch, Hannah Arendt, Albert Speer, Joachim Fest, Friedrich Nietzsche, Richard Wagner, Karl Marx, Karl May, die Elbe, die Pleiße und die Stadt Leipzig mit dem Modell des Völker­schlacht­denk­mals auf dem Schoß …
Regie: Bertolt Brecht, der von Petrus Sonderurlaub erhielt.

Wie ersichtlich wird, stammt der letzte nachgeholte Text noch aus der Anfangszeit unserer Säch­si­schen Auto­biographie, die einer­seits längst ihre geo­gra­phi­schen Grenzen sprengt, ande­rer­seits das Welt­theater zur Auf­führung in Auer­bache Keller bringt, wo Goethe, Marx, Kafka, Brecht, Ulbricht und Ge­nos­sen ihr Stück selber spielen, inklusive Nebenbühne am Völ­ker­schlacht­denk­mal. Was nun die Anre­gung betrifft, der Piper-Verlag solle seine eigene Geschichte ein wenig auf­arbei­ten, so sind wir uns der exis­ten­tiel­len Spann­weite des An­spruchs durchaus bewusst. Gerade er­scheint von Anja Reich und Alexander Osang bei Piper der Titel Wo warst du. Ein Sep­tember­tag in New York. Es geht um den 9.11.2001. Wie war es aber 1959 in München, als der SS-Ober­sturm­bann­führer Dr. Hans Rößner für Hannah Arendt Lektor spielen durfte und auch ein wenig Zensor? Wo warst du da? Die gestei­gerte Bana­li­tät verlangt nach Reich­weiten­verlän­gerung bis zur Groteske. Schließ­lich lüpfte schon Karasek in einer elitären tv-Runde das Geheimnis des Roche-Romans, indem er von Satire sprach. Das Epos der Ehe­gatten­liebe, die durch den Puff geht, eine Satire? Und wenn das Buch zur femi­ninen Bibel samt Gesang­buch zum Nachbeten und Mit­singen avanciert, so könnte eine saftige Satire über die Beziehung zwischen einem SS-Offizier und seinem Opfer selbige Aufklärungswirkung errei­chen, wenn Verlag und Werbung mit­spielen. Die Lebens­geschichte Hannah Arendts birgt erotisch gewiss soviel Brisanz wie die von Charlotte Roche. Am Anfang das Liebes-Abenteuer mit dem Philo­sophen und späteren SA-Mann Heidegger, der seinen Partei­beitrag bis zur letzten Stunde des Dritten Reiches getreulich entrichtete – soviel zur Macht-Erotik. Politisch nicht weniger gewichtig ist Arendts Erfahrung mit Ober­sturm­bann­führer Eichmann im Jerusalemer Glas­kasten, und während sie sich von der nieder­schmet­ternden Bana­lität des Bösen in ihre frühere Hoch­achtung für Rosa Luxemburg zu retten versucht, sortiert und lekto­riert der nächste Ober­sturm­bann­führer im Münchner Piper-Verlag ihre Manu­skripte im Sinne von Herren­rasse & Co. Deutsch­land über alles. (National­hymne)
  Wir wenden uns der nächsten deutsch-deut­schen SS-Liebes­bezie­hung zu. Als die Mauer fiel, bedurfte der linke Osten der rechten Aufklärung. Da gerade kein standes­gemäßer Ober­sturm­bann­führer verfügbar war, durfte ein rangniedrigerer SS-Sturm­bann­führer die Dienst­reise von Bonn nach Ostberlin (DDR) antreten. Der tapfre Held hatte in der SS-Panzer­division Götz von Ber­lichingen siegreich bis zum Schluss Krieg geführt und führte die Säube­rungen nach dem Ende von Mauer und DDR in Ostberlin weiter. Der 1990 gewählte Rektor der Humboldt-Uni­versität, Heinrich Fink, berichtet darüber:
  „Als Dekan für den neuen Fach­bereich Wirt­schafts­wissen­schaften kam Professor Wilhelm Krelle, Emeritus aus Bonn, zu einem Vor­stel­lungs­gespräch in das Rektorat. Als erstes teilte er mir mit, dass es für demo­kratische Bürger und Wissen­schaftler unzumutbar sei, immer noch an dem Marx-Zitat im Vestibül vorbeigehen zu müssen: Die Philosophen haben die Welt nur unter­schiedlich inter­pretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern. Sodann wolle er mich nun über die notwendigen ›tief­grei­fenden Verän­derun­gen‹ im Bereich Wirt­schafts­wissen­schaften informieren.“ Die ganze Kriegs- und Kalte Kriegsgeschichte ist in Ossietzky vom 25. Juni 2011 nach­zulesen. Prädikat unglaublich glaublich, ganz und gar deutsche Ver­uneini­gung. Wo sonst wenn nicht am Hindukusch kann diese Freiheit verteidigt und verloren werden.

Die Höhle von Babie Doly
Im Piper Verlag erscheint soeben als Krimi Der Fall Collini von Ferdinand von Schirach. Es geht um den langjährigen Bürgermeister von Westerland, Heinz Reinefahrth, einen SS-Gruppen­führer, genannt Hen­ker von Warschau, schuldig der Ermordung von 15.000 Zivi­listen. Der Herr wurde nie ver­urteilt. Ferdi­nand von Schirach wäre gewiss auch ein guter Autor für den Fall SS-Ober­sturm­bann­führer Dr. Rößner aus dem Hause Piper. Ich gebe zu, mein ganz indivi­duel­les Inter­esse hat sowohl mit dem Verlag zu tun, wo ich 1959 die Gele­gen­heit ver­passte, dem SS- Lektor in den Arsch zu treten, ich vermu­tete eini­ges, wusste aber noch zu wenig – und was Warschau betrifft, so brachte der Auf­stand seine, nein meine ganz eigene Lebenslehre mit sich. Es ging um den nicht mehr auf­schieb­baren Front­wechsel. Der Abstand, den Ferdi­nand von Schirach von seinem Vater, dem Hitler­schen Jugend­verführer trennt, wird im Krimi über den Schlächter von Warschau indirekt doku­mentiert. Auf­arbei­tung heißt das heute. Meine Erin­nerung an Warschau ist der reale Albtraum einer Höhle. Mitte August 1944 retteten zwei Soldaten sich in einen höhlen­artiger Gang, wo sie sich hinwarfen und vor Erschöp­fung ein­schlie­fen. Am Morgen weckten uns Stim­men. Über uns am Hang stritten rus­sische Sol­daten. Mein Begleiter verlor die Nerven, sprang auf, rief Polski – Polski und rannte weg. Ich hörte Rufe, dann Schreie, dann Schüsse. Vom Feld pflückte ich Mohnkapseln, kaute sie, wie ich es mir angewöhnt hatte, lag den ganzen Tag still. Gewitter und Artil­lerie­feuer ringsum. Wie gehe ich zu den Russkis, ohne von ihnen erledigt zu werden wie eben mein nerven­schwacher Kamerad, der Bruder Kopflos? In der Höhle liegen bleiben ist das Märchen, das dir zum Herzenswunsch gerinnt. Hans Pfeiffer und ich erzählten uns in Leipzig aus glor­reicher Militärzeit. Er vom ampu­tierten Soldatenbein, das ihm der Sani-Feld­webel auf die ausge­streckten Arme legte: Zehn Kniebeugen, Sie Scheißkerl! Ich deutete mein Warschau-Trauma an. Hans war mit seiner Erzählung zugange: Die Höhle von Babie Doly. Darin überdauern Soldaten das Kriegsende. Wir tau­schten unsere Manu­skript­frag­mente aus. Ich gab ihm den Maulwurf, in dem ein Soldat sich in die Erde gräbt. Pfeiffers Soldaten überdauern in der Bunkerhöhle: „Die Höhle war Notwendigkeit, denn sie hatten die Höhle selbst gebaut. Sie hatten den Krieg nicht verhindert, und der Krieg brauchte Bunker, und der Bunker fraß die, die ihn bauten … Bald be­herrschte ihn die Vor­stel­lung des zuge­schraubten Sarges vollständig. Er­stickungs­an­fälle stell­ten sich ein … Er wollte schreien, aber es wurde nur ein dumpfes Stöh­nen. Er ver­lor rasch die Erin­nerung.“
  Die Parallele in Der Maulwurf …„er grub, kniete auf, stach, erbrach grünen Schaum, sank in sich zusammen, riss sich hoch, zerbiss Zunge und Lippen, sah nichts, spürte nichts mehr vor Erde, Blut, Tränen, spürte nichts mehr vor Angst und erstickendem Würgen, begann zu vergessen: zuerst seinen Namen, dann seinen Beruf, das Land, die Schule, den Vater, die Mutter, zuletzt die Toten an seiner Seite und alles, was gewesen war; so grub er und vergaß seine Wünsche und Hoff­nungen, seine Träume und Ängste, den Krieg und die Zeit, so grub er, ein Tier, verloren und vergessen, sich durch das Dunkel der Erde, und als der Tod kam, fand er ihn kniend in Sinn­losigkeit, wie er gelebt hatte.“
  Pfeiffers Erzählung erschien im Dezember 1957 in der Neuen Deutschen Literatur in Ostberlin, konnte als Buch aber erst 2004 im Militzke Verlag in Leipzig publiziert werden. Prof. Helmut Richter in Neues Deutschland vom 22.2.2005 über die Konflikte seines Freundes:

Literatur Johannes R. Becher und stellte seine Ägide strikt unter die Bloch-These: Freiheit und Ordnung.“


Aus den Notizen meines Pseudonyms Gert Gablenz: Günther Jauchs Talk-Premiere in der ARD am 11.9.2011 galt dem 11.9.2001 – Von Wer wird Millio­när? zum Panop­ti­kum der Millio­näre im frisch herge­rich­teten Berliner Gaso­meter. Der SPD-Millionär Peter Struck: Warum unsere Frei­heit und Sicher­heit am Hindukusch verschwin­den. Millionär Toden­höfer tritt als honoriger CDU-Pazifist vom Not­hilfs­dienst der Origi­nale auf. Die Millio­närin Heiden­reich spielt mindes­tens zweimal den einzigen Mann in der Runde. Klinsmann schildert den poli­tischen Total­ausfall im privaten Umfeld des amerika­nischer Bürger- und Klein­bürger­tums – keinen Schimmer von gar nichts, man hat weder Zeit noch Lust für die Regierenden. Frau Springers Döpfner beruft sich mehrmals auf seinen den Krieg has­senden und konsequent friedens­liebenden Vater, der Sohn hat für diesen Abend Kreide gefressen, redet aber trotzdem wie ihm der Giftzahn gewachsen ist. Ich nehme Jauchs Springer-Forum zum Anlass einer Talk-Runde vor dem hiesigen Völker­schlacht­denk­mal: Statt Struck Niemöller: „Ich brauchte zwei Welt­kriege und einen Aufenthalt in Dachau, um endlich Pazifist zu werden.“ Statt Todenhöfer Tucholsky: „Soldaten sind Mörder.“ Statt Heiden­reich Bertha von Suttner: „Die Waffen nieder“ Statt Klinsmann Karl May: Mein roter Bruder Winnetou… Statt Döpfner Wolfgang Borcherts Spät­heimkeh­rer Beckmann: „Sie sind der Mörder, Herr Oberst, Sie!“ Auf Jauchs Stuhl setzen wir Carl von Ossietzky, der ist zwar kein Millionär, dafür sagte er 1933 über Hitler: „Was er an bösen und hässlichen Instinkten hervor­gerufen hat, wird so leicht nicht verwehen …“
  Mal sehen, ob wir den ganz anderen Talk am frei­staat­lichen Vö­lker­schlacht­denk­mal durchk­riegen werden. Ende des Konzepts. Nein. Ich vergaß, in der Jauch-Runde saß noch Tanja Menz, keine Millionärin, nur die Mama eines am Hindukusch gefallenen Bundeswehr-Soldaten. Die Kriege eska­lieren weiter, die Opferzahlen auch. Als Pseudonym des im 2. Weltkrieg vermissten Soldaten Gerhard Zwerenz verstehe ich, weshalb er mich bat, die Günther-Jauch-Sendung zu kommen­tieren.

Vielen Dank, liebes Pseudonym für die stell­vertretende Schmerzens­arbeit. Wir kehren in Hans Pfeiffers Höhle von Babie Doly zurück. Die Höhlen­metapher verbindet die erlittene Realität mit dem „Trost der Philosophie“ – (Zitat aus der Pfeiffer-Erzäh­lung, Seite 100) der uns zuteil wurde, als Bloch in Leipzig Platons Höhlen­gleichnis inter­pretierte. Wir leben in von Schatten bevölkerten Katakomben im Land der SS-Ober­sturm­bann­führer. Pfeiffers komplet­tes Höhlen-Buch erschien erst nach seinem Tod, sein Lektor Siegfried Kätzel schickte es mir 2005 zu. Der von Helmut Richter erwähnte Bloch-Brief vom 19.1.1958 an Pfeiffer ist auf Seite 108 abgedruckt. Sein letzter Absatz lautet: „Den Liebhaber seltener und doch nicht unkon­sequenter Lebens­läufe wird es interessieren, auch bewegen, dass sich, wie ich höre, Dr. Horn vor kurzem, an seinem Geburts­tage, erhängt hat. Er gehört nicht eben zum Haus der Atriden, dennoch –.
Mit schönen Grüßen
Ihr ergebener Ernst Bloch “

Dieser Brief steckt voller Geheimnisse. Wir werden sie ein wenig entschleiern müssen. Blochs Verweis auf die Atriden bringt Homers Helden Agamemnon und Menelaus ins Spiel, deren Geschlecht einem Fluch verfiel. Links im Land der Ober­sturm­bannführer? Die Höhle von Babie Doly klafft noch ebenso offen wie die Wunde von Babi Jar. Als ich in den sechziger Jahren in Frank­furt am Main von Fritz Bauer, dem Hessischen General­staats­anwalt streng ver­traulich erfuhr, wer alles Eichmanns Prozess und die Frankfurter Auschwitz-Prozesse zu manipulieren versuchte, begriff ich endlich Platons Höhlengleichnis als Idylle und Ansporn zur Dekonstruktion. Demnächst mehr Geheimnisverrat.


PS: Soeben predigte Papst Benedikt zu seinen Glaubens­brüdern und -Schwes­tern im Berliner Deut­schen Bunde­stag. Als ehe­maliges, wenn auch glaubens­loses Mit­glied des Bonner Deutschen Parla­ments erinnere ich mich an Prof. Ratzingers Zeit in Tübingen. In unserem Buch Sklaven­sprache und Revolte heißt es:
  „Begonnen hatte die nicht­weltliche Welt­karriere Ratzingers mit einem Schock­er­lebnis Ende der sechziger Jahre, als der von konser­vativen SED-Politikern aus der Leipziger Karl-Marx-Univer­sität entfernte Philosoph Bloch sein neues Amt antrat und regen Zulauf erhielt. ›Ernst Bloch lehrte nun in Tübingen und machte Heidegger als einen kleinen Bourgeois verächtlich.‹ So ein entnervter Ratzinger, der in Bloch die ›marxis­tische Ver­suchung‹ der ›Theo­logischen Fakultäten‹ nahen sah, weshalb der Kampf für das von ›existen­tialis­tischer Reduk­tion‹ bedrohte Chris­tentum aufge­nommen werden musste. Es war fast wie vordem in Leipzig, nur hatten dort die herr­schenden Glaubens­wächter im Philo­sophen den feind­li­chen Nicht-Marxis­ten be­kämpft, während Ratzinger jetzt den exis­ten­tiel­len Erz-Marxisten um sich greifen sah. Also gab er seine bis­herige liberale Haltung auf, verließ den freund­lichen Neckar-Ort seines Schreckens und landete nach diversen Zwischen­stationen im obers­ten Zen­soren­amt seiner Heiligen Kirche, von wo aus er alles bekämpft, was die Dogmen bedroht: Frauen, Befreiungs­theologen, Kommunisten, Liberale, Hans Küng, Zweifel an der Vormacht des Papstes, die Schwa­ngeren­konflikt­beratung, die Reformation, die modernen Ansprüche der Laien­bewegung, die Liberalisierung von Sexualmoral.“
  Es ist kein Wunder, dass für den ehema­ligen Hitlerjungen Ratzinger, der es immerhin zum katho­lischen Pro­fessor gebracht hatte, das Auftauchen des jüdischen Links­philo­sophen Bloch in Tübingen uner­träglich war. Der Marxist, erst Hitlers Mord­kommando ins US-Exil ent­kommen und eben in der DDR mit Lehrverbot belegt, hätte gern offen über Gott und die Welt mit dem Kollegen Ratzinger gestritten. Der aber floh nach Rom und nannte sich am Ende sogar Benedikt.
Gerhard Zwerenz    26.09.2011   

 

 
Gerhard Zwerenz
Serie
  1. Wie kommt die Pleiße nach Leipzig?
  2. Wird Sachsen bald chinesisch?
  3. Blick zurück und nach vorn
  4. Die große Sachsen-Koalition
  5. Von Milbradt zu Ernst Jünger
  6. Ein Rat von Wolfgang Neuss und aus Amerika
  7. Reise nach dem verlorenen Ich
  8. Mit Rasputin auf das Fest der Sinne
  9. Van der Lubbe und die Folgen
  10. Unser Schulfreund Karl May
  11. Hannah Arendt und die Obersturmbannführer
  12. Die Westflucht ostwärts
  13. Der Sänger, der nicht mehr singt
  14. Ich kenne nur
    Karl May und Hegel
  15. Mein Leben als Prophet
  16. Frühe Liebe mit Trauerflor
  17. Der Schatten Leo Bauers
  18. Von Unselds Gegner zu Holtzbrincks Bodyguard
  19. Karl May Petrus Enzensberger Walter Janka
  20. Aus dem Notizbuch eines Ungläubigen
  21. Tanz in die zweifache Existenz
  22. General Hammersteins Schweigen
  23. Die Pleiße war mein Mississippi
  24. Im Osten verzwergt und verhunzt?
  25. Uwe Johnson geheimdienstlich
  26. Was fürchtete Uwe Johnson
  27. Frühling Zoo Buchmesse
  28. Die goldenen Leipziger Jahre
  29. Das Poeten-Projekt
  30. Der Sachsenschlag und die Folgen
  31. Blick zurück auf Wohlgesinnte
  32. Sächsische Totenfeier für Fassbinder (I)
  33. Sächsische Totenfeier für Fassbinder (II)
  34. Brief mit Vorspann an Erich Loest
  35. Briefwechsel mit der Welt der Literatur
  36. Die offene Wunde der Welt der Literatur
  37. Leipzig – wir kommen
  38. Terror im Systemvergleich
  39. Rachegesang und Kafkas Prophetismus
  40. Die Nostalgie der 70er Jahre
  41. Pauliner Kirche und letzte Helden
  42. Das Kickers-Abenteuer
  43. Unser Feind, die Druckwelle
  44. Samisdat in postkulturellen Zeiten
  45. So trat ich meinen Liebesdienst an …
  46. Mein Ausstieg in den Himmel
  47. Schraubenzieher im Feuchtgebiet
  48. Der Fall Filip Müller
  49. Contra und pro Genossen
  50. Wie ich dem Politbüro die Todesstrafe verdarb
  51. Frankfurter Polzei-buchmesse 1968
  52. Die Kunst, weder Kain noch Abel zu sein
  53. Als Atheist in Fulda
  54. Parade der Wiedergänger
  55. Poetik – Ästhetik und des Kaisers Nacktarsch
  56. Zwischen Arthur Koestler und den Beatles
  57. Fragen an einen Totalitarismusforscher
  58. Meine fünf Lektionen
  59. Playmobilmachung von Harald Schmidt
  60. Freundliche Auskunft an Hauptpastor Goetze
  61. Denkfabrik am Pleißenstrand
  62. Rendezvous beim Kriegsjuristen
  63. Marx, Murx, Selbstmord (der Identität)
  64. Vom Aufsteiger zum Aussteiger? (I. Teil)
  65. Vom Aufsteiger zum Aussteiger? (II. Teil)
  66. Der Bunker ...
  67. Helmut auf allen Kanälen
  68. Leipzig anno 1956 und Berlin 2008
  69. Mit Konterrevolutionären und Trotzkisten auf dem Dritten Weg
  70. Die Sächsischen Freiheiten
  71. Zwischen Genossen und Werwölfen
  72. Zur Geschichte meiner Gedichte
  73. Poetenladen: 1 Gedicht aus 16 Gedichten
  74. Der Dritte Weg als Ausweg
  75. Unendliche Wende
  76. Drei Liebesgrüße für Marcel
  77. Wir lagen vor Monte Cassino
  78. Die zweifache Lust
  79. Hacks Haffner Ulbricht Tillich
  80. Mein Leben als Doppelagent
  81. Der Stolz, ein Ostdeutscher zu sein
  82. Vom Langen Marsch zum 3. Weg
  83. Die Differenz zwischen links und rechts
  84. Wo liegt Bad Gablenz?
  85. Quartier zwischen Helmut Schmidt und Walter Ulbricht
  86. Der 3. Weg eines Auslandssachsen
  87. Kriegsverrat, Friedensverrat und Friedenslethargie
  88. Am Anfang war das Gedicht
  89. Vom Buch ins Netz und zur Hölle?
  90. Epilog zum Welt-Ende oder DDR plus
  91. Im Hotel Folterhochschule
  92. Brief an Ernst Bloch im Himmel
  93. Kurze Erinnerung ans Bonner Glashaus
  94. Fritz Behrens und die trotzkistische Alternative
  95. 94/95 Doppelserie
  96. FAUST 3 – Franz Kafka vor Auerbachs Keller
  97. Rainer Werner Fassbinder ...
  98. Zähne zusammen­beißen ...
  99. Das Unvergessene im Blick
    1. Nachwort
Nachworte
  1. Nachwort
    siehe Folge 99
  2. Auf den Spuren des
    Günter Wallraff
  3. Online-Abenteuer mit Buch und Netz
  4. Rückschau und Vorschau aufs linke Leipzig
  5. Die Leipziger Denkschule
  6. Idylle mit Wutanfall
  7. Die digitalisierte Freiheit der Elite
  8. Der Krieg als Badekur?
  9. Wolfgang Neuss über Kurt Tucholsky
  10. Alter Sack antwortet jungem Sack
  11. Vor uns diverse Endkämpfe
  12. Verteidigung eines Gedichts gegen die Gladiatoren
  13. Parademarsch der Lemminge und Blochs Abwicklung
  14. Kampf der Deserteure
  15. Fritz Bauers unerwartete Rückkehr
  16. Der Trotz- und Hoffnungs-Pazifismus
  17. Als Fassbinder in die Oper gehen wollte
  18. Was zum Teufel sind Blochianer?
  19. Affentanz um die 11. Feuerbach-These
  20. Geschichten vom Geist als Stimmvieh
  21. Von Frankfurt übern Taunus ins Erzgebirge
  22. Trotz – Trotzalledem – Trotzki
  23. Der 3. Weg ist kein Mittelweg
  24. Matroschka –
    Die Mama in der Mama
  25. Goethe bei Anna Amalia und Herr Matussek im Krieg
  26. Der Aufgang des Abendlandes aus Auerbachs Keller
  27. Jan Robert Bloch –
    der Sohn, der aus der Kälte kam
  28. Das Buch, der Tod und der Widerspruch
  29. Pastor Gauck oder die Revanche für Stalingrad
  30. Bloch und Nietzsche werden gegauckt ...
  31. Hölle angebohrt. Teufel raus?
  32. Zwischen Heym + Gauck
  33. Von Marx über Bloch zu Prof. Dr. Holz
  34. Kafkas Welttheater in Auerbachs Keller
  35. Die Philosophenschlacht von Leipzig
  36. Dekonstruktion oder Das Ende der Ver­spä­tung ist das Ende
  37. Goethes Stuhl – ein Roman aus Saxanien
  38. Meine Weltbühne im poetenladen
  39. Von Blochs Trotz zu Sartres Ekel
  40. Die Internationale der Postmarxisten
  41. Dies hier war Deutschland
  42. Kopfsprünge von Land zu Land und Stadt zu Stadt
  43. Einiges Land oder wem die Rache gehört
  44. Schach statt Mühle oder Ernst Jünger spielen
  45. Macht ist ein Kriegszustand
  46. Dekonstruktion als Kriminalgeschichte I
  47. Damals, als ich als Boccaccio ging …
  48. Ein Traum von Aufklärung und Masturbation
  49. Auf der Suche nach der verschwundenen Republik
  50. Leipzig am Meer 2013
  51. Scheintote, Untote und Überlebende
  52. Die DDR musste nicht untergehen (1)
  53. Die DDR musste nicht untergehen (2)
  54. Ein Orden fürs Morden
  55. Welche Revolution darfs denn sein?
  56. Deutschland zwischen Apartheid und Nostalgie
  57. Nietzsche dekonstruierte Gott, Bloch den Genossen Stalin
  58. Ernst Jünger, der Feind und das Gelächter
  59. Von Renegaten, Trotzkisten und anderen Klassikern
  60. Die heimatlose Linke (I)
    Bloch-Oper für zwei u. mehr Stimmen
  61. Die heimatlose Linke (II)
    Ein Zwischenruf
  62. Die heimatlose Linke (III)
    Wer ist Opfer, wer Täter ...
  63. Die heimatlose Linke (IV)
    In der permanenten Revolte
  64. Wir gründen den Club der
    heimatlosen Linken
  65. Pekings große gegen Berlins kleine Mauer
  66. Links im Land der SS-Ober­sturm­bann­führer
  67. Zweifel an Horns Ende – SOKO Leipzig übernimmt?
  68. Leipzig. Kopfbahnhof
  69. Ordentlicher Dialog im Chaos
  70. Büchner und Nietzsche und wir
  71. Mit Brecht in Karthago ...
  72. Endspiel mit Luther & Biermann & Margot
  73. Die Suche nach dem anderen Marx
  74. Wer ermordete Luxemburg und Liebknecht und wer Trotzki?
  75. Vom Krieg unserer (eurer) Väter
  76. Wohin mit den späten Wellen der Nazi-Wahrheit?
  77. Der Feind ist in den Sachsengau eingedrungen
  78. Die Heldensöhne der Urkatastrophe
  79. Die Autobiographie zwischen
    Schein und Sein
  80. Auf der Suche nach der verlorenen Sprache
  81. Atlantis sendet online
  82. Zur Philosophie des Krieges
  83. Deutsche, wollt ihr ewig sterben?
  84. Der Prominentenstadl in der Krise
  85. Der Blick von unten nach oben
  86. Auf der Suche nach einer moralischen Existenz
  87. Vom Krieg gegen die Pazifisten
  88. Keine Lust aufs Rentnerdasein
  89. Von der Beschneidung bis zur
    begeh­baren Prostata
  90. Friede den Landesverrätern
    Augstein und Harich
  91. Klarstellung 1 – Der Konflikt um
    Marx und Bloch
  92. Bloch & die 56er-Opposition zwischen Philo­sophie und Verbrechen
  93. Der Kampf ums Buch
  94. Und trotzdem: Ex oriente lux
  95. Der Soldat: Held – Mörder – Heiliger – Deserteur?
  96. Der liebe Tod – Was können wir wissen?
  97. Lacht euren Herren ins Gesicht ...
  98. Die Blochianer kommen in Tanzschritten
  99. Von den Geheimlehren der Blochianer
Aufsatz